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Reise-Tipp Insel Fanø in Dänemark: Frische Brise

Die dänische Nordseeinsel Fanø bietet Auslauf für alle: für Drachenfreaks und Lebenskünstler, für Naturfreunde und Genießer. Sie hat Platz wie Sand am Meer und ein ganz großes Herz für Caravaner, und dabei ist sie stets hyggelig geblieben: dänisch-gemütlich.

Ein Inselchen im Wattenmeer, 16 Kilometer lang, fünf Kilometer breit, gerade mal 3200 Einwohner - das ist Fanø. Kein Wunder, dass dort jeder jeden kennt und fast alles mit allem zusammenhängt. Der Naturschützer Marco Brodde zum Beispiel kann nicht nur gut über Küstendynamik und den Zug der Singvögel erzählen, er engagiert sich auch für das kleine, feine Kunstmuseum im Bilderbuchdorf Sønderho.

Oder nehmen wir den Bernsteinschleifer Uwe Apel, einen Lebenskünstler, der mit sich und der Welt ringsherum im Reinen ist. Oder die wunderbare Malerin Margit Enggaard, deren Ausstellungen in Kopenhagen von den Royals eröffnet werden und die doch ihrer Heimat Fanø treu bleibt.

Der Reihe nach: Fanø, die nördlichste Insel im europäischen Wattenmeer, liegt 50 Kilometer von Sylt entfernt. Eine Viertelstunde nur braucht die Fähre von der Industriestadt Esbjerg bis zum beschaulichen Hauptort Nordby, und es ist doch eine Reise aus dem 21. Jahrhundert in eine vergangen geglaubte Zeit.

In Nordby und erst recht in Sønderho an der Südspitze, den beiden einzigen Dörfern, die diesen Namen verdienen, zeigen Segelschiffe auf dem Reetdach die Windrichtung an; die niedrigen Häuser, in denen früher Kapitäne oder ihre Witwen wohnten und wo hier und da noch heute die Nachfahren der alten Seemannsdynastien leben, strahlen Geborgenheit und gewachsenen Wohlstand aus. In den dänisch-bunten Gärten, die immer so sympathisch unaufgeräumt wirken, trocknet die Wäsche in der Brise.

Der Bäcker in Sønderho arbeitet nicht wesentlich anders, als es sein Großvater an gleicher Stelle getan haben mag, und Schlachter Christiansen, dem Insulaner und Stammgäste „Weltruf“ bescheinigen, hat zwar seinen legendären Laden in Nordby längst mit modernen Kühlregalen ausgerüstet, aber seine hausgemachte Wurst und seine Leberpastete schmecken wie „damals“. Und in den Gasthäusern, den Kroer, von denen der in Sønderho bei Weitem der schönste ist, hockt man hyggelig zusammen, das heißt gemütlich und mit Erinnerungen an eine große, maritim geprägte Vergangenheit.

Am langen Strand und bis in die Dünenlandschaft hinein ist reichlich Platz, so viel wie Sand am Meer. Vor fast 90 Jahren stellten hier Rennfahrer Geschwindigkeitsrekorde auf. Und noch immer dürfen Autos bis ans Wasser fahren, allerdings meist nur im Schritttempo. Die Insulaner  verteidigen diese Tradition mit dem Argument, dass man ansonsten Parkplätze bauen müsste, im Dünengürtel oder in der Heide.

Mit dem Auto am Strand

Hier kommt Marco Brodde, unser Ranger und Ornithologe, wieder ins Spiel. Er ist Naturfreund mit Herz und Seele, aber kein Dogmatiker. Die Autos am Strand, so sagt er ganz gelassen, stören das Leben im Wattenmeer nicht. Fast jeden Tag zieht der studierte Biologielehrer, der beim Fischereimuseum in Esbjerg angestellt ist, mit Spektiv und Skizzenblock durch die Botanik: Wie gehts heute den Heulern und den Kegelrobben auf den Sandbänken? Ist die Brutzeit der Austernfischer, Rotschenkel und Kiebitze vorbei?

Im Juni und Juli, wenn die ersten Zugvögel aus dem Norden auf jene gefiederten Nomaden treffen, die als letzte aus dem Süden zurückkommen, geht es hoch über Fanø und tief im Schilf bunt und lebhaft zu. Auch die Küstenlandschaft bewegt sich ständig, wenn auch nur über Jahre hinweg sichtbar: An der Südküste schrumpfen gerade mal wieder die Dünen, ein paar Kilometer weiter nördlich wachsen sie, ebenso die Sandbänke, die Marschinseln und andere Biotope.

Die Fanniker, so nennen sich die Eingeborenen, lieben ihre Gäste, die gefiederten ebenso wie die drachenverrückten, die alljährlich zum großen Drachenfestival kommen. Dazu hat die Künstlerin Margit Enggaard vor drei Jahren ein Jubiläumsplakat gemalt, ganz ohne Auftrag, das zu einem Souvenir-Renner im Turistbureau geworden ist. Und bei Marianne, der Wirtin von Nanas Stue in Sønderho, werden während der Festivaltage zu später Stunde die Tische an die Seite geräumt, und es geht ab, was in Norddeutschland Dans op de Deel heißt.

Wenn die Fans abgereist sind, fällt die kleine Ferieninsel in ihren gewohnten Rhythmus zurück. Wie der funktioniert, lässt sich in Uwe Apels enger Werkstatt im Herzen von Nordby studieren. Der Bernsteinschleifer aus Kiel hat Fanø schon vor Jahrzehnten für sich entdeckt – und er ist gleich für immer geblieben. Gemeinsam mit seiner Frau Rita, die hier geboren ist, verarbeitet er, was Urlauber und Insulaner ihm von ihren Strandspaziergängen mitbringen, zu schönem Schmuck. Mittags, wenn der Kunsthandwerker Lust auf eine Pause hat, hängt er einfach ein Schild an die Tür: „Jetzt hat meine Seele frei, geschlossen zwischen zwölf und zwei!“

Liebe zur Kunst

Dänemark ist reich an Kunsthandwerkern und Lebenskünstlern. Das kleine Fanø ist an all dem noch ein bisschen reicher als die Festlandregionen. So tragen etwa der Bernsteinschleifer Uwe Apel, die Glasbläserin Charlotte La Cour in Nordby und die Malerin Margit Enggaard zum Künstler-Image der Insel bei.

Margit etwa arbeitet und präsentiert ihre zum Teil sehr großformatigen Werke in einer Galerie, die durch ihre moderne, weiße Fassade auffällt, in der Straße Hovedgaden. Wenn sie Zeit hat, unterhält sich die Künstlerin gern mit neugierigen Besuchern. Einen Besuch wert ist auch das schnuckelige Kunstmuseum am Südende von Fanø im Herzen von Sønderho. Kunstkenner sind oft überrascht, welche Schätze das unscheinbare Haus in einem ehemaligen Kaufmannsladen bietet. Dort sind neben Werken von Holger Drachmann auch Bilder der Fanøer Künstlerkolonie zu sehen.

Heuler im Angebot

Zu den Besonderheiten der Natur auf und um Fanø gehören die Robben. Nicht selten aalen sich einige hundert von ihnen auf einer der Sandbänke im Süden der Insel. Auf Erlebnisfahrten mit dem Schiffchen, das „Sønderho“ heißt (wie das Süddorf), lassen sich die Heuler und dazu die Vogelwelt gut beobachten und fotografieren, ohne dass diese - so versichern die Experten - sich gestört fühlen. Die Touren dauern von Esbjerg aus zweieinhalb und von Fanø aus zwei Stunden. Heuler werden an der Küste alle jungen Seehunde genannt, nicht nur die, die ihre Mutter verloren haben. Sie sind als kleine Figuren aus allerlei Materialien auch beliebte Souvenirs.

Insel Fanø kompakt - Infos & Camping

DK-6710 Esbjerg: Esbjerg Camping
Gut ausgestatteter Platz auf dem Festland vor Fanø auf ebenem Wiesengelände, Standplätze durch Hecken unterteilt, von Kiefern und Laubbäumen umgeben. Streichelzoo, Outdoor-Fitness, 200 Quadratmeter großer beheizter Außenpool mit vielen Spielmöglichkeiten, Wasserrutschen, Kinderplanschbecken, Whirlpool, Minigolf, Kletterturm, Streichelzoo. Animation für Kinder (auch in deutscher Sprache). 7 ha, 220 touristische Plätze, wenig Dauercamper und Mietunterkünfte. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Gudenåvej 20, GPS 55°30’45”N, 08°23’19”O, Telefon 0045/75158822

DK-6720 Rindby/Fanø: Feldberg Familien Camping
Sehr gut ausgestatteter Platz auf ebenem Wiesengelände, durch Hecken in Einzelparzellen und größere Stellflächen unterteilt. Frisch renovierte Sanitäranlagen. zwei Minuten mit dem Auto zum Strand. Großzügig angelegter Kinderspielplatz, Outdoor-Fitnesspark, Minigolfanlage, Sportplatz, Tischtennishalle, Hundedusche, Zwergziegen und Kaninchen. 7 ha, 160 touristische Plätze, 190 Dauercamper, mehr als 30 Mietunterkünfte. Geöffnet von Ende März bis Ende Oktober.
Standort: Kirkevejen 3-5, GPS 55°25’45”N, 08°23’31”O, Telefon 0045/75163680

DK-6720 Rindby/Fanø: Feldberg Strand Camping 
Solider Platz auf ebener Wiese an der Straße zum Strand, Stellplätze durch Hecken unterteilt. Restaurant, Supermarkt und Bäckerei am Platz, ebenso ein Kinderspielplatz. 2 ha, 50 touristische Plätze, 50 Dauercamper, wenige Mietunterkünfte. Geöffnet von Ende März bis Ende Oktober.
Standort: Kirkevejen 39, GPS 55°25’23”N, 08°23’02”O, Telefon 0045/75162490

DK-6720 Rindby/Fanø: Rødgård Camping
Solide ausgestatteter Platz auf Wiesengelände, durch Hecken und Bäume in Parzellen und Stellflächen unterteilt. Restaurant und Café mit eigener Bäckerei am Platz. 500 m2 großes Spielhaus mit Abenteuer-Labyrinth für Kinder unter 12 Jahren (für Campinggäste gratis), dazu Spielplatz und Minigolfanlage. 6 ha, 150 touristische Plätze, 150 Dauercamper, rund 20 Mietunterkünfte. Geöffnet von April bis Anfang September.
Standort: Kirkevejen 13, GPS 55°25’37”N, 08°23’25”O, Telefon 0045/75163311

DK-6720 Sønderho/Fanø: Sønderho Ny Camping
Gut ausgestatteter Platz auf ebenem Wiesengelände, durch Weiden- und Pappelreihen vollständig in Nischen gegliedert. Café mit Frühstücksangebot, Schwimmbad und Sauna, Pferdevermietung, Reitunterricht, Fahrradverleih und geführte Ausritte. Kinderspielplatz, Supermarkt am Platz. 3 ha, 85 touristische Plätze, etwa ebenso viele Dauercamper, weniger als 20 Mietunterkünfte. Geöffnet von Anfang April bis Mitte Oktober.
Standort: Gammeltoft Vej 3, GPS 55°21’34”N, 08°27’51”O, Telefon 0045/75164144

Der direkte Weg nach Fanø führt über die E 45 (A 7) bis Aabenraa und von dort weiter auf der L 24 bis Esbjerg. Von dort geht mindestens alle halbe Stunde die Fähre nach Nordby auf Fanø (Preis fürs Gespann mit bis zu 9 Personen pro Hin- und Rückfahrt 400 DKK/ca. 54 Euro). Sehr schön ist es, auf dem Weg nach Esbjerg via Tønder (Tipp: eine Pause beim Schloss in Møgeltønder einlegen) an der Westküste entlang zu bummeln und einen längeren Stopp in Ribe, Dänemarks ältester Stadt mit ihrem sehenswerten Dom, zu machen. Ein Abstecher mit dem Mandøtrecker durchs Wattenmeer zur nur 7,5 Quadratkilometer großen Insel Mandø südlich von Fanø ist ebenfalls empfehlenswert.

Offizielle Adressen und Websites auf Fanø und bei Visitdenmark:

Fanø Turistbureau, Tel. 0045/70264200, www.visitfanoe.dk

Für die Fähre (mit Camper-Tarif) www.faergen.de

Dänemark allgemein www.visitdenmark.de


 

Autor

Foto

Joachim Negwer, Bernd Schiller (1)

Datum

12. September 2013
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