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Reise-Tipp Bretagne mit dem Caravan: Wellen, Wind & rosa Fels

Magisches Land am Rand Europas: die Bretagne in Westfrankreich ist herb und eigenwillig. Caravaner, die das Besondere lieben, reisen an die "Côte de Granit Rose" mit ihren Naturkunstwerken.

Tag für Tag Neues zu entdecken ist die Triebfeder, die das Reisen mit dem Caravan zu einem außerordentlich spannenden Erlebnis werden lässt. Die Bretagne, die große, vom Meer umspülte Zunge im äußersten Westen Frankreichs, bietet dafür die idealen Grundbedingungen. Sie ist mit Natur- und Kulturschätzen reich gesegnet, dazu umgibt sie eine Aura des Geheimnisvollen – befeuert durch Mythen und Legenden. "Breizh" nennen die Bretonen ihr salzgetränktes Land. Es klingt wie eine Einladung, in das Abenteuer Bretagne einzutauchen und dem Zauber nachzuspüren. Der Ausruf "Be Breizh!" fällt übrigens öfter, um guten Freunden "viel Glück und Erfolg!" zu wünschen. 

Vom Glück, das auf der Straße liegt, erzählen seit jeher Filme und Lieder. Im herbschönen Nordosten, an der steilen Côte d’Émeraude, der Smaragd-Küste, darf man die Botschaft sogar wörtlich nehmen, zum Beispiel beim Befahren der Küstenstraße. Eine besonders spektakuläre Strecke führt in großen Schleifen hinaus an die Spitze des Cap Fréhel. Sie eröffnet immer wieder fantastische Ausblicke auf die schäumenden Wogen und die weiten Sandbuchten zu Füßen schwindelerregender hoher Klippen. Aus rotem Sandstein, schwarzem Schie­fer und jenem rosafarbenen Granit, welcher der Côte de Granit Rose weiter westlich ihren Namen gab, bestehen die Klippen. Ein alter und ein neuer Leuchtturm markieren das windumtoste Kap­ende. Der alte stammt aus dem 17. Jahrhundert, der Zeit von General Vauban; er sollte vor englischen Schiffen warnen. Besichtigen kann man aber nur den neuen, 1950 erbauten, der zu den historischen Monumenten in Frankreich zählt.

Blütenmeer an der Küste der Bretagne

Blütenteppiche aus Stechginster und Hyazinthen färben ab Frühjahr die sonst kargen Flächen betörend gelb und violett ein. Die Rosengranit-Küste verläuft zwischen Paimpol und Trébeurden; sie gilt mit ihren bizarren Felsformationen als der landschaftliche Höhepunkt in der Nord-Bretagne. Zur charakteristischen Gesteinsfärbung trägt unter anderem das Mineral Hämatit bei. Die seltsamen, aufeinanderliegenden Riesensteine lassen sich am besten auf einer kleinen Wanderung auf dem alten Zöllnerpfad von Perros-Guirec nach Ploumanac’h bewundern. Ein besonderes Naturerlebnis stellt der Besuch der Île Milliau dar, einer kleinen Insel, die dem Hafen von Trébeurden vorgelagert ist. Für höchstens drei Stunden täglich zieht sich das Meer so weit zurück, dass sie trockenen Fußes erreichbar ist. Tidenpläne sind im Tourismusbüro erhältlich. Über das dicht bewachsene Eiland führen Wege mit herrlicher Aussicht.

Bretagne: Surfen, Zauberwald und Segeltuchweberei

Wind- und Kitesurfer schätzen Trébeurden ebenfalls. Sie zieht es in erster Linie an den Goastreiz-Strand am nördlichen Ortsrand, wo besonders am Nachmittag der Wind verlässlich bläst. Trotz der Nähe zum Ärmelkanal mit dem vorbeiziehenden wärmenden Golfstrom weht hier an diesem exponierten Küstenstrich die meiste Zeit im Jahr ein kühles, böiges Lüftchen. Weniger rau ist das Klima im Landesinneren, beispielsweise in der Gegend um den geheimnisumwitterten Wald von Brocéliande, auch Zauberwald genannt. Lange Zeit glaubten die Menschen, in seinem undurchdringlichen Dickicht läge der Eingang zur Unterwelt. Sehr rätselhaft sind auch die Steinreihen mit rund 3000 Megalithen, die im Süden das Umland von Carnac durchziehen. Sie entstanden vor ungefähr 5000 Jahren durch ein bislang unbekanntes Seefahrervolk.

Auf dem Weg zum Point du Raz, der westlichsten Landspitze Europas, passiert man das Dorf Locronan, das zu den "Schönsten Dörfern Frankreichs" gehört. Dessen Bewohner wurden einst durch die Segeltuchweberei sehr wohlhabend, wovon die eleganten Steinhäuser zeugen. Sie dienten als Kulisse in Filmen, darunter Tess von Roman Polanski. Eine Autostunde südlich liegt der vornehme Badeort Bénodet mit einem schönen, geschützten Sandstrand. Auch sollten Städte-Fans auf keinen Fall versäumen, in ihre Reiseplanung die Hauptstadt Rennes mit einzubeziehen, eine aufregende Mischung aus Mittelalter und Moderne – bestens geeignet, das Abenteuer Bretagne erfolgreich zu beschließen.

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

18. März 2014
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