Reise-Tipp Südeuropa: Neue Fährstrecken im Mittelmeer

An kalten grauen Wintertagen erscheint eine Frühlingstour in die Sonne umso verlockender. Fähren verkürzen die gefühlte Anreisedauer und bringen Fahrzeug und Besatzung auf die mediterranen Inseln.

An kalten grauen Wintertagen erscheint eine Frühlingstour in die Sonne umso verlockender. Fähren verkürzen die gefühlte Anreisedauer und bringen Fahrzeug und Besatzung auf die mediterranen Frühlingsinseln. CARAVANING hat die aktuellen Trends recherchiert und interessante Camper-Tarife für Sie aufgespürt.

Wer die Mittelmeerinseln Korsika, Sardinien oder Elba ins Auge fasst, ist bei Moby Lines gut aufgehoben, denn der erfolgreiche Anbieter mit den bunten Schiffen schont die Urlaubskasse. Auf den Strecken nach Sardinien und Korsika gelten die so genannten „Moby-Camper-Pex-Tarife“, die seit diesem Jahr auch für einfache Fahrten buchbar sind. Einsparungen von bis zu 35 Prozent auf den Normaltarif gewährt Moby Lines Campern mit diesem Sparpaket. So kostet beispielsweise die Hin- und Rückfahrt auf den Strecken von Livorno nach Korsika oder Sardinien für ein Caravan-Gespann inklusive einer Person ab etwa 300 Euro. Bereits eingerechnet die rund 50 Euro für Hafengebühren und Treibstoffzuschläge. Der Camper- Pex-Tarif ist allerdings auf der Sardinien-Route nur für Caravans bis sieben Meter Länge verfügbar, auf der Korsika-Strecke werden bei Überlänge Aufpreise verlangt. In solchen Fällen kann es sich lohnen, parallel den Best-Car-Tarif auszuprobieren, bei dem der Zugwagen teils nur einen Euro kostet, der Caravan jedoch den Normalpreis. Camping an Bord bietet Moby Lines inzwischen nicht mehr an.

Corsica Ferries und Sardinia Ferries beschränken ihren speziellen Jackpot-Camper-Tarif auf Reisemobile. Gespannfahrer können aber immerhin von günstigen Pkw-Angeboten profitieren, die wie bei Moby Lines bereits ab einem Euro beginnen. Wichtig bei beiden Fährgesellschaften: Rechtzeitiges und geschicktes Buchen ist bares Geld wert. Parallel zur steigenden Auslastung der Schiffe steigen nämlich auch die Preise deutlich an.

Wer in der Reiseplanung flexibel ist, kann auf den jeweiligen Internetportalen, den Verfügbarkeitsstatus online einsehen und eine wenig gebuchte und damit relativ günstige Passage ausfindig machen. Freunde des Campings an Bord kommen mit dem Sardinien-Spezialanbieter Linea dei Golfi vor allem bei Nachtüberfahrten vergleichsweise günstig und bequem ans Ziel. Auf den einfach ausgestatteten, teils offenen, teils geschlossenen Frachtfähren schlafen Camper gleich doppelt gut im eigenen Bett, angesichts des eingesparten Kabinenpreises. Eine Nachtpassage Livorno–Olbia, hin und zurück, für eine Person mit Pkw bis 5 m und Wohnwagen bis 7 m Länge kostet ab 350 Euro – lediglich abhängig von der Saison.

Der auf Verbindungen nach Griechenland und Kreta spezialisierte Anbieter Minoan Lines präsentiert 2006 ein interessantes Angebot für Langzeiturlauber: Bei Temperaturen um die 15 Grad ist Griechenland bekanntlich auch in den Monaten der Nebensaison ein attraktives Reiseziel für Caravaner. Mit fast 30 Knoten befördert die griechische Reederei Freunde des Wintercampings noch bis zum 31. März 2006 zu einem Sonderpreis komfortabel und sicher von Italien nach Griechenland. Damit bietet Minoan Lines Caravaning-Urlaubern im Winter eine interessante Alternative zum Camping an Bord, das nur in den Monaten April bis Oktober angeboten wird: Statt im eigenen Fahrzeug nächtigen Urlauber mit Wintercamping-Angebot in einer Vierbett-Innenkabine.Manche Caravaner würden zwar dennoch lieber im eigenen Bett schlafen, aber zumindest versüßt der günstigere Preis den erzwungenen Umstieg in die Bordkabine. Bis zum 31. März kostet die Überfahrt nach Patras und zurück für vier Personen inklusive Fahrzeug von Ancona aus 402 Euro, ab Venedig 432 Euro.

Auch Gigant Superfast Ferries zeigt 2006 ein Herz für Camper: Hellas-Freunde profitieren von Rabattangeboten, wenn sie in der Zwischen- und Nebensaison auf Reisen gehen. In dieser Zeit zahlen Reisende für eine Innenkabine mit maximal vier Personen sowie fürs Gespann (laut Superfast-Auskunft ohne Längenbegrenzung) ab und bis Ancona lediglich 419 Euro, ab Bari wird es sogar 100 Euro billiger. Zu beiden Preisen addiert sich allerdings noch der Treibstoffzuschlag, den jetzt fast alle Fährlinien erheben. Das Angebot gilt auf den Strecken Ancona–Igoumenitsa–Patras, Ancona–Patras und Bari–Igoumenitsa–Patras.

Wer mit dem Caravan nach Dalmatien reisen möchte, kann sich ab sofort eine erhebliche Strecke des Anreiseweges von einem Fährschiff abnehmen lassen. Die italienische Reederei Enermar verkehrt von Choggia bei Venedig nach Split. Dadurch entfällt die lange Fahrt durch Slowenien und weite Teile Kroatiens. An den meisten Abfahrtstagen legt das Schiff um 19.30 Uhr in Choggia ab und erreicht Split am nächsten Morgen um 8 Uhr. Zusätzlich zur Verbindung nach Split bietet Enermar ab 2006 einen neuen Fährdienst zwischen Choggia und der kroatischen Urlaubsinsel Cres an. Reisende nach Nordafrika, und dort vor allem nach Tunesien, sollten sich die italienische Reederei Grandi Navi Veloci (GNV) vormerken: Die Italiener haben ihr Angebot auf dieser Strecke ausgebaut. Seit letztem Oktober stehen außer den bekannten Abfahrten ab Genua auch Routen ab Rom (Civitavecchia) und Palermo zur Verfügung. Die kürzeste Verbindung zwischen den zwei Ländern stellt mit einer Überfahrtszeit von zehn Stunden die Route Palermo–Tunis dar. Von Civitavecchia aus stechen die Schiffe der Reederei seit Oktober 2005 jeweils freitags um 20 Uhr in See. 24 Stunden später erreicht der Gespannurlauber dann Tunis. Wer schlau ist und Geld sparen möchte, bucht – und das gilt praktisch für alle Fährverbindungen – gleich Hin- und Rückfahrt. Bei GNV ergibt sich auf der Afrika-Route ein Preisvorteil von bis zu 35 Prozent. Mehr zahlen? Pure Verschwendung.

Autor

Datum

21. März 2006
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
  • Alle Bereiche
  • News
  • Test
  • Campingplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
  • Markt