Alles über Caravan-Urlaub perfekt planen
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Reise-Service Fähren in Nordeuropa: Fähren des Nordens

Nordsee, Ostsee, Nordatlantik: Wohin soll die Reise gehen? CARAVANING bringt Licht ins Dunkel, nennt alle wichtigen Fährunternehmen, Fährpassagen und gibt aktuelle Tipps für ihren Wohnwagen-Urlaub.

Der Weg ist das Ziel. Dieser Leitspruch ist uns Caravanern geläufig. Wer Schiffsreisen ganz grundsätzlich genießen kann, wird diesem Motto gemäß gerne auch mal eine längere Fährpassage in seine Urlaubsplanung aufnehmen - und damit das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.

Sie mögen es aber nicht, wenn die Fähre schaukelt, und haben Angst davor, seekrank zu werden? „Fähren sind Schiffe, und Schiffe können auch mal etwas schaukeln“, räumt der Verband der Fährschifffahrt ein. Moderne Fähren seien jedoch mit Stabilisatoren ausgestattet, die eine ruhige Überfahrt gewährleisteten. Außerdem seien sie in der Regel so groß, dass sich Wellen und Seegang kaum noch bemerkbar machten.

Und dann gibt es auf See so viel zu erleben, dass eventuelle Ängste bald vergessen sind. Je nach Größe und Ausstattung der Fähre kann man zwischen mehreren Restaurants wählen, dem Casino, dem Kino oder der Bar einen Besuch abstatten, sich in Sauna oder Whirlpool entspannen, zum Einkaufsbummel aufbrechen und noch vieles mehr. Oder einfach nur die frische Seeluft schnuppern und den Möwen, den Wellen und den vorbeifahrenden Schiffen zuschauen.

Was kostet die Fähre? Ist das ein teurer Spaß?

Das kommt ganz darauf an. Den Katzensprung auf eine vorgelagerte Insel oder über einen Fjord gibts fürs Gespann inklusive Besatzung schon für Beträge im kleinen zweistelligen Bereich. Für mehrtägige Reisen auf der Fähre können auch vierstellige Summen fällig werden.

Der Preis hängt aber nicht nur von der Streckenlänge ab, sondern auch von den Fahrzeugmaßen, von Anzahl und Alter der mitreisenden Personen, dem gewünschten Übernachtungskomfort, vom Zeitpunkt, manchmal auch vom Grad der Verbindlichkeit der Buchung und davon, ob nur eine einfache Fährpassage oder zugleich auch eine Rück- oder Weiterfahrt gebucht wird.

Manche Ziele sind außer per Fähre auch über lange Umwege auf dem Land, über eine Brücke oder durch einen Tunnel erreichbar. Wenn man außer dem Sprit auch Straßen- und Brückenmaut und dergleichen in Anrechnung bringt, erweist sich die Fährpassage häufig als die günstigere Wahl.

Mit welchen Preisen muss ich rechnen?

Die in Nordeuropa aktiven Reedereien arbeiten ganz überwiegend mit flexiblen Preisen. Wer per Internet, Telefon oder im Reisebüro einen Preis für Fähren anfragt, bekommt dabei eine individuelle Auskunft, die nur im jeweiligen Moment gültig ist. Das Buchungssystem der Reederei kalkuliert die Preise je nach aktuellem und prognostiziertem Auslastungsstand der angefragten Fahrt ständig neu.

Wer auf ein bestimmtes Datum, eine bestimmte Uhrzeit für seine Passage angewiesen ist, sollte so früh wie möglich buchen, besonders wenn es sich um begehrte Termine am Wochenende oder Ferienanfang handelt.

Nebensaisonreisende, die flexibel genug sind, am Hafen auch mal ein paar Stunden oder einen Tag zu warten (und sich derweil die Zeit mit Sightseeing verkürzen), fahren mit etwas Glück bei kurzfristiger Buchung oder Ticketkauf im Hafenbüro ebenso günstig, meiden aber in jedem Fall das Storno-Risiko.

Fähren online buchen? Und wenn ja, wo am besten?

Dass online nicht gleich online ist, wurde im Fähren-Service-Artikel in unserem vorigen Service-Tipp "Fähren in Südeuropa" schon ausführlich erörtert. Hier nur so viel: Wichtig ist nicht nur der schlichte Preisvergleich, sondern auch der genaue Blick auf die jeweiligen Stornobedingungen. Diese fallen häufig bei Buchung auf der Homepage der jeweiligen Reederei weniger rigide aus als bei den Portalen.

Auch bei der Buchung von Fähren im Reisebüro sollten Sie sich die Möglichkeiten und Kosten einer Stornierung genau erläutern lassen, besonders wenn Sie schon sehr früh buchen.

Noch einmal zum Preis der Fähren. Geht's etwas konkreter?

Nehmen wir wieder unser Beispiel-Paar, 53 und 55 Jahre alt, mit einem Elf-Meter-Gespann, jetzt nur einfache Passage am 2. Mai (Recherche Ende Februar). Gesucht wurde nach dem jeweils günstigsten Tarif für die Passage. Fakultative weitere Kosten für Kabine, Pullmansessel oder Verpflegung kommen gegebenenfalls noch hinzu. Unter diesen Voraussetzungen schlägt der Hüpfer via Vogelfluglinie nach Dänemark (Puttgarden–Rødby) im ausschließlich online buchbaren „Economy“- Tarif bei Scandlines mit 80 Euro zu Buche; bei Buchung vor Ort im Hafen werden 107 Euro fällig.

Zweites Beispiel: Rostock–Trelleborg/Schweden. Bei Stena Line kostet diese Überfahrt 135 Euro, bei TT-Line im günstigsten Tarif 149 Euro – und zwar kurioserweise auf demselben Schiff namens „Skåne“. Schon ab 130 Euro gelangt man mit TT-Line übrigens von Travemünde nach Trelleborg.

Nach Norwegen geht es im dritten Beispiel: Hirtshals–Kristiansand geht bei Color Line ab 190 Euro. Fjord Line bedient die Linie erst ab 16. Mai; am 2. Mai reist man mit dieser Reederei von Hirtshals ins entferntere Stavanger ab 249 Euro; wer flexibel ist und erst zwei Tage später fährt, tut das supergünstig schon ab 69 Euro – es kann sich also sehr lohnen, bei seinen Buchungsanfragen ein wenig rechts und links zu schauen.

Auch muss die längere Strecke nicht zwangsläufig teurer sein: Die Passage Hirtshals–Kristiansand kostet bei Fjord Line am 16. Mai unter sonst gleichen Voraussetzungen mindestens 257 Euro.

Jetzt noch schnell über den Kanal. Mit DFDS Seaways gelingt dies von Dünkirchen nach Dover ab 74 Euro, von Calais nach Dover ab 80 Euro. Myferrylink bietet Calais–Dover je nach Abfahrtszeit ab 90 Euro an, 72 Euro sind es bei P & O Ferries zu ähnlich unbequemen Zeiten. Wer den Eurotunnelnutzt, zahlt ab 168 Euro für ein Gespann gleich welcher Länge und bis neun Personen.

Ab 161 Euro kostet bei Stena Line die längere Fahrt Hoek van Holland–Harwich.

Zuletzt noch eine richtig weite Tour: die einfache Passage von Hirtshals in Nordjütland nach Seydisfjödur in Island. Start am Samstag, 4. Mai, um 15 Uhr, Ankunft am Dienstag, 7. Mai, um 9 Uhr. Smyril Line bietet diese Minikreuzfahrt am Recherchezeitpunkt regulär ab 1277 Euro an, mit Zweibett- Außenkabine wären es 189 Euro mehr. Etwas günstiger wird es mit einem Aktionsangebot.

Im Fluss: Was bewegt sich bei den Routen?

Ein wenig Bewegung gibt es schon auf den nördlichen Meeren. Stena Line hat in der zweiten Jahreshälfte 2012 einige Verbindungen von Scandlines übernommen; letztere Reederei war unter Druck geraten, weil bestellte Schiffe nicht geliefert wurden und die betreffende Werft in Konkurs ging. Betroffen sind Routen nach Schweden und ins Baltikum, von denen indes nicht alle mehr bedient werden.

Ehemalige Mitarbeiter der liquidierten Seafrance haben jüngst Myferrylink begründet, die nun zwischen Dover und Calais pendelt. Einige neue Alternativen zur Kanalquerung steuert Brittany Ferries bei. Fjord Line steuert mit zwei neuen Kreuzfahrt-Fähren ab Ende Mai auch Langesund an.

Aktionen und Angebote – welche sind für Caravaner interessant?

Stena Line bietet wie im Jahr 2012 zwei organisierte Schweden-Reisemobil Rundreisen an, die auch mit einem maximal zehn Meter langen Gespann gebucht werden können.

„Rückfahr-Knaller“ heißt ein Angebot von TT-Line: ab 222 Euro nach Trelleborg und zurück für ein Fahrzeug bis sechs Meter und bis zu fünf Personen inklusive Kabine; der Längen-Zuschlag beträgt sehr moderate zehn Euro pro weiteren Meter Caravan-Gespann.

Color Line bietet ihren Gästen bei einer Reihe von Campingplätzen in Norwegen eine Ermäßigung von zehn Prozent.

Finnlines macht ein „Camper-Angebot“ ab/an Rostock, bei dem bis zu 50 Prozent des Fahrzeugpreises nachgelassen werden. Zudem gibt es Frühbucher- Angebote bis 90 Tage vor Fahrtantritt. Rundreisende profitieren ferner von Ermäßigungen auf Anschlussstrecken.

Wer nicht auf einen Reisetag festgelegt ist, kann bei DFDS Seaways an bestimmten Wochentagen auf den Routen Amsterdam–Newcastle, Esbjerg–Harwich und Kopenhagen– Oslo seinen Caravan gratis mitnehmen.

Kurzentschlossene profitieren bei DFDS Seaways noch bis 28. März mit Glück von einem Frühbucherangebot, bei dem ein bis zu 11 Meter langes Gespann aus Pkw und Caravan mit bis zu vier Personen ab 47 Euro von Dünkirchen oder Calais nach Dover und zurück speditiert wird (bis 14 Meter Länge: ab 57 Euro).

Smyril Line schippert an vier April-Terminen ein Gespann zum Preis eines kleinen Autos nach Island. Laut Reederei ist eine Ersparnis von bis zu 17 Prozent auf den regulären Reisepreis drin. Dumm nur, dass die Campingplätze auf Island erst ab Ende Mai öffnen.

Auf der nächsten Seite finden Sie alle Fährunternehmen und alle Kontaktdaten und Routen-Infos zur Buchung von Fähren.

Foto

Archiv, lunamarina/Fotolia

Datum

25. April 2013
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