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Reise-Tipp Valencia mit dem Caravan: Stadt der Kontraste

Spaniens drittgrößte Metropole begeistert mit einer avantgardistischen Architektur – zugleich zählt Valencias Altstadt zu den allerschönsten Europas. Auch die Region ringsum mit ihren Orangenplantagen lohnt einen geruhsamen Campingurlaub.

Es sieht so aus, als sei gerade eine Flotte außerirdischer Raumschiffe inmitten der Metropole gelandet, so ziemlich genau zwischen Mittelmeerhafen, Shoppingmalls und dem historischen Zentrum. Die Stadt Valencia, Spaniens drittgrößte Kapitale, punktet nämlich nicht nur mit einer der schönsten Altstädte Europas und riesigen Orangenplantagen ringsherum, sondern auch mit einem futuristischen Herz. Ciudad de las Artes y las Ciencias lautet der sperrige Name dieser Wunderwelt, die aus Oper, Kunstpalast, Wissenschaftsmuseum, Planetarium samt IMAX-Kino und Mega-Aquarien besteht und mit ihrer avantgardistischen Architektur einzigartig ist – wir werden sie später besuchen.

Für einen Campingurlaub ist die gesamte Region Valencia ein ideales Ziel, auch und gerade zur Vor- oder Nachsaison. Selbst im Winter sind die Temperaturen meist mild, die Sonne ist Dauergast, und über die gute Küstenautobahn ist die spanische Provinz bequem zu erreichen. Star dieser Region im Osten der Iberischen Halbinsel ist die namensgebende Hauptstadt: Valencia mit ihren rund 800 000 Einwohnern ist mit so vielfältigen Reizen gesegnet, dass sie allein schon einen längeren Aufenthalt lohnt. Der Caravan steht dabei schön auf einem der Campingplätze der Region, etwa der Anlage Devesa Gardens – von hier aus ist man schnell mit dem Auto oder per Bus in der City, oder man spaziert bequem zu Fuß durch die duftende Mittelmeervegetation in Richtung Strand; ringsherum breitet sich der Parque Natural de l’Albufera aus. Beste Bedingungen also für tolle Urlaubstage.

Es ist Freitagabend, in Valencias Innenstadt pulst das Leben. So gegen 21 Uhr geht anscheinend die ganze Bevölkerung auf die Straße. Obwohl in der Metropole durch Spaniens Wirtschaftskrise viele Menschen ohne Arbeit sind, füllen sich hunderte Restaurants und Bars mit Feierfreudigen, werden feine Tapas gereicht, dazu das erste Glas Bier, der erste Wein. Leibliche Genüsse stehen hier ganz oben auf dem Programm, so wurde vor Ort die Paella erfunden: 750 Gramm Reis, jede Menge Bohnen, ein Huhn, ein Kaninchen, zwei Dutzend Schnecken, Öl, Tomaten, Knoblauch, Safran – diese und gefühlte 364 andere Versionen gibt es, für jeden Tag im Jahr eine. Da bleibt die Caravanküche heute mal kalt, aus großen Restauranttöpfen schmeckt das traditionelle Reisgericht sicher am besten. Gegen Mitternacht, wenn alle satt sind, beginnt dann die Movida, La Marcha, der große Bummel von Bar zu Disco zu Kneipe; ältere Semester sitzen gemütlich bei Kerzenlicht in barocken Cafés. Das sind Urlaubsnächte, die man so schnell nicht vergisst.

Und die Stadt bietet noch so vieles mehr. Den riesigen Turia-Park etwa, ein ehemaliges Flussbett rund um das Zentrum, der sich wie ein grünes Band sieben Kilometer lang durchs ockerfarbene Häusermeer zieht. Den Rathausplatz mit Prunkbauten im Zuckerbäckerstil, die gotisch-barocke Kathedrale, eine große Jugendstil-Markthalle mit frischesten Waren für die Caravanküche, dazu jede Menge Ausstellungen und Museen. Den Hafen und Stadtstrand – auf der kilometerlangen Palmenallee am breiten Beach lässt es sich auch zur kühleren Jahreszeit schön flanieren, es gibt fliegende Händler und kleine Cafés, und im März gehen die ersten Badelustigen schon wieder ins Wasser.

Das Kontrastprogramm zur quirligen Metropole beginnt ein Stückchen weiter südlich. Ruderboote ziehen ruhig über glitzernde Seen, Wasservögel singen ihr Lied, Kiefernwälder und Dünen begrenzen die Region zum Meer: Der Naturpark La Albufera zählt zu Spaniens wichtigsten Feuchtbiotopen. Seine Gewässer nähren seit jeher Fischer und Reisbauern, und natürlich wird in den kleinen Gaststätten der Orte die allerbeste Paella serviert; zudem lockt ein großer Golfplatz. Ein ruhiger Tag im Park macht dann vielleicht Lust, die Region noch ein wenig mehr zu erkunden: die Küstenorte Gandía oder Sagunt etwa oder urige Dörfer wie Requena und Xàtiva in den Bergen des Hinterlands. Auch bauliche Schönheiten wie Peniscola weiter im Norden oder Urlauberhochburgen à la Dénia und Benidorm im Süden sind über die Küstenautobahn schnell erreicht.

Die wohl spektakulärste Sehenswürdigkeit Valencias aber haben wir uns für den letzten Tag aufgehoben. Star-Architekt Santiago Calatrava, Sohn dieser Stadt, hat sich mit der futuristischen Ciudad de las Artes y las Ciencias selbst ein Denkmal gesetzt, Baukosten rund 1,4 Milliarden Euro. Die schneeweiß leuchtende, biomorphe Anlage ist von blau schimmernden Wasserbecken umgeben. Mit der gewaltigen Kuppel des IMAX-Kinos L’Hemisfèric, dem walfischskelettartigen Wissenschaftsmuseum, der Aquarienwelt L’Oceanogràfic, mit 42 Millionen Liter Wasser in Arktis- und Tropenbecken zieht sie Reisende aus aller Welt an – und gilt als meistbesuchte Attraktion Spaniens, noch vor dem Prado in Madrid und Barcelonas Sagrada Família. Einer von so vielen Gründen, Valencia bald mal einen Besuch abzustatten.

Autor

Foto

Turespana/Institut für Tourismus in Spanien (5), Fotolia/lunamarina

Datum

7. Februar 2014
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