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Reise-Tipp Lago Maggiore: Blaues Wunder

Blaues Wunder: Begleitet von hohen Ausläufern der Südalpen erstreckt sich der Lago Maggiore wie ein breiter Fluss auf einer Länge von 65 Kilometern. Der zweitgrößte und inselreichste der Oberitalienischen Seen ist seit jeher eines der beliebtesten Urlaubsziele für Caravaner – besonders, wenn wenn hier alles blüht.

Die charmanten Uferstädte - Leise glucksen die Wellen gegen die Kaimauer. Im Hafen von Cannóbio verlässt soeben die Acht-Uhr-dreißig-Fähre die Anlegestelle mit Ziel Luino, drüben am Ost-ufer. Helles Sonnenlicht ergießt sich über die Landschaft, Möwen kreisen kreischend überm Wasser, und oben auf den höchsten Bergkuppen blinkt frischer Schnee. Kurzum: Der Frühling zieht ein am Lago Maggiore - ein immer wieder aufs Neue faszinierendes Schauspiel.  

Alsbald füllen sich die Straßencafés mit fröhlichen Menschen. Vor allem am Sonntag, wenn Markt ist auf der hübschen Piazza. Sie ist Teil der Seepromenade. Wers beschaulich mag, sollte unbedingt einmal in den weniger belebten Abendstunden durch das verschachtelte Häusergewirr ziehen mit seinen jahrhundertealten Gebäuden, wie etwa der beeindruckenden „Casa Pironi“.

Mittelpunkt von Verbánia ist ebenfalls die lange Flaniermeile am Ufer, wo ein Blütenmeer die Besucher empfängt. Zu den schönsten Renaissancekirchen der Gegend zählt „Madonna di Campagna“, die etwas außerhalb des Stadtkerns liegt. Sehr außergewöhnlich: ihre achteckige Kuppel mit Säulengalerie. Ein weiterer gern besuchter Ferienort am Westufer ist Cánnero Riviera. Hervorzuheben sind seine reizvolle Lage zwischen Wein-, Obst- und Olivenhängen sowie die einmalige Aussicht auf zwei vorgelagerte Inselburgen.

Die üppige Pflanzenpracht - Die ausgedehnten Gärten der Villa Taranto gehören zu den berühmtesten Parkanlagen in Europa. Der Schotte Neil McEacharn erwarb 1931 das Gelände in Pallanza - einem noblen Ortsteil von Verbánia -, mit dem Ziel, einen Park zu gestalten, der englische und italienische Gartenbaukunst vereint. Sieben arbeitsreiche Jahre später schenkte McEacharn das Anwesen dem italienischen Staat unter der Bedingung, seinen botanischen Garten zu erhalten und auszubauen. In dieser sorgfältig geschaffenen, höchst abwechslungsreichen Landschaft zählt man heute mehr als 20 000 heimische und exotische Pflanzenarten, davon allein über 500 Rhododendron- und etwa 300 Dahlienarten.

Dank des ausgeglichenen milden Klimas überwiegt auch in anderen geschützten Uferbereichen eine typische Mittelmeerflora. Man findet Orangen- und Zitronenbäume, Zypressen sowie hin und wieder Korkeichen und Johannisbrotbäume. Dazu eine Vielzahl an Palmen.

Die Zauberhaften Inseln - Der französische Schriftsteller Stendhal schwärmte einst von einem „der schönsten Seen des Universums“ - eine Ansicht, für die sicherlich die Inseln im Lago Maggiore die meiste Verantwortung tragen. Sie wirken wie Schiffe auf dem glitzernden Wasser. Hervorzuheben sind etwa auf Schweizer Seite die beiden Brissago-Inseln. Die größere namens San Pancrazio beherbergt einen sehenswerten botanischen Garten, die „Isola Piccola“ ist hingegen naturbelassen.

Größter Besuchermagnet im Borromäi-schen Golf ist die Isola Bella. Ihr prächtiger Barockpalast betört mit wertvollen Einrichtungsgegenständen, darunter Originalmöbel, -gemälde und -fresken aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie flämische Wandteppiche aus Seide und Gold. Der Palazzo besitzt neben den üblichen Prunksälen auch unterirdische Säle, die natürlichen Grotten nachempfunden sind. Deren Wände zieren Mosaiken. Einen ausführlichen Rundgang wert ist überdies der wie eine Stufenpyramide angelegte Garten. Mit einem herrlichen Renaissancepalast wartet indes die Isola Madre auf.

Die erlesenen Köstlichkeiten - Marco Sacco, renommierter Chefkoch im „Piccolo Lago“ in Verbánia, sagt:  „Es ist ein großes Glück, in dieser Region leben und arbeiten zu dürfen, denn die Berge und der See sind eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.“ Die Basis bilden nach wie vor die traditionellen Rezepte seines Vaters, der ihn ausgebildet hat. Doch Sacco geht neue Wege, um seine Gerichte ansprechend zu präsentieren.  

Zu den typischen Vorspeisen in der piemontesischen Küche gehört „Acciughe al bagnetto verde“: in Olivenöl, Knoblauch, Peperoncini und Basilikum marinierte Sardellen. Als ersten Gang (Primo Piatto) bestellt man gerne „Agnolotti“, das sind mit Gemüse und Fleisch gefüllte Teigtaschen in einer Sauce aus Butter, Salbei und Parmesan; oder „Gnocchi alla bava“, Kartoffelklößchen mit geschmolzenem Fontina-Käse und Sahne.

„Pollo Marengo“ ist eine gute Wahl für den zweiten Gang (Secondo). Es handelt sich hierbei um Hühnchenteile, gekocht in einem Weißwein-Gemüsesud. Die drei großen Rotweine des Piemont heißen: Barolo, Barbaresco und Barbera. Ihren Erfolg verdanken sie in erster Linie der einheimischen Rebsorte „Nebbiolo“. Aus Nebbiolo-Trester destilliert man übrigens auch einen sehr edlen, bernsteinfarbenen Grappa.

Die vielfältigen Aktivitäten - Radler lieben Rundtouren um den See, wenngleich wegen teils steiler Uferlinie kein Platz für einen durchgehenden Radweg vorhanden ist. Am besten ist die Situation im Tessiner Teil, wo eine Bilderbuchstrecke von Ascona über Locarno nach Tenero führt. Mountainbiker hingegen lieben die weiter oben gelegenen, manchmal abenteuerlichen Wege, etwa hinüber zum wunderschönen Ortasee.  

Surfer finden in der Regel bei Maccagno sowie auf der anderen Seeseite bei Cannóbio die günstigsten Winde vor. In Maccagno gibt es auch eine Kletterschule. Als bester Abflugsort für Drachenflieger gilt die Laveno-Bergstation.

Caravanning-Tipp

Rund 200 Blumenzüchter zeigen Kamelienliebhabern und Botanikfreunden vom 26. bis 27. März 2011 ihre schönsten Kreationen, darunter sehr viele seltene Sorten. Gartenkurse für Kinder und weitere Veranstaltungen - wie etwa spezielle Teeverkostungen - begleiten die 45. Kamelienausstellung in der ehrwürdigen Villa Giulia in Verbánia-Pallanza.  www.lagomaggiorefiori.it

Viele schöne Winkel gibt es auf der „Isola dei Pescatori“ zu entdecken. Sie ist die einzige Insel im See, die seit Jahrhunderten dauerhaft bewohnt ist. Dazu begeistert sie mit fantastischen Ausblicken - bis hin zu schneebedeckten Alpengipfeln.  www.derlagomaggiore.de

Lago Maggiore kompakt

Anreise: Klassisch ist der Weg über die Schweiz durch den Sankt-Gotthard-Tunnel beziehungsweise die San-Bernardino-Route. Nicht empfehlenswert hingegen für Gespanne: die Strecke über den Simplonpass via Bahnverladung Kandersteg-Goppenstein (Lötschbergbasistunnel).

Restaurant-Tipps:

Antica Stallera: Gut und günstig. Via P. Zaccheo, 7, 28822 Cannóbio, Telefon 00 39/0 32 37 15 95, E-Mail info@anticastallera.com , www.anticastallera.com

Piccolo Lago: Lokale, kreative Küche. Via Filippo Turati, 87, 28924 Verbánia-Fondotoce, Telefon 00 39/03 23 58 67 92, E-Mail h.piccololago@stresa.net , www.piccololago.it

Auskunft: Il Lago Maggiore, le sue Valli, i suoi Fiori, c/o Maggioni Tourist Marketing, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 3, 10407 Berlin, Telefon 0 30/44 04 43 98, E-Mail info@maggioni-tm.de

Camping-Tipps

Campofelice : 15 Hektar großes, gepflegtes Wiesengelände, direkt an der Verzasca-Mündung am schweizerischen Ufer. Etwa 400 Meter langer Sandstrand, dem sich eine Liegewiese anschließt. Mindestaufenthalt in der Hauptsaison drei beziehungsweise sechs Nächte. Erstklassige Ausstattung, daneben verschiedene Veranstaltungen im eigenen Zelt. Standplatz für drei Personen inklusive Warmdusche und Strom von 46 bis 101 CHF, je nach Lage und Saison.
Standort: Via alle Brere, 7, 6598 Tenero, GPS: 4610’08’’N, 0851’20’’O, Telefon 0041/9 17 45 14 17.

Residence Campagna : Durch Hecken und Bäume unterteilte, ebene  Wiese zwischen Uferstraße und See. Zirka 150 Meter langer, bis zu sechs Meter breiter Kiesstrand. Gehobene Einrichtung. Laden und Restaurant am Platz. Preise (HS): Erwachsene 9 Euro, Kinder (1 bis 4 Jahre) 5 Euro, Stellplatz 14 Euro, Strom 4 Euro, Hund 5 Euro, Zuschlag für erste Reihe am Wasser 5 Euro. Geöffnet von Ende März bis Ende Oktober. Zur Altstadt etwa 600 Meter, nach Verbánia rund 20 Kilometer.
Standort: Via Casali Darbedo, 20-22, 28822 Cannóbio, GPS: 4604’17’’N, 0841’37’’O, Telefon 0039/032370100.

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

25. Mai 2011
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