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Unterwegs richtig versichert: Reise ohne Risiko

Wer sich für die Reise richtig versichert und unterwegs einige Verhaltensregeln beherzigt, ist immer ganz gelassen unterwegs.

Wenn einer eine Reise tut, hat er bekanntlich viel zu erzählen – zum Beispiel von erholsamen Tagen, grandiosen Landschaften und spannenden Besichtigungen. Nicht immer verläuft der Urlaub indes ganz reibungslos. Unfall, Krankheit oder Diebstahl können den Trip vermiesen. Wer dann nicht ausreichend versichert ist, hat lange mit den finanziellen Folgen zu kämpfen.

Doch welche Versicherungen brauchen Reisemobilisten wirklich, welche sind dagegen überflüssig? Zunächst einmal sollten die Reisenden selbst richtig abgesichert sein. Bei Fahrten ins Ausland ist eine Reisekrankenversicherung wichtig. „Nicht mit allen Reiseländern besteht ein Sozialversicherungsabkommen“, erläutert Peter Grieble, Versicherungsfachmann der Verbraucherzentrale Stuttgart.

Folglich kommt man mit einem Auslandskrankenschein der Krankenkasse nicht weit. Außerdem akzeptieren viele Ärzte im Ausland den Krankenschein nicht und möchten bar bezahlt werden. Diese Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nicht oder nur zu einem geringen Teil. Ebenso wenig bezahlt sie einen Rücktransport des Patienten nach Deutschland. „Mit einer Reisekrankenversicherung gehen Sie für wenig Geld auf Nummer Sicher“, so Grieble.

Das gilt grundsätzlich auch für Privatversicherte. Ihnen empfiehlt der Fachmann, ihre Policen gründlich zu studieren, denn in der Regel ist zwar der Auslandsschutz dabei, aber eben nicht immer. Zudem kann für Privatversicherte eine separat abgeschlossene Reisekrankenversicherung sinnvoll sein, um den Selbstbehalt zu sparen.

Wie sieht es mit den Sachwerten aus? Die Haftpflichtversicherung für das Mobil gehört ohnehin zum Pflichtprogramm. Aber lohnt sich der Kaskoschutz? Eberhard Schwenger, Versicherungsmakler und Geschäftsführer des Stuttgarter Maklerbüros ESV, rät zur Vollkasko. „Die Kosten halten sich mit insgesamt rund 400 Euro Jahresprämie bei 500 Euro Selbstbeteiligung im Rahmen, gerade wenn man bedenkt, dass nur die Vollkasko Beschädigungen durch Vandalismus ersetzt.“ Ein leichter Rempler am Mobil zieht meist hohe Reparaturkosten nach sich.

Nach Diebstählen machen viele Urlauber die leidvolle Erfahrung, dass ihr Urlaubsgepäck in der Regel nicht durch die Hausratversicherung abgedeckt ist. Reisemobilist Günther Albert aus Frankfurt hatte auf seiner Urlaubsfahrt nach Spanien Pech. Während einer Essenspause in einem Restaurant wurde sein Reisemobil aufgebrochen. Das Ergebnis: Schecks und EC-Karte waren weg, ebenso ein Teil des Urlaubsgepäcks inklusive Fotoausrüstung. Doppelt Pech hatte er, weil Schecks und Karte gemeinsam geklaut wurden und die Schecks trotz Sperrung des Kontos eingelöst wurden. Pech gehabt, sagt auch die Bank: Wer beides zusammen aufbewahrt, handelt grob fahrlässig und haftet für den Schaden. Alberts Gegenargument, dass Karte und Schecks im Mobil in getrennten Verstecken aufbewahrt wurden, ließ das Kreditinstitut nicht gelten. Zumindest das Gepäck, so dachte Albert, sei durch seine Hausratversicherung mit abgedeckt. Schließlich hatte der Makler dies beim Vertragsabschluss zugesagt. Abermals Pech für den Familienvater, dass sich der Spezialist ganz einfach geirrt und diese Extraleistung nicht schriftlich fixiert hatte. Albert blieb schließlich auf den gesamten Kosten des Diebstahls sitzen. Doch wie kann der Reisende sein Gepäck überhaupt absichern? Schließlich nimmt eine Familie ja in den Urlaub immer einen halben Hausstand plus Freizeitequipment mit. Relativ einfach ist die Frage bei Gegenständen zu beantworten, die fest mit dem Fahrzeug verbunden sind, wie fest eingebaute Fernseher oder Videorecorder. Sie sind bei Policen der Spezialversicherer mit drin. Bei der Wahl der Versicherung lohnt es sich, die Vertragsbedingungen genau zu studieren. Gerade wenn es um die Versicherung des Mobil-inhalts geht, lassen sich die Angebote nur schwer vergleichen. Je nach Zeit des Abschlusses setzt die Hausratversicherung voraus, dass ein Fahrzeug in einem ummauerten Raum stehen muss. Ist dies nicht der Fall, wie normalerweise auf Reisen oder Campingplätzen, gibt es kein Geld.

Also scheidet diese Versicherung aus. Aus ganz ähnlichen Gründen kommen Reisegepäckversicherungen nicht in Frage. Hier gilt: Zwischen 22 und 6 Uhr besteht in Fahrzeugen kein Versicherungsschutz, wenn sie nicht in Betrieb sind. Zudem sind die Bedingungen, wie das Gepäck gesichert sein muss, so streng, dass „Sie sich die Kamera auf den Bauch binden müssen, um sie bei Diebstahl ersetzt zu bekommen“, wie Evelyn Keßler von der Stuttgarter Verbraucherzentrale erklärt. In den Fällen, in denen die Assekuranzen zahlen würden, kann eigentlich nichts gestohlen werden. Gerade bei wertvollen Gütern wie der Fotoausrüstung wird Körperkontakt verlangt. Zudem sind Ausweise, Schecks, Bargeld, tragbare Computer und andere wertvolle Gegenstände meist von der Versicherung ausgenommen. „Da müssen Sie selber durchrechnen, ob sich angesichts dieser Bedingungen die Beiträge jemals auszahlen“, gibt Versicherungsfachmann Grieble zu bedenken. Eine Möglichkeit für Reisemobilisten bieten die wenigen Spezialversicherungen, wie sie unter anderem ESV oder ADAC im Angebot haben. Diese Reisemobil-Inhaltsversicherungen decken Schäden ab, die innerhalb oder außerhalb von Campingplätzen am Reisegepäck entstehen. Doch wie überall auf dem Versicherungsmarkt liegt auch hier wieder der Teufel im Detail des Kleingedruckten. Stichwort Foto- und Videokamera: Bei ESV sind diese Geräte bis zu 3000 Euro mitversichert, beim ADAC nicht. Freizeitgeräte wie Fahrräder, Surfbretter oder Boote sind ohnehin schwer zu versichern. Ohne ein intensives Studium der Vertragsbedingungen droht also auch hier im Schadensfall ein bitterböses Erwachen. Grieble warnt: „Gerade bei Fahrrädern gibt es keine wirklich sinnvolle Versicherungslösung.“ Nur scheinbar sichern die vielen Hausratversicherungen den Drahtesel ab; bei genauerer Betrachtung finden sich indes Fußangeln im Vertrag, die einen Schadensersatz nach einem Diebstahl meist ausschließen – etwa, weil das Rad nach 22 Uhr gestohlen wurde oder weil die Entschädigungssumme nicht einmal annähernd den tatsächlichen Wert des noblen Mountain-bikes deckt. Da hilft nur eins: sich stets so zu verhalten, dass Langfinger erst gar nicht die Möglichkeit finden, sich zu bedienen.

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Datum

17. Dezember 2010
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