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Ratgeber Wintercamping mit dem Caravan: Spaß in Weiß

Für viele geht der Wohnwagen-Urlaub im Schnee weiter. Damit das Wintermärchen wahr wird, bedarf es der richtigen Vorbereitung.

Was für ein Genuss! Drinnen im Wohnwagen bollert die Heizung vor sich hin. Und draußen überzuckert der frische Schnee die Landschaft. Camping im Winter macht Spaß. Nicht wenige Caravaner sind auch bei Schnee und Eis unterwegs. Manche haben trotzdem Vorbehalte. Was tun, wenn die Heizung ausfällt? Oder wenn man stecken bleibt? Oder wenn gar die Wasseranlage einfriert? Keine Frage: Bei Kälte auf Tour gehen bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Aufs Geratewohl zu starten, kann ins Auge gehen.

Wie sich Wintercamping noch vor 50 Jahren  anfühlte
Videobeitrag mit freundlicher Genehmigung der Fa. Truma
Richtig vorbereiten auf das Wintercamping

Sie reisen entspannter, wenn Sie wissen, wohin. Gerade im Winter sollten Sie sich nicht nur über die grobe Richtung im Klaren sein, sondern über Ihr ganz konkretes Ziel. Viele Campingplätze haben nicht ganzjährig geöffnet oder sind - besonders wenn sie in beliebten Skigebieten oder bei anderen Top-Destinationen liegen - früh ausgebucht. Und nur wenig ist ärgerlicher, als in der Kälte vor geschlossenem oder überfülltem Platz zu stehen. Ein Anruf schafft schnell Klarheit, am besten reservieren Sie sich Ihre Parzelle vorab.

Fragen Sie auch gleich nach den Serviceleistungen wie Gasflaschentausch oder Verleih. Denn Gas werden Sie brauchen. Wer noch bei Tageslicht ankommt, tut sich beim Einrichten leichter. Berücksichtigen Sie bei der Routenplanung auch, dass manche Straßen oder Pässe im Winter geschlossen sind oder eine spezielle Winterausrüstung erfordern.

Winterreifen gehören prinzipiell dazu. Das ist nicht nur eine Frage von gesetzlichen Bestimmungen, die man natürlich auch in die Reiseplanung einbeziehen sollte, sondern schlicht eine Entscheidung der Vernunft. Schon ab sieben Grad Celsius erzeugt die Gummimischung von Winterreifen mehr Grip als die von Sommerreifen. Vier bis fünf Millimeter Profiltiefe sollten die Pneus noch aufweisen.

Denken Sie rechtzeitig an den Reifenwechsel, bevor die Reifenhändler von Panikanfragen überrannt werden. Das kann bares Geld sparen. Im vergangenen Winter schnellten mit der sprunghaft steigenden Nachfrage auch die Preise in ungeahnte Höhen. Daneben gehören auch Schneeketten oder vergleichbare Traktionshilfen ins Gepäck des Wintercampers. Die Mitnahme ist in einigen Ländern vorgeschrieben.

In der Notfallkiste macht sich auch ein Starthilfekabel gut. Selbst wenn man nicht sich selbst, sondern nur dem Nachbarn damit aushelfen kann. Frost stresst die Starterbatterie. Umso mehr, je stärker sie damit belastet ist, bei winterlichen Fahrten permanent Scheinwerfer und andere Verbraucher zu versorgen. Gute Vorsorge trifft, wer die Fahrzeugbatterie vor dem Start richtig volllädt. Gesäuberte und gefettete Polklemmen sorgen für besten Kontakt und zuverlässige Versorgung.

Gute Sicht bedeutet Sicherheit, vor allem im Winter, wenn die Bremswege länger werden und gesalzenes Spritzwasser die Scheiben schnell mit einem milchigen Schleier überzieht. Füllen Sie den Wischwasserbehälter noch zu Hause randvoll mit Frostschutz; Markenprodukte haben sich bewährt. Setzen Sie die Mischung auf minus 25 Grad Celsius an, um auf der sicheren Seite zu sein. Und sorgen Sie für Nachschub.

Wechseln Sie die Wischer gegen neue, wenn die Blätter Streifen ziehen. Und da Sie gerade beim Einkaufen sind: Haben Sie noch genug Ersatzlampen für die Scheinwerfer und Rücklichter? In einigen europäischen Ländern ist nicht nur das Fahren mit Licht am Tag, sondern auch das Mitführen von Ersatzlampen Pflicht.

Ein Check-Up bevor der Schneespaß beginnt

Um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, checken sie auch die Bordtechnik vor der Abfahrt auf einwandfreie Funktion. Kommt aus allen Hähnen Wasser? Gut. Läuft die Heizung ohne Mucken? Noch besser. Die S-Heizung von Truma ist in Wohnwagen am häufigsten anzutreffen. Manche Modelle verfügen zusätzlich über ein Gebläse. Wenn aus einem Ausströmer weniger Luft austritt als erwartet, könnte das daran liegen, dass eine der empfindlichen Pappröhren, die die Wärme verteilen, beschädigt ist. Tauschen Sie sie aus.

Die Heizung saugt die zu erwärmende Luft aus dem Innenraum an. Damit das Gebläse nicht mehr Staub als nötig aufwirbelt, sollte man den Bereich um die Ansaugöffnung absaugen und von Flusen und Schmutz befreien. Besitzer von Caravans mit Warmwasserheizung sollten im Auge behalten, dass die Anlage regelmäßig, am besten vor dem Winterurlaub zu entlüften ist und die Flüssigkeit im Kreislauf turnusmäßig getauscht werden sollte.

Das Betrieben der Gasheizung während der Fahrt ist bei Caravans, die ab 2007 zugelassen wurden, nur erlaubt, wenn die Gaszufuhr mit einer Schlauchbruchsicherung oder Ähnlichem ausgestattet ist. Sollte der Boiler gefüllt und mit einem Frostwächterventil ausgestattet sein, ist es sinnvoll, den Ofen unterwegs auf kleiner Flamme laufen zu lassen, damit das Ventil im auskühlenden Caravan nicht auslöst und Boiler oder gar Wassertank leer laufen lässt. Sicherer ist es, die Wasseranlage erst auf dem Campingplatz zu befüllen.

Erfahrene Polarfüchse wissen, dass Gas, das noch aus dem Sommerurlaub in Südeuropa stammt, mit Vorsicht zu genießen ist. Schuld ist ein hoher Anteil an Butan, das schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht mehr verdampft. Der Brennstoff strömt nicht mehr korrekt aus. Im Zweifel lieber frische Gasflaschen mitnehmen. Oder später auf dem Campingplatz gleich eine große Gasflasche leihen.

Auf der nächsten Seite: Worauf Sie vor Ort achten sollten. Plus: Checkliste fürs Wintercamping.

Autor

Foto

Regenscheit, Hammermeister, Archiv

Datum

9. Dezember 2011
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