Alles über Wintercamping
Reise - Zell am See 23 Bilder Zoom

Mit dem Caravan nach Zell am See: So soll der Winter sein

Gletscher, Traumpisten, Musik und Berge in schönstem Winterweiß, dazu Routen für Genießer und viel Geselligkeit - das ist Wintercamping und Schneespaß pur in Zell am See und Kaprun im Salzburger Land.

Es ist einer dieser Skitage, die man für den Rest seines Lebens im Gedächtnis behält: Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, der Schnee ist perfekt. Oben auf der Schmittenhöhe (2000 Meter) herrscht Hochbetrieb, noch zweimal die schöne Sisi-Piste runter, zur Pinzgauer Hütte und mit der Kapellenbahn wieder nach oben - dann ist dringend eine Pause fällig.

Easy Living im Restaurant des Berghotels Schmitten. Es läuft La Traviata - laut, sehr laut sogar, und irgendwie passt es gut: Drüben sieht man das Kitzsteinhorn in der Sonne glänzen. Der Schnee auf den sanften Hängen des Gletschers glitzert und schimmert, die Skifahrer sehen von hier aus wie kleine Punkte. Oben schwebt ein Paraglider am bunten Schirm, und auf der Speisekarte stehen so wunderbare Dinge wie Kaspressknödel-Suppe, Pinzgauer Kasnocken, Kaiserschmarrn, aber auch Linguine mit Meeresfrüchten oder Apfelstrudel mit Vanillesoße - dazu gibts an Getränken alles, vom Almdudler über Bier, Grünen Veltliner bis zur bewährten Flirt-Starthilfe Wodka-Feige.

Camping im Skigebiet: 138 Pistenkilometer

Das Skigebiet von Zell am See und Kaprun ist damit eines der weitläufigsten im Salzburger Land und schon seit vielen Jahren sehr beliebt beim internationalen Publikum. Kein Wunder, langweilig wird der Winterurlaub hier nicht: Neben den 21 blauen, 23 roten und 13 schwarzen Pisten gibt es für Snowboarder mehrere Snowparks, einen kostenlosen Skibus, 30 gemütliche Skihütten und Jausenstationen - und für Langläufer mehr als 30 Kilometer präparierte Loipen. Eine der schönsten ist der zehn Kilometer lange Rundkurs um den zugefrorenen Zeller See.

Eine harmonische Landschaft: Hier gehen die Pinzgauer Grasberge sanft in die Kitzbüheler Alpen über. Die Berge zeigen sich von ihrer freundichen Seite: verschneite Almwiesen statt schroffer Felsen, offene Täler statt finsterer Schluchten.

Der Spaß nach dem Ski-Spaß: Après-Ski

In der Schnaps-Hans-Alm auf der Schmittenhöhe blubbert der Discjockey vor sich hin, er begrüßt vielsprachig die Skifahrer aus Dänemark, aus Katar, aus Schweden „und ganz besonders die Freunde aus den Niederlanden und aus good old Russia“. Musikalisch wechselt er lässig zwischen Mozart, Supertramp, Verdi, Wolfgang Ambros und Eminem. Schnaps-Hans, der Discjockey, ist schon längst Kult. www.schnaps-hans.at steht über seiner Discjockey-Kabine; „and, my friends, I can tell you - more than 200.000 visitors have been on my Website“, sagt er gern. Es ist ein großer Spaß, in der Sonne auf der Terrasse zu sitzen und beidem zuzuschauen: dem Spektakel auf der Piste und dem Spektakel an der Bar.

Was machen wir nachher? Unten in Zell eine Runde durch die Fußgängerzone bummeln und bei Feinkost Lumpi ein paar Spezialitäten aus der Region fürs Abendessen einkaufen? Ein Stück vom würzigen Bergkäse? Luftgetrockneter Schinken vom Pinzgauer Rind? Dazu vielleicht einen Grünen Veltliner aus der Wachau? Klingt schon mal verführerisch. Oder doch lieber ins Tauern Spa, in die neue Thermen- und Sauna-Landschaft? Wir entscheiden uns heute für die kulinarische Variante und werden morgen den neuen Wellness-Tempel testen.

Gletscherromantik in der Gipfelwelt 3000

Das Kitzsteinhorn gegenüber, über dem Bergsteigerdorf Kaprun gelegen, ist 3029 Meter hoch, ein Gletscherskigebiet, in dem man auch im März und April noch Ski fahren kann, wenn im Tal schon lange der Frühling Einzug gehalten hat.

Es gibt aber noch ein paar Gründe mehr, in drei oder vier Seilbahnsteps auf den Gipfel zu fahren: die weiten Gletscherhänge, die wunderbaren blauen und roten Pisten. Und die Gipfelwelt 3000, die vor einem Jahr eröffnet hat. Mit Kino, Panorama-Plattform und einem neuen Restaurant. Im „Cinema 3000“ genießen Zuschauer auf einer acht Meter breiten Leinwand riesige Panoramabilder und Naturstimmungen. Im Juni 2011 wurde der zweite Teil der Gipfelwelt 3000 eröffnet.

In die Mystik und Stille des Berges tauchen die Besucher mit dem Verlassen der Seilbahn und Gipfelstation ein. Der 360 Meter lange Stollen ist der Weg zur Aussichtsplattform, aber auch ein Erlebnis für sich. Im Verlauf der Strecke sind Infobereiche zu diesen Themen eingerichtet: Technik in der 3000er-Region, Tauerngold und Entstehung der Hohen Tauern. Der großartigste Ausblick am Kitzsteinhorn bietet sich von der Nationalpark Gallery am Endpunkt des Stollens. Auf der Aussichtsplattform steht man inmitten der Gipfelwelt des Nationalparks Hohe Tauern und blickt auf 30 Dreitausender, unter anderem auf Österreichs höchsten Berg, den Großglockner.

Gut erreichbar: Salzburg

Was die Anreise angeht, hat dieses Skigebiet noch einen ganz speziellen Vorteil: Es ist über Nebenstraßen ohne Maut zu erreichen, man biegt nur bei Bad Reichenhall von der Autobahn ab und fährt etwas mehr als eine Stunde über Lofer und Saalfelden nach Zell am See.

Und wenn man doch einmal genug hat vom Skifahren und vom Wintersport, dann ist Salzburg nicht weit. Einen Ausflug ist die Mozartstadt allemal wert - bummeln, shoppen, ein Konzert genießen oder ein Besuch in einem der vielen Museen. Wer im Spätwinter reist, erwischt in Salzburg vielleicht schon den Frühling: Die Sonne wärmt fleißig, und der Tag beginnt genüsslich mit einem zweiten Frühstück zum Beispiel auf der Terrasse des traditionsreichen Cafés Tomasselli am Alten Markt.

An Schneetagen aber, wenn der Himmel blau ist und das weiße Element „gführig“, dann ist es Zeit, wieder mit diesen schönen neuen Gondeln, die übrigens von Porsche-Design gestaltet worden sind, schon früh hinaufzufahren auf die Schmittenhöhe und am besten alle 29 Pisten mindestens einmal abzufahren. Zum Mittagessen muss es dann in jedem Fall wieder die Schnaps-Hans-Alm sein. Schon allein wegen des Spektakels und wegen der Musik. Man weiß zwar nie, ob gerade Mozart läuft oder Bushido oder Metallica - aber irgendwie passt es immer.

Auf der nächsten Seite: Die CARAVANING Erlebnis-Tipps, alle Infos zur Region und Wintercampingplätze im Überblick.

Autor

Foto

Joachim Negwer

Datum

9. Dezember 2011
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