Reise-Tipp: Vulkaneifel 6 Bilder Zoom

Reise-Tipp Vulkaneifel: Es brodelt unter der Erde

Heiße Sache: Unterwegs mit dem Caravan auf der Deutschen Vulkanstraße. Eine aufregende Reise zu spektakulären Sehenswürdigkeiten in der Vulkaneifel. CARAVANING hat zusätzliche Tipps für Campingplätze.

"Guck mal, Papi, hier sind Blasen!" Wie dieser aufgeweckte Junge richtig bemerkt, entweicht ein wenig Gas aus der schlammbraunen Brühe. Für alle, die mit Spannung auf den Quellaustritt schauen, ein Hinweis dafür, dass der "Wallende Born" sogleich emporschießt.

Es handelt sich dabei um einen kalten Geysir, der in dieser Art europaweit einzigartig ist.
Ungefähr alle 35 Minuten kommt es in der kleinen Eifelgemeinde Wallenborn zu einem Ausbruch des "Brubbel", wie er im Volksmund auch liebevoll heißt. Dann spritzt urplötzlich eine meterhohe Fontäne aus der Erde. Voraussetzung für dieses verblüffende Naturschauspiel, so glauben Forscher, ist das gleichzeitige Vorkommen von Kohlendioxid und Wasser unter einer undurchlässigen Tonschicht. Das Kohlendioxid stammt vermutlich aus einer Magmakammer in großer Tiefe, von wo es durch Risse und Spalten aufsteigt.

Über 200 weitere Mineralquellen in der Umgebung von Gerolstein, Daun und Manderscheid sind ebenfalls ein sicheres Indiz dafür, dass der unterirdische Vulkanismus in dieser Mittelgebirgsregion, der sogenannten Vulkaneifel, keineswegs erloschen ist. Hier befinden sich obendrein die wichtigsten und bekanntesten Maare der Gegend, wie etwa das Weinfelder, Meerfelder oder Schalkenmehrer Maar.

Feuer und Wasser in der Vulkaneifel: Die Maarseen

Was genau ist eigentlich ein Maar? Keinesfalls, wie häufig angenommen, ein besonderer Auswurfkrater, sondern vielmehr eine runde Vertiefung, die durch eine heftige vulkanische Gasexplosion entstanden ist. Füllt sich dieses trichterähnliche Loch daraufhin mit Grund- und Oberflächenwasser, entsteht ein Maarsee.

Die Augen der Eifel - diesen poetischen Ausdruck hat die Dichterin Clara Viebig einmal für die Maare geprägt - lassen sich manchmal sogar während der Fahrt vom Wagenfenster aus bewundern. Doch es lohnt sich, auf einem der vielen Parkplätze anzuhalten und zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf eine kleine Erkundungstour zu den dunklen, oft geheimnisvoll wirkenden Gewässern aufzubrechen.

Manch Interessantes lässt sich da am Wegesrand entdecken. Am Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt, liegt zum Beispiel eine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. Einst diente sie als Pfarrkirche des Dorfes Weinfeld; dessen Bewohner wurden jedoch im 16. Jahrhundert allesamt von der Pest hinweggerafft.

Route für Entdecker: Deutsche Vulkanstraße

Seit einigen Jahren verhilft eine sorgsam ausgearbeitete touristische Route, die Deutsche Vulkanstraße, zu einem besseren Verständnis der lokalen erdgeschichtlichen Phänomene. Sie verbindet 39 Sehenswürdigkeiten rund um das Thema Eifelvulkanismus, darunter die „Lavabombe“ vor dem Erlebnismuseum in Strohn. Die 120 Tonnen schwere Basaltkugel misst im Durchmesser vier Meter.

Nach Ansicht des Diplomgeografen Dr. Andreas Schüller von der Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH hat der aktive Vulkanismus in der Eifel nur eine Verschnaufpause eingelegt. Er fügt aber beruhigend hinzu, dass neue Ausbrüche derzeit nicht zu befürchten sind. Spannend jedoch bleibt die Entdeckungstour über markante Höhenzüge und durch wildromantische Täler allemal.

Kontakt & Info:

Eifel Tourismus GmbH, Kalvarienbergstraße 1, 54595 Prüm, Telefon 06551/96560, Fax 06551/965696, E-Mail: info@eifel.info, Internet: www.eifel.info, www.geopark-vulkaneifel.de

Der besondere Tipp von CARAVANING in der Vulkaneifel:

Fesselnde Einblicke in die Entstehung von Maaren gewährt mit Hilfe moderner Medien das Maarmuseum in Manderscheid. Außerdem gibt es dort Fossilien zu bestaunen, wie etwa das berühmte Eckfelder Urpferdchen. www.maarmuseum.de

Camping-Tipps in der Vulkaneifel

54591 Prüm: Waldcamping Prüm 
Komfortable Anlage in waldreichem Tal. Zwei, durch das öffentliche Freibad getrennte Platzteile.
Standort: Prümtalstraße, GPS 50°13’07”N, 06°26’15”O, Telefon 06551/2481, Fax 06551/6555

54552 Dockweiler: Campingpark Dockweiler Mühle
Großes, parkähnlich gestaltetes Terrassengelände rund um einen Angelsee. Gaststätte am Platz.
Standort: Mühlenweg, GPS 50°15’20”N, 06°46’46”O, Telefon 0 65 95/96 11 30

54531 Manderscheid: Natur-Camping Vulkaneifel
Teils sehr große Standplätze (bis 150 qm) auf mehreren Terrassen an einem Südhang, angeschlossen an ein Feriendorf.
Standort: Herbstwiese, GPS 50°05’49”N, 06°47’52”O, Telefon 06572/92110, Fax 06572/921149

54568 Hinterhausen: Camping Eifelblick
Gut ausgestatteter Platz auf zwei Geländestufen mit prächtigem Blick auf umliegende Höhenzüge. Niederländische Leitung.
Standort: Hillenseifen 100, GPS 50°12’59”N, 06°36’19”O, Telefon 06591/678, Fax 06591/7210

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

16. April 2013
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