Côte d'Argent 12 Bilder Zoom

Reise-Tipp Frankreich: Französische Atlanikküste

Einfach abheben! Und alles hinter sich lassen. An Frankreichs Silberküste, der Côte d’Argent, gelingt das bestens. Sie vereint in unvergleichlicher Weise Aktivurlaub, Genuss und südliche Lebensart – und besitzt obendrein schöne und komfortable Campingplätze.

Die sportlichen Höhenflüge

Die Lage von „Panorama du Pyla“ ist in der Tat sehr beeindruckend: Zur einen Seite des Campingplatzes grüßen hinter den Baumwipfeln die Spitzen der spektakulären Düne von Pilat - sie ist mit 117 Metern Höhe die höchste Sanddüne Europas - zur anderen schweift der Blick aufs weite Meer und die vorgelagerten Inseln. Gleitschirmflieger zieht es wegen der ausgeprägten Steilküste hierher, auch ein Startplatz wurde eigens für sie eingerichtet. Vor allem abends bietet sich dort den Beobachtern ein prächtiges Schauspiel, wenn die Spezialisten der Lüfte vor glutrotem Firmament ihre Kreise ziehen.  

Wellenreiter indes bevorzugen andere Reviere in der Umgebung, gerne stürzen sie sich etwa in die brausenden Wogen, die das Cap Ferret umspülen. Folglich bieten die Campingplätze vor Ort, darunter der seit Jahrzehnten von deutschen Urlaubern geschätzte Le Truc Vert, entsprechenden Unterricht an. Surfschulen findet man im Übrigen auch in den bekannten Seebädern wie beispielsweise Lacanau-Océan oder Montaliver-les-Bains.  

Die renommierten Weinorte

Für Windsurfer und für alle, die es weniger stürmisch lieben, sind die zahlreichen Binnengewässer (étangs) wohl besser geeignet. Sie liegen durchweg nur wenige Kilometer von der Küste entfernt. Der größte und meistbesuchte See ist der Lac dHourtin-Carcans, er verfügt über die besten Strände und Einrichtungen. 

Louis-Gaspard Estournel, ein Winzer und Weinhändler aus Saint-Estèphe bei Bordeaux, machte Anfang des 19. Jahrhunderts eine bahnbrechende Entdeckung: Sein in Holzfässern nach Indien verschiffter Wein, der nicht verkauft werden konnte, war nach dem Rücktransport deutlich besser geworden. Diese Erkenntnis bewog ihn dazu, von nun an seine Weine ausschließlich im Eichenholzfass reifen zu lassen. Eine sehr kluge Entscheidung, die als Geburtsstunde des „Barrique-Weins“ gilt.  

Die Weine, die heute in Saint-Estèphe angebaut werden, gelten gemeinhin als etwas kräftiger im Geschmack als die von anderen Lagen auf der Médoc-Halbinsel, einer Landzunge zwischen Gironde und dem Meer. Der Ort ist Namensgeber der nördlichsten der vier Appellationen im Médoc; die anderen sind Pauillac, Saint-Julien und Margaux. Zu den Straßen, die man unbedingt befahren haben muss, zählt die „Route des Châteaux D 2“ - sie verbindet die schönsten Weinschlösser.

Die idealen Routen für Genussradler

Entdeckungstouren mit dem Rad sind ein fester Bestandteil im Urlaubsprogramm vieler Küstenbesucher. Ein engmaschiges Netz von gut ausgebauten und bes-tens gepflegten Radwegen durchzieht die Region mit ihren ausgedehnten Kiefern- und Pinienwäldern, die beim Fahren Schutz vor Wind und Sonne bieten. Die meisten Wälder ließ übrigens Kaiser Napoléon III. pflanzen, um einer weiteren Versandung der Landschaft entgegenzuwirken.

In Frankreich unterscheidet man drei Arten von Radwegen: Den „Voie verte“, den grünen Weg, dürfen auch Wanderer und Rollschuhfahrer nutzen. „Veloroute“ bezeichnet einen durchgehenden Radwanderweg; die „piste cyclable“ ist eine vom Straßenverkehr getrennte Trasse, die ausschließlich Radfans vorbehalten ist - außer an der Atlantikküste, wo sie auch Fußgängern zur Verfügung steht.

Die maritimen Gaumenfreuden    

Die südwestfranzösische Küche hat ihren ausgezeichneten Ruf unter anderem Mönchen zu verdanken, die im 19. Jahrhundert eine „Académie Gastronomique“ gründeten - mit der Absicht, ausschließlich  frische Zutaten zu verwenden sowie Gerichte und Weine perfekt aufein-ander abzustimmen. Daneben unterscheidet man noch eine Reihe von Regionalküchen, die eine Weiterentwicklung einer meist deftigen ländlichen Kost darstellen, die auch Feinschmecker überzeugt.

Im Gebiet um Bordeaux werden häufig Gerichte mit Fischen aus der Gironde angeboten, wie beispielsweise Aal (anguille) oder Lachs (saumon). Als Vorspeise schätzt man „crevettes blanches“, weiße Flussgarnelen. Probieren sollte man unbedingt auch die leckeren Wurstsorten, die ebenfalls als Vorspeise gereicht werden. Eine gefragte Spezialität im Médoc ist das „Pauillac-Lamm“. Sein spezieller Geschmack liegt in den salzhaltigen, meeresnahen Weiden begründet. Nach dem Essen oder zwischendurch isst man gerne canelés, das sind saftige kleine Kuchen.

Das Angebot an sehr guten oder sogar ausgezeichneten Weinen ist riesig. Eine Grundregel zur ersten Einschätzung lautet: Je begrenzter das Herkunftsgebiet, desto höher ist im Normalfall die Qualität des Erzeugnisses. Leider sind die Spitzenprodukte mit wohlklingenden Namen, wie etwa Pomerol, sehr teuer. Daher sollte man auch die erlesenen Tropfen von kleinen Winzern nicht außer Acht lassen.

Die Aktivitäten zu Pferd und zu Fuß

Die riesigen schattigen Wälder mit sandigen Böden sind wie geschaffen für lange Ausritte. Reiterhöfe, die Pferde vermieten und auch geführte Touren für Groß und Klein anbieten, gibt es in großer Zahl. Sie bieten ihre Dienste hauptsächlich an der Küste des Médoc und in der Umgebung des Naturparks Landes an.

Neben dem Reiten erfreut sich das Wandern sehr großer Beliebheit. Man unterscheidet verschiedene Arten von Wanderwegen. Die „Sentiers de Randonnée de Pay (PR)“ etwa kennzeichnen Kurztouren, während die gelb-rot markierten „Sentiers de Grande Randonnée de Pay“ (GRP) zu weiter entfernten Zielen führen.

Caravaning-Tipp

Winzerhochburg: Schon in galloromanischer Zeit soll es in Saint-Émilion Weinbau gegeben haben. Seinen heutigen guten Ruf verdankt das Städtchen den exzellenten Cru-Weinen, die von den Schlossgütern der Umgebung stammen. Welche am bes-ten schmecken, klärt ein Rundgang durch die schöne Altstadt mit ihren einladenden Probierstuben. www.saint-emilion-tourisme.com

Auf Bäderkurs: Der aquitanische Küstenradweg zählt gewiss zu den schönsten Strecken. Er führt von der Spitze der Médoc-Halbinsel bis nahe Bayonne - mit höchst einladenden Stationen, wie etwa dem großen Seebad Lacanau-Océan mit seiner attraktiven Strandmeile. www.tourisme-aquitaine.fr/de

Côte d'Argent kompakt

Infos - Tipps - Adressen

Anreise: Als preiswerte Alternative zu den mautpflichtigen Autobahnen empfiehlt sich die Strecke Mâcon-Montluçon (E 62) und weiter über Angouleme nach Bordeaux. Wer sich der Küste per Schiff nähern möchte, folgt der E 601, die im Hafen von Royan endet. Dort startet etwa alle 30 bis 45 Minuten eine Gironde-Fähre hinüber zur Spitze der Médoc-Halbinsel.

Sehenswürdigkeiten: Düne von Pilat - Die bis zu 117 Meter hohen Sandberge
erstrecken sich auf einer Länge von 2,7 Kilometern, sind gut 500 Meter breit und
bestehen aus ungefähr 60 Millionen Kubikmeter Sand. Verkehrsbüro La Teste
de Buch, Telefon 00 33/5 56 54 63 14,
www.tourisme-latestedebuch.fr

Leuchtturm von Cordouan
- Exakt 301 Stufen muss man erklimmen, um Europas ältesten erhaltenen Leuchtturm zu besteigen.
Bootsüberfahrten von der Pointe de la Grave. (30 Euro), www.vedettelaboheme.com

Auskunft: Atout France, Französische Zentrale für Tourismus, Postfach 10 01 28, 60001 Frankfurt am Main, Fax 0 69/74 55 56, E-Mail info.de@franceguide.com ,
www. franceguide.com und www.tourisme-aquitaine.fr

Camping-Tipps

33115 Pyla-sur-Mer: Panorama du Pyla

Terrassenanlage im Pinienwald. Startplatz für Paragleiter. Zum Strand über Treppen. Beheiztes Schwimmbad.
Standort: Route de Biscarrosse, GPS: 44°34’24’’N, 01°13’09’’W, Telefon 00 33/5 56 22 10 44, www.camping-panorama.com

33970 Cap Ferret: Le Truc Vert

Hügeliges Gelände im lichten Nadelwald, Standplätze teils auf Terrassen. Schule für Wellenreiter am Platz. Mit Gaststätte, zum Strand 300 Meter.
Standort: Route du Truc Vert, GPS: 44°42’56’’N, 01°14’35’’W, Telefon 00 33/5 56 60 89 55, www.trucvert.com

33000 Bordeaux: Bordeaux Lac

Parkähnliches Erholungsgelände mit kleinen Seen (Badeverbot) in einer Vorstadt. Restaurant mit gehobenem Angebot. Zur Haltestelle 200 Meter.
Standort: Boulevard du Parc des Expositiones, GPS: 44°53’52’’N, 00°34’58’’W, Telefon 00 33/5 57 87 70 60, www.camping-bordeaux.com

33680 Lacanau-Océan: Les Grands Pins

Sehr gut geführte Anlage im Pinienwald. Spaß- und Hallenbad, Fitnessbereich. Strandzugang (400 m).
Standort: Pénétrante Nord, GPS: 45°00’40’’N, 01°11’41’’W, Telefon 00 33/5 56 03 20 77, www.lesgrandspins.com

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

2. August 2011
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