Der Blick zum Brocken mit seinen Sendetuermen. 10 Bilder Zoom

Mit dem Caravan ins Harz: Ein ganz schöner Brocken

Wer den Harz bereist, muss einmal Norddeutschlands höchsten Berg erklimmen. Dann folgt der gemütliche Teil: ganz genussvoll wunderschöne Burgen, Schlösser und Fachwerkstädtchen erkunden.

Das prächtige Schloss von Wernigerode thront hoch über dem Tal, und von unten schnauft die Dampflok der Brockenbahn auf ihrem Weg hinauf zum Brocken heran, dem höchsten Gipfel des Harzes (1142 Meter). Wir machen eine kleine Entdeckungsreise kreuz und quer durch Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge mit seinen dichten Wäldern, lichten Anhöhen, bunten Fachwerkstädtchen und imposanten Schlössern. Und wir haben uns vorgenommen, den Brocken dabei nicht nur stets im Auge zu behalten, sondern auch zu erklimmen.

Unsere freundlichen Nachbarn auf dem Campingplatz in Altenau sind schon länger hier, sie schwärmen von der schönen Lage und der Landschaft, und bald stehen Campingtisch und -stühle für eine gemeinsame Partie Karten bereit. Am nächsten Tag befolgen wir dann ihren ganz persönlichen Tipp für den Aufstieg: Nach Erkundung des kleinen Orts Isenburg geht es durch das Ilsetal über einen 11,5 Kilometer langen Aufstieg hoch zum Gipfel.

Schon Heinrich Heine ist hier gewandert, nach ihm ist der Weg auch benannt. Zwischen kleinen Felsen hindurch führt der Pfad und mäandert durch schöne Buchenwälder, die von der Sonne in ein leuchtend grünes Licht getaucht werden. Stets begleitet uns das muntere Plätschern der Ilse. Nach ein paar Kilometern wandelt sich das fröhliche Glucksen des Wassers in ein veritables Donnern, und wir sind uns einig: Die Ilsefälle haben Heinrich Heine zu Recht begeistert.

Zeit für eine kleine Rast, schließlich müssen wir insgesamt rund 800 Höhenmeter bis zum Brockengipfel bewältigen. Der Ausblick von dort oben entschädigt aber für den Marsch. Auf dem Rückweg lassen wir es ruhig angehen und zuckeln ganz gemächlich in der wunderbar nostalgischen Brockenbahn wieder zu Tal.

Hollywood Drehort Harz

Nach so viel Natur darf es auch wieder etwas Stadtatmosphäre sein – und die gibt’s mit besonders schöner Kulisse in Quedlinburg. Beeindruckend ist die Stadt schon von weitem – mit ihrer mächtigen Silhouette des erhöht liegenden Quedlinburger Schlosses und der Stiftskirche St. Servatii, die übrigens einen großen mittelalterlichen Domschatz beherbergt. Keine Frage – zum Schloss müssen wir hinauf. Viele schmucke Fachwerkhäuser säumen den Aufstieg. Vor kurzem feierte Quedlinburg dank dieser Schmuckstücke sein 20-jähriges Jubiläum als Unesco-Welterbe. Über 1300 Fachwerkbauten aus sechs Jahrhunderten stehen in der Stadt. Jedes der mit ansehnlicher Patina überzogenen Häuser hat seine ganz eigene Geschichte und seinen ureigenen Charme. Damit ist die über 1000-jährige Stadt wahrlich einzigartig – selbst Hollywood-Herzensbrecher George Clooney verbrachte hier unlängst einige freie Tage. Der Harz mit seinen Burgen wird auch immer mehr zu einer beliebten Kulisse für Filmproduktionen.

So viele schöne Burgen

Und welche Burg erkunden wir nun? Nach einigem Hin und Her fällt unsere Wahl auf die geschichtsträchtige Feste Falkenstein mit ihrem sehenswerten Museum. Kaum eine andere Festung ist so gut erhalten, denn so oft sie auch belagert wurde im Laufe ihrer Geschichte – es gelang keinem Angreifer, sie zu bezwingen. Auf dem Burghof empfängt uns gleich ein beeindruckendes Schauspiel der Flugkunst: Ein prächtiger Falke stürzt sich gerade zielsicher auf seine Beute.

Zweimal täglich findet hier oben eine Falknershow statt – sehr passend zu der mittelalterlichen Szenerie der Burg. Und es gibt noch weit mehr zu entdecken, allem voran den am Ende des Zweiten Weltkriegs versteckten und erst 1991 wieder gehobenen Schatz des Falkensteins. Er wurde in einem fensterlosen Zwischengeschoss über der Burgkapelle entdeckt – und sorgte mit seinen vollständig erhaltenen 5000 wertvollen Einzelstücken für reichlich Aufsehen.

Wir schlendern weiter durch die Räume, bewundern den Rittersaal, die voll funktionstüchtige Küche und die Burgkapelle mit ihrer Schrankorgel. Vom Turm aus reicht unser Blick weit über die dichten Wälder und den mächtigen Burgberg.

Einen schönen Kontrast dazu verspricht unser nächstes Ziel, das Wetter ist nämlich zu schön, um den ganzen Tag in Ausstellungsräumen zu verbringen. Uns ist jetzt mehr nach Romantik als nach Mittelalter, deshalb fällt unsere Wahl auf die Roseburg im Ostharz, ganz in der Nähe von Ballenstedt. Wir stellen schnell fest: Sie ist eine veritable Märchenfestung. Im Schlosspark erwarten uns nicht nur Rosen, sondern auch verwunschene Winkel und von steinernen Löwen und Drachen gesäumte Wasserläufe.  Ein Spaziergang durch die Anlage entlang wilder Sträucher und Hecken und einer 100 Meter langen Wasserkaskade lohnt sich: Die Mischung aus englischem Landschaftsgarten und frühbarocker italienischer Gartenbaukunst ist einzigartig im Harz.

Putten blinzeln uns aus vielen Ecken zu, und gelegentlich kreuzt ein Pfau unseren Weg. Das 1908 fertiggestellte Areal vereint unterschiedliche Baustile aus der Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Überall duftet es nach Rosen und anderen Blumen. Im Sommer trifft man hier oft Brautpaare, die die italienischen Stilelemente der Roseburg als Fotokulisse für den schönsten Tag ihres Lebens wählen. Wir setzen uns hin, genießen Anblick und Ausblicke gleichermaßen und lassen die Minuten in zufriedenem Schweigen länger werden. Sehr charmant, sehr beschaulich und eigen ist dieser Harz – und bestens geeignet für eine geruhsame Reise mit dem Caravan.

In luftiger Höhe

Jetzt steigen wir dem Harz aufs Dach – und zwar im buchstäblichen Sinn. Seit dem 8. Mai 2015 gibt es in in Bad Harzburg den Baumwipfelpfad. Rund 1000 Meter geht es dann auf Stegen und Plattformen in mehr als 20 Meter Höhe mitten durch die Baumkronen. Neben spannenden Infos zur Tier- und Pflanzenwelt, zu Holzwirtschaft und Umwelt gibt es auch eine in Deutschland einzigartige Geologiestation, an der Besucher die Gesteinsschichten des Harzes erkunden können. Gut gedacht, gut gemacht: Der Weg ist barrierefrei angelegt. April–Oktober 9.30–18 Uhr, November–März 10–16 Uhr. www.baumwipfelpfad-harz.de

Foto

Stefanie Barth (6), Harz Camp (2), Harz Venture GmbH (1), Harzer Tourismusverband/M. Gloger (1), Harzer Tourismusverband (1)

Datum

12. Juni 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 05/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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