Gargnano am Westufer des Gardasees 25 Bilder Zoom

Mit dem Caravan nach Oberitalien: Ewig lockt der Gardasee

Seit Urzeiten ein Traumziel für Reisende aus dem Norden, hat sich der Gardasee auch als Dorado für Windsurfer einen Namen gemacht. Und wer Ruhe sucht, kein Problem: Von den Campingplätzen am Ufer ist man schnell in den Bergen.

Die Sonne kämpft sich hinter der Spitze des 2000 Meter hohen Monte Baldo hervor, während vielerorts der Duft von frischem Kaffee über den Campingplatz zieht. Noch ist Hektik hier Fehlanzeige, doch um spätestens 11 Uhr wird es mit der Ruhe vorbei sein. Zuverlässig bläst dann der Wind, verstärkt noch durch den "Düseneffekt" zwischen den hohen Bergen im Norden des Gardasees – ein Grund dafür, dass der Ort Torbole zu den beliebtesten Revieren für Windsurfer in ganz Europa zählt.

Während es an anderen Orten an diesem 52 Kilometer langen und bis zu 346 Meter tiefen See außerhalb der Sommerferien schon etwas ruhiger zugeht, sind die Campingplätze rund um Torbole ausgebucht. Dicht an dicht stehen die Caravans hier beieinander. Was für Ruhesuchende nicht unbedingt einladend ist, gilt vielen Windsurfern alljährlich als Traumurlaub. Können sie so doch nach beendeter Surf-Session direkt mit dem Nachbarn bequem über das gemeinsame Hobby fachsimpeln, von Campingstuhl zu Campingstuhl sozusagen – man sitzt halt automatisch sehr eng beieinander.

Seit jeher gilt der Gardasee als Traumziel für Reisende aus dem Norden, auch und gerade wegen der schönen Landschaft rundum. Wer es etwas ruhiger mag, der fährt weiter in die Berge. Hier, wo statt der vielbefahrenen Uferstraße das Plätschern von Fluss und Bach und das Meckern der Ziegen zu hören ist und wo sich die Weinreben unter der Last praller Trauben biegen, sind die Wanderer, Kletterer und Mountainbiker zu Hause. Rund um den Ort Arco etwa ist es besonders schön. Das alte Kurstädtchen mit pittoreskem Burgfels samt hochgewachsenen Zypressen hoch über dem Ort ist ein idealer Ausgangspunkt zum Wandern und Radeln.

Wein und Berge rund um den Gardasee

Südöstlich davon liegt das Weinanbaugebiet Terra dei Forti, die "Erde der Burgen und Festungen", wo der Name in Anbetracht der vielen Schlösser und Wehranlagen eindeutig Programm ist. Diese Region zwischen Avio und Rivoli Veronese ist bekannt für ihre knorrigen Enantio-Rebstöcke, aus deren Trauben ein dunkelroter, kräftiger Wein entsteht. Im Weingut La Prebenda in Brentino Belluno zum Beispiel kann man – wie in vielen der umliegenden Güter auch – spontan für eine Verkostung vorbeischauen und die würzigen Aromen der guten Tropfen genießen. Klar, dass einige Flaschen auch in den Staukästen des Caravans landen.

Der Aufstieg vom Ort Cassone in das einsam gelegene Dorf Campo, das Künstler inzwischen für sich entdeckt haben, ist steil, aber absolut lohnenswert und dank des stetigen Windes auch selten allzu schweißtreibend. Auf dem Schild des kleinen Cafés dort steht: "Hier ist die Zeit stehen geblieben, daher ist die Welt hier noch in Ordnung." Und das trifft es genau. Wenn das Glöckchen erklingt, weiß der Kenner, was der Duft schon längst verraten hat: Olgas knusprige Apfelringe sind fertig. Eine Preisliste gibt es nicht, jeder zahlt, was er möchte. Und zum Abschied gibt es für alle eine herzliche Umarmung der Wirtin.

Auch wer gerne abseits der klassischen Routen auf Entdeckungsreise geht, sollte den ganz im Süden des Gardasees gelegenen Ort Sirmione auf keinen Fall verpassen. Wenn man hoch oben von der Wasserburg auf die verwinkelten Gässchen hinabschaut, mag man sich in alte Zeiten zurückversetzt fühlen. Empfehlenswert ist auch eine Sightseeing-Bootsfahrt um die Halbinsel. Allerdings braucht man etwas Geduld, um bis in die Altstadt zu gelangen: Selbst in der Nebensaison bilden sich entlang des vier Kilometer langen Damms zu den Zentrums-Parkplätzen lange Autoschlangen. Daher empfiehlt es sich, einen der Parkplätze vor dem Damm zu wählen und den Weg per Fahrrad fortzusetzen – oder man reist ganz bequem per Schiff an, beispielsweise von Desenzano.

Weiter geht es in Richtung Nordwestküste

Waghalsig in den steilen Berg gehauen, schlängelt sich die Uferstraße Gardesana Occidentale durch viele Tunnels am See entlang. Es ist ein lauer Sommerabend, Stopp am Ufer beim zauberhaften Ort Gargnano. Unser leuchtend orangefarbener, süßlich herber Spritz strahlt mit den rot gefärbten Wolken um die Wette.

Kleine Wellen würfeln die vielen Kieselsteinchen immer wieder aufs Neue durcheinander. Im Schein der Kerzen filetieren wir die saftigen, nach Rosmarin und Limone duftenden Lachsforellen – eine Spezialität hier am See – und genießen unseren letzten Abend. Der Lago di Garda hat uns mit seiner Mischung aus Alpen-Romantik, mediterraner Strandstimmung und pittoresken Orten samt ihren verwinkelten Gassen verzaubert. Kein Wunder, dass die meisten Reisenden immer wieder an den See zurückkehren.

Autor

Foto

Carolin Thiersch, djama/Fotolia, pixi123/Fotolia

Datum

22. Februar 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 2/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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