Küstenstraße „Corniche d’Or“. 26 Bilder Zoom

Camping an der Côte d’Azur: Spiel der Gegensätze

Ihr weiches Licht inspirierte einst Künstler wie Picasso oder Matisse, heute verbringen hier Genießer aus aller Welt gern ihren Urlaub – die Côte d’Azur ist seit jeher ein Sehnsuchtsziel.

Blaue Stunde in Grimaud, die ockerfarbenen Fassaden der Ortschaft sind in das wundervoll weiche Licht gehüllt, das einst Künstler wie Henri Matisse und Pablo Picasso an die Côte d’Azur lockte. Hier oben in den verwinkelten Gassen wechseln sich Ateliers mit kleinen Restaurants und blumenbewachsenen Wohnhäusern ab. Über allem thront imposant die Burgruine, von der aus der Blick weit über die Bucht von Saint-Tropez geht, Hauptstadt des Savoir-vivre.

Wir sind in Frankreich an der Côte d’Azur, Ziel unserer Reise ist das auf direktem Weg rund 150 Kilometer von Grimaud entfernte Menton an der italienischen Grenze. Aber wer will hier schon ohne Umwege reisen? Schließlich ist die Natur der "azurblauen Küste", der Côte d’Azur, nur einer der vielen Vorzüge dieser Region. Dazu locken auch Orte mit klangvollen Namen wie Nizza, Antibes oder Cannes, wo wir unter Palmen flanieren und die luxuriösen Geschäfte zur Schonung der Kreditkarte besser nur von außen betrachten. Aber auch verschlafene Dörfer im Hinterland, Weinberge und Olivenhaine sind reizvolle Ziele für Reisende.

So erkunden Sie die Côte d'Azur

Am schönsten erlebt man die Region daher mit ganz viel Zeit – es gibt so vieles zu entdecken! Übrigens: Wer es ganz gemütlich angehen lassen und nicht dauernd mit dem eigenen Auto fahren will, der erkundet die Gegend von den Campingplätzen aus mit dem kostengünstigen Nahverkehr wie Bus oder Bahn. Oder lässt sich auf dem Fahrrad die Meeresluft um die Nase wehen.

Ein günstig gelegener, feiner Campingplatz lockt bei Agay nahe der Hafenstadt Saint-Raphaël. Er ist direkt in die wunderschöne Natur des Esterelmassivs eingebettet, das zum Wandern, Mountainbiken und Reiten reizt und trotz der Nähe zur magischen Küste eine Auszeit vom dortigen Trubel verschafft, Traumblicke in die Landschaft inbegriffen. Und auch unterwegs eröffnen sich immer wieder reizvolle Perspektiven. Wir rollen entlang roter Felsen, Zypressen verströmen einen angenehmen, würzigen Duft. Schroffe Felsen, an die die Wellen des tiefblauen Mittelmeers rauschen, idyllische Städtchen und spektakuläre Brücken lassen den Weg jeden Tag aufs Neue tatsächlich zum Ziel werden.

Wie das duftet...

Ein bisschen Birnensorbet, ein Hauch Lavendel und Weihrauch, dazu orientalische Rose mit etwas Ingwer: Was klingt wie ein exotischer Stilmix, ist das sensible Spiel mit den Akkorden der Duftorgel – es sind die feinen Nuancen, aus denen wir in der berühmten Parfumstadt Grasse tröpfchenweise unseren ganz persönlichen Duft zaubern. Aufgelegt wird er gleich am nächsten Tag in Gourdon, spektakulär auf einem riesigen Felsen in 758 Meter Höhe gelegen: Hier steigt ein Dorffest mit Musik, herrlicher Aussicht und vielen kleinen Ständen. Wir schnuppern an handgemachten Seifen, testen Gewürzmühlen und lassen uns Brot mit Olivenpaste bei einem Glas Wein schmecken, bevor wir das bezaubernde Städtchen mit der unglaublichen Aussicht erkunden – alles unter Beobachtung der über uns kreisenden Adler. Auf dem Rückweg Richtung Küste fahren wir dann wieder über atemberaubende, in den Fels geschlagene Gebirgsstraßen.

Am folgenden Tag wird es etwas sportlicher. Vom Campingplatz in Villeneuve-Loubet führt ein Fahrradweg ins 16 Kilometer entfernte Nizza. Die Altstadt erkunden wir zu Fuß, und auf dem berühmten Markt am Cours Saleya wird ein Vorrat an Oliven, Obst und frischem Fisch für die Campingküche gekauft. Ein paar Meter weiter fängt eine Künstlerin mit formvollendeten Pinselstrichen perfekt die Stimmung dieses Mittags ein. Eilig hat es hier niemand, Savoir-vivre eben. An einem Straßenstand erstehen wir eine lokale Spezialität, Socca de Nice, einen Fladen aus Kichererbsenmehl und Olivenöl, direkt auf die Hand. Von der Terrasse Frédéric Nietzsche des 90 Meter hohen Colline du Château genießen wir die Aussicht "Über den Dächern von Nizza", wie einst die bezaubernde Grace Kelly.

Die Strände der Côte d'Azur

Zum Baden fahren wir dann nach Villefranche-sur-Mer. Am Strand geht es kunterbunt zu, alle Nationalitäten scheinen vertreten zu sein. Im Juli und August ist die Côte d’Azur allerdings fest in französischer Hand, und es kann schwer sein, auf einem Campingplatz unterzukommen.

Kantige Klippen und weicher Sand, blaues Meer und schneeweiße Yachten, Trubel in den Städten und Ruhe im Hinterland, Luxus und Bodenständigkeit, all das lässt sich hier finden. Und wegen dieser extremen Gegensätze ist die Côte d’Azur – trotz bisweilen happiger Preise – ein tolles Ziel für einen gelungenen Campingurlaub.

Autor

Foto

Carolin Thiersch, david hughes/Fotolia (1)

Datum

23. August 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 08/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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