Reise: Ardèche 15 Bilder Zoom

Reise-Tipp Frankreichs wilder Süden: Camping-Tour entlang der Ardèche

125 Kilometer lang durchzieht der als Kanutenparadies berühmte Fluss Ardèche einen Landstrich, in dem es viel zu entdecken gibt: Wanderwege, ein Canyon-Panorama und kunstvolles Handwerk.

Vallon-Pont-d’Arc ist unbestritten das touristische Zentrum der Ardèche. 66 Meter hoch spannt sich der von Mutter Natur geschaffene, steinerne Triumphbogen über den Flusslauf der Ardèche. Die spektakuläre Canyon-Landschaft und vor allem das steinerne Tor sind zum Synonym für die gesamte Region geworden. Kanuten bringt der Fluss Hochgefühle, auch wenn man an manchen Sommertagen vor lauter Booten fast kein Wasser mehr sieht.

Wir wollen einmal quer durch - nicht durch den Fluss, sondern durch die Gegend, die seinen Namen trägt.

Als grobe Richtschnur dient uns der Routenverlauf der „Ardéchoise“ - das ist ein Radrennen mit 15.000 Teilnehmern, eines der größten der Welt. Das Tolle: Die Route reiht die Höhepunkte der Ardèche wie Perlen aneinander. Doch Vorsicht, gerade die schönsten Straßen sind hier manchmal eng und unübersichtlich, so dass man besser den Caravan auf einem Campingplatz deponiert und sich die Route etappenweise mit dem Auto solo erobert - wer fit ist, kann natürlich auch das Fahrrad wählen.

Wir starten im Norden. Auf dem Weg zum 1146 Meter hohen Chiret Blanc beim Weiler St.-Symphorien-de-Mahun jagt eine Hügelkette die andere. Schon bald wird klar, „L’Ardèche Verte“, die grüne Ardèche, zeigt Wanderern ein zuweilen anstrengendes Relief. Endlich oben, genießen wir das umwerfende Panorama. Knapp 150 Kilometer südlich von Lyon sehen wir nichts als sanfte Hügel mit Wäldern. Das Département Ardèche, 5500 Quadratkilometer groß, im Osten begrenzt von der Rhône, ist dünn besiedelt.

Satillieu, Lalouvesc, Col du Marchand, Nozière: Wir folgen der „Ardéchoise“.

Steinbrücken aus der Römerzeit führen über wilde Bachläufe. Opas und Enkel stehen seelenruhig mit ihren Angeln an der Brüstung. In Lamastre pausieren wir unter schattigen Platanen. Aus der Épicerie holen wir uns Baguette, Oliven, Ziegenkäse und Wildpastete, schlemmen und beobachten die Männer beim Pétanque.

Die D 578 schlängelt sich über Nonières nach Le Cheylard. Nach all den Streusiedlungen und Mini-Gehöften wirkt die Kleinstadt quirlig wie Paris. Wir schrauben uns in die zentrale Ardèche und das Gebirge hoch. Zunächst über St.-Martin-de-Valamas auf der D 278 zum Weiler La Rochette. Die Straße windet sich wie ein glühendes metallenes Band gen Himmel. Endstation knapp unter dem Mt. Mézenc, mit 1753 Metern der höchste Berg der Ardèche. Bei der „Ardéchoise“ heißt diese Etappe „Les Sucs“. Das sind kleine, massive Felsgipfel vulkanischen Ursprungs, die unvermittelt aus der grünen Decke hervorplatzen. „Le Gerbier de Jonc“, direkt an der D 378, ist mit seinen 1551 Metern ein plakativer Gipfel. Er markiert die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer, und in seinem Innern entspringt die Loire. In den zahlreichen Marktbuden locken luftgetrocknete Würste, Steinpilze und leckere Käsesorten. Zudem gibt es sämtliche aus Esskastanien herstellbaren Produkte wie Gebäck, Mousse und sogar Bier.

Mit dem Abendlicht rollen wir nach Mézilhac. Parallel zum Fluss La Volane bleiben wir auf der D 578. Die Steigungen flachen ab, die „Ardèche Meridionale“ beginnt, weite Lavendelfelder tauchen auf. Aubenas ist ein mittelalterliches Gesamtkunstwerk rund um die Burg aus dem 12. Jahrhundert. In den malerischen Gewölbegassen reihen sich hübsche Cafés an schicke Läden mit kunstvollem Handwerk. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung nach Vallon-Pont-d’Arc. Die Karstlandschaft rings um den Steinbogen, den man in jedem Französisch-Schulbuch abgebildet findet, ist auch berühmt für ihre zahlreichen Höhlen. In der Unterwelt der Aven d’Orgnac, einer gigantischen Tropfsteinhöhle, warten bizarre Säle mit bis zu 50 Meter Höhe.

Um ein Vielfaches höher als im Rest des Departements ist die Verkehrsdichte rings um Vallon. Tipp: die Paradestraße D 290 kurz nach Chames verlassen und auf der steilen, aber ruhigeren D 490 hoch nach St.-Remèze klettern. Da verliert sich zwar der Blick auf den Canyon, aber dafür wachsen dort Sonnenblumen, Mohnblumen und Lavendel bis zum Horizont. Welch Wonne – oh, würden diese Straßen doch niemals enden.

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Foto

Norbert Eisele-Hein

Datum

15. Oktober 2013
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