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Reise-Tipp Grado & Udine: Italienische Momente

Italienische Momente: Abends in Grado lockt ein Bummel auf der Promenade als Belohnung für einen ereignisreichen Tag. Mit dem Caravan durch Friaul - nach Udine und in die schöne Lagunenstadt.

Wenn es Abend wird in Grado, wenn die Sonne langsam golden scheint, dann wird die Altstadt zur Kulisse für ein wunderbares Schauspiel, das den ganzen Sommer über, Tag für Tag, neu aufgeführt wird. Das Stück heißt „passeggiata“ - flaniere und genieße die Stunde. Paare schlendern durch die engen Gassen, Kinder spielen auf der Straße, und viele der Urlauber haben sich zu einem Aperitif an die verlockenden Tische der Restaurants gesetzt. Es duftet nach gegrilltem Fleisch, nach Boreto, der würzigen Fischsuppe, und nach frisch gebackenem Brot.

Grado ist eines der schönsten Fischerstädtchen an der italienischen Adria - und die Altstadt hat an diesen lauen Abenden einen ganz besonderen Zauber. Noch ist es ruhig in Grado, die Ruhe vor dem Sturm - eigentlich eine ideale Zeit, um hier Urlaub zu machen: Die Sonne ist schon kräftig genug, dass es tags-über schon mal 25 Grad warm wird und man auch abends meist draußen sitzen kann. Und das Wasser der Adria ist um diese Jahreszeit auch schon wärmer als die Nordsee im Hochsommer. Am flachen Strand freuen sich die Kinder seit eh und je über das warme Sand-Wasser-Gemisch in bester Burgenbauqualität. Die Stadt liegt auf einer bananenförmigen Insel. Vorne die offene Adria, im Osten das Mündungsdelta des Isonzo, und Triest, die Großstadt mit mehr als 200 000 Einwohnern, liegt 40 Autokilometer entfernt. Ein aufgeschütteter, fünf Kilometer langer Damm führt vom Festland auf die Insel.

Und auf der Innenseite der Banane liegt das, was Grado einzigartig macht: Die Lagune, eine 125 Quadratkilometer große Wasserfläche, die durchsetzt ist mit Inseln und Sandbänken. Ein ideales Revier für Hummer, Seezungen, Aale, Brassen, Mies-, Messer- und Jakobsmuscheln, Tintenfische - das alles gedeiht hier prächtig und bringt den Fischern schon seit Urzeiten den Lebensunterhalt. Bei Ebbe ist das Wasser an den meisten Stellen nur um die 40 Zentimeter tief, bei Flut selten mehr als einen Meter. Die Lagune hat nur etwa ein Viertel der Fläche ihrer venezianischen Schwester und ist nicht ganz so spektakulär, aber gerade dafür umso liebenswerter.

Auf den Inselchen in der Lagune stehen oft Schilfhütten, die hier Casoni genannt werden, manche windschief, manche aber liebevoll gepflegt. Das sind kleine Königreiche für die Herrscher des Meeres, die von Generation zu Generation weitervererbt werden. Bei Lagunen-Touren hat man die Möglichkeit, auch einen Blick in diese Casoni zu werfen.

Im Hinterland von Grado wächst der berühmte friaulische Wein, der beste in den Hügeln des Collio, unweit der slowenischen Grenze. Pinot Grigio, Pinot Bianco, Sauvignon Blanc, Tocai Friulano - meist schlicht und trocken ausgebaut. Viele Weingüter bieten Proben an und verkaufen direkt - die Schilder am Straßenrand weisen darauf hin. Die Villa Vitas zum Beispiel ist eines der schönen Weingüter im Hinterland. Sie liegt in Strassoldo im Anbaugebiet Friuli Aquileia. Der junge Winzer spricht gut deutsch und präsentiert gerne seine Weine. Außerdem ist die Villa Vitas auch ein sehr schönes Gebäude, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Stil einer venezianischen Villa erbaut wurde.

Beim Rebenbummeln kommen Sie auch nach Gorizia, in die Stadt am Isonzo, wo man im Zentrum mit einem Bein in Italien und mit dem anderen in Slowenien, in Nova Gorica, spazieren gehen kann - das vereinte Europa macht es möglich. Seit 2007 gibt es keine Grenzkontrollen mehr zwischen Italien und Slowenien, und der Euro ist längst auch in Nova Gorica das Zahlungsmittel.

Wenn Sie weiter Richtung Norden fahren, liegt Udine am Weg. Machen Sie bloß nicht den Fehler, diese Stadt einfach links liegen lassen. Das wäre schade, denn Udine ist ein Juwel: mit einer bezaubernden Altstadt und einigen der schönsten Plätze in Norditalien.

Zentrum ist die venezianisch geprägte Piazza della Libertà, die beherrscht wird von der Loggia del Lionello, die heute Palazzo Comunale genannt wird. Sie stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und wurde nach dem Vorbild des Dogenpalasts in Venedig gebaut. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit, und bleiben Sie in der offenen Bogenhalle. Gegenüber steht der Uhrturm aus dem Jahr 1527.

Schlendern Sie durch die arkadengesäumte Via Mercato Vecchio zur Piazza Matteotti, die umstanden ist von farbig bemalten Bürgerhäusern. Lassen Sie später den Tag ausklingen in der Spezeria Pei Santi, „der Apotheke für Gesunde“ in der Via Poscolle 13. Und genießen Sie das junge Leben in dieser schönen alten Stadt bei einem Kaffee oder einem Glas Wein.

Die Lagune ist ein ideales Revier für Hummer, Seezungen, Brassen, Mies-, Messer- und Jakobsmuscheln. Das alles gedeiht hier prächtig und kommt auch auf die Tische der Restaurants.

Genusslagen - die Weine des Friaul

Frische Säure, goldgelbe Farbe und viel Frucht - die Weißweine des Friaul genießen einen hervorragenden Ruf. Auf den trockenen, kiesigen Böden gelangen die Trauben zu vollmundiger Reife. Gemeinsam mit den milden Wintern und heißen, trockenen Sommern ergibt das perfekte Voraussetzungen für Weingenuss. Viele der friaulischen Weine tragen das Gütesiegel DOC oder DOCG, was für hohe Qualitätsstandards und garantierte Herkunft bürgt, einige der Weine erlangen mit drei Gläsern im Gambero Rosso die höchste Auszeichnung für italienische Weine. Im Collio-Weingebiet werden Wein und Region wunderbar mit traditionellen Kelter- und Anbauverfahren verbunden, die Weinberge erstrecken sich auf über 1600 Hektar im nördlichen Teil der Provinz Gorizia. Besonders empfehlenswert ist die autochthone (einheimische) Rebsorte Pinot, zu genießen etwa in Cormons, dem Hauptort des Collio.

Gute Töpfe

So schmeckt Fisch am besten - frisch aus dem Meer. In Grado ist aus den Meeresschätzen der Fischeintopf „Il Boreto“ entstanden, nach über 30 Rezepturen hergestellt und dennoch typisch im Geschmack. Ursprünglich wurde Il Boreto aus Fischresten hergestellt, und so empfiehlt es sich, das Restaurant gut auszuwählen. Die „Ristoranti del Castrum“ etwa haben sich ganz der traditionellen Gradeser Küche verschrieben und Il Boreto zu einer echten Delikatesse geadelt. www.iristorantidelcastrum.it

Im Schutz des Flussdeltas

Der Fluss Isonzo entspringt in Slowenien im Nationalpark Triglav, heißt dort Soca und mündet 140 Kilometer weiter südlich bei Monfalcone in den Golf von Triest. Im Isonzo-Delta wird der türkisblaue Strom auf den letzten 15 Kilometern vom 2400 Hektar großen Naturschutzgebiet „Isola della Cona“ gesäumt. Über 300 Vogelarten leben hier übers Jahr verteilt, zahlreiche Wasservögel nutzen die Isola als Rastplatz während ihres Durchzugs. Im Jahr 1991 wurden in den Flussniederungen Camargue-Pferde angesiedelt. Mit ihrer Hilfe werden weite Grasflächen erhalten, die wiederum vielen Vogelarten notwendige Brutgebiete bescheren. Im Besucher- und Forschungszentrum werden geführte Wanderungen und Ausritte angeboten. www.isoladellacona.it

Autor

Foto

Joachim Negwer, Comugnero Silvana

Datum

19. Mai 2011
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