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Mit dem Caravan am Straßenrand übernachten: Parken erlaubt?

Wer mit dem Caravan unterwegs ist, übernachtet auf Stell- oder Campingplätzen. Doch manchmal wird man ganz plötzlich müde - und es stellt sich die Frage: Wo darf ich eigentlich übernachten?

Wer mit dem Caravan unterwegs ist, übernachtet auf Campingplätzen. So weit die gängige Praxis. Doch manchmal sieht es anders aus: Gerade auf längeren Strecken schlägt die Müdigkeit auch dann zu, wenn kein Campingplatz in der Nähe ist. In solchen Augenblicken fragen sich die meisten Camper: Wo darf ich eigentlich in meinem Caravan übernachten? Wann wird aus Übernachten Campieren? Und welche Vorschriften gibt es überhaupt?

Letzteres lässt sich relativ leicht beantworten. Das Parken gehört zum „Gemeingebrauch“ eines Fahrzeugs - und somit auch des Caravan-Gespanns - und ist in Deutschland überall dort erlaubt, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt nämlich nicht, wo man seinen fahrbaren Untersatz abstellen darf, sondern enthält Bestimmungen, wo es untersagt ist. Zum Beispiel auf dem Gehweg: Auch wenn vielerorts mit zwei Reifen auf dem Gehsteig geparkt wird, ist es eigentlich nur dort erlaubt, wo ein Schild es explizit gestattet. Doch selbst mit diesem Verkehrszeichen bezieht sich die Erlaubnis nur auf Fahrzeuge bis zu 2,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Führt man sich das Gewicht eines gängigen Gespanns vor Augen, dürfte klar sein, dass nur die leichten Gespanne halb auf dem Gehweg parken dürfen.

Neben den bekannten Park- und Halteverboten fordert Paragraf eins der StVO eine gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer. Das bedeutet, dass man sich so verhalten soll, dass niemand geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird. Im Grunde eine selbstverständliche Forderung. Wer sich daran hält, kann sein Gespann guten Gewissens am Straßenrand oder auf öffentlichen Parkplätzen abstellen.

Stellt man das Gespann nicht nur ab, sondern schläft auch darin, sieht die Sache etwas anders aus. Einmaliges Übernachten im Caravan zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist erlaubt. Man geht dabei von einem Zeitraum von etwa zehn Stunden aus.Mehrmaliges Übernachten am selben Ort hingegen ist eine Sondernutzung, die einer Genehmigung bedarf. Aber Achtung: Damit aus der erlaubten einmaligen Übernachtung nicht doch eine genehmigungspflichtige Sondernutzung wird, sollte man auf Dinge wie das Aufstellen von Campingmöbeln oder das Herauskurbeln der Markise auf jeden Fall verzichten. Die Nutzung der Campingausrüstung im Caravan, also zum Beispiel der Küche oder des Bads, ist aber erlaubt. Schön für Camper ist folgendes Verkehrszeichen: Ein blaues Parkplatzschild mit einem weißen Zusatzschild mit stilisiertem Gespann. Es bedeutet, dass nur die abgebildeten Fahrzeuge - hier also Caravan und Zugwagen - parken dürfen.

Wer auf einem öffentlichen Parkplatz mehrmals nacheinander übernachtet, nutzt diesen zu Wohn- und nicht zu Verkehrszwecken. Es handelt sich hier dann nicht um Dauerparken, sondern um eine Sondernutzung. Auf Privatgrundstücken wie Tankstellen und Res-taurants ist das Abstellen des Gespanns nur mit der Zustimmung des Eigentümers erlaubt.

Das Recht auf eine einmalige Übernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit darf von Landesgesetzen nicht ohne Weiteres eingeschränkt werden. Landesvorschriften kön-nen abseits von öffentlichen Straßen und Wegen außerdem zusätzliche Einschränkungen vorsehen. Prinzipiell müssen Verbote jedweder Art klar durch eine entsprechende Beschilderung erkenntlich sein.

Ein abgekoppelter Caravan darf bis zu zwei Wochen im öffentlichen Verkehrsraum stehen. Wird er bewegt, beginnt diese Frist von Neuem. Es reicht allerdings nicht, nur einmal mit dem Gespann um den Block zu fahren, mindestens einen halben Tag sollte man schon unterwegs sein. Bevor es wegen einem abgestellten Caravan Ärger mit den Nachbarn gibt, sollte man im eigenen Interesse das Gespräch suchen und Missverständnisse aus der Welt schaffen.

Wann kann ein Caravan auf einem Wohnmobil-Stellplatz halten? Und: Wie parkt man richtig an Autobahn-Rastätten? Die Antworten finden Sie auf der nächsten Seite.
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Pompe, Starpics/fotolia, CIVD

Datum

6. Dezember 2013
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