Reise: Vorarlberg 25 Bilder Zoom

Vorarlberg mit dem Caravan: Vom See zu den Bergen

Eine Panoramatour mit dem E-Bike im Montafon, ein Architekturbummel durchs Österreich und ein Bad im Bodensee – all das und noch vieles mehr passt in einen Campingurlaub in Vorarlberg.

Von Schruns nach Bartholomäberg geht’s erst mal mindestens sechs Kilometer bergauf, am Anfang langsam, dann immer heftiger und steiler. Also: Schön locker bleiben. Lässig steigen wir in die Pedale, blicken runter ins Tal und genießen die Radfahrt. Wir sind unterwegs auf der großen Panoramarunde im Montafon. Sie führt von Schruns-Tschagguns, dem Hauptort des Montafons, nach Bartholomäberg, dann weiter auf schönen Bergwegen – eine waschechte Mountainbike-Tour. Mit unseren normalen Fahrrädern, die wir hinten am Wohnwagen hängen haben, hätten wir uns das, ganz ehrlich, nicht zugetraut: Einen Nachmittag Zeit, 40 Kilometer, davon die ersten zehn stramm, nein sogar sehr stramm bergauf. Aber wir wollten mal E-Bikes testen, und dafür ist diese Bergwelt in Vorarlberg perfekt geeignet. Das Montafon ist eine Art Modell-Region für E-Bikes, es gibt eine Vielzahl von ausgewiesenen Touren, dazu eine ganze Reihe von Mietbike-Anbietern und auf den Strecken ein gutes Netz von Lade- und Akkutauschstationen. So kamen wir zu ziemlich knackigen Mountain-E-Bikes der neuesten Generation mit 29-Zoll-Rädern und den knubbeligen Ballonreifen. Es ist ein Traum: die herrlichen Berge des Montafons, Pferde auf der Weide, Ausblicke auf die Dreitausender der Umgebung und am Ende noch eine Pause im Berggasthof mit grandioser Aussicht auf das Örtchen Silbertal.

So ist das hier oft in Vorarlberg. Österreichs westlichstes Bundesland bietet auf engem Raum die große Vielfalt. Von West nach Ost misst es rund 100 Kilometer, man fährt also eineinhalb gemütliche Stunden mit dem Auto vom Bodensee ins Hochgebirge bis zu den vergletscherten Dreitausendern. Der Morgen startete schon mal nicht schlecht: mit einem Bad im Bodensee. Der Mittag führte uns auf den Berg, und heute Abend werden wir auf dem Rückweg wieder in einem der schönen Restaurants im Bregenzerwald speisen. Vorgestern waren wir im Adler in Schwarzenberg, gestern in der Krone in Au, und heute hoffen wir auf einen Tisch auf der Terrasse in der Krone in Hittisau. Wenn das so weitergeht, wird die Tour zwar nicht gerade die günstigste, aber die mit den wirklich großartigsten kulinarischen Erlebnissen.

Eine Besonderheit fällt auf bei unseren Erkundungstouren kreuz und quer durch Vorarlberg: In vielen Dörfern stehen sehr moderne Häuser zwischen den oft jahrhundertealten Bauernhöfen – und dieses Miteinander von Modern und Traditionell verträgt sich gut. Nehmen wir zum Beispiel mal Andelsbuch, eines der ältesten Dörfer im Bregenzerwald. Beim Bummel durch den Ort kann man das gleich vielfach erleben: Da prangt das markante Rathaus, ein Kubus aus Beton, Glas und Holz, direkt dahinter steht ein sehr altes hölzernes Bauernhaus, das gerade mit den typischen Vorarlberger Schindeln neu gedeckt wurde. Und schräg gegenüber befindet sich das Werkraum-Haus, ein toller, moderner Bau, der vom Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor entworfen wurde. Hier stellen die Handwerker Vorarlbergs kleine, feine Kunstwerke aus, die man auch kaufen kann. In Vorarlberg gibt es eine ausgeprägte Handwerkstradition, es gibt aber auch die modernen Architekten, die klare Formen lieben. Und, auch das muss mal gesagt sein: Es gibt vielerorts Verwaltungen, die das Ungewöhnliche zulassen.

Im Vorarlberger Alltag kann man genau das vielerorts sehen: Der islamische Friedhof in Altach, die Bushaltestellen in Krumbach, das Frauenmuseum in Hittisau, die Probstei und die Reithalle in St. Gerold – man könnte diese Liste fast endlos weiterschreiben. Kein Wunder also, dass Vorarlberg schon seit Jahren zum Pilgerziel für Architekturinteressierte geworden ist. Das Vorarlberger Architektur Institut (VAI) veranstaltet Exkursionen zum Thema und arbeitet mit den touristischen Institutionen zusammen. Jetzt gibt es sogar die neue App "Architektouren Vorarlberg", die Smartphone-Nutzer auf neun Reisewegen durchs Land führt.

Und dann natürlich Bregenz: Die Landeshauptstadt am Bodensee ist für sich schon eine Reise wert. Das Kunsthaus (KUB, übrigens ebenfalls von Architekt Peter Zumthor gebaut) ist einer der großen Schauplätze zeitgenössischer Kunst in Europa. Das Vorarlberg-Museum gleich daneben setzt sich modern und oft auch originell mit der Geschichte des Landes auseinander. Längst internationalen Rang besitzen die Bregenzer See-Festspiele, die Jahr für Jahr im Juli und August für unvergessliche Erlebnisse bei ausverkauften Rängen sorgen. In diesem Sommer wird wieder die "Zauberflöte" aufgeführt, 2015 und 2016 kommt Giacomo Puccinis Oper "Turandot" auf den See. "Seecamping" Bregenz liegt in Rad-Entfernung zum Festspielgelände.

Mit der Seilbahn werden wir morgen von Bezau aus auf die Niedere fahren, einen Berg, der mit seinen 1.604 Meter Höhe eigentlich ganz schön hoch ist. Dort gibt es einen aussichtsreichen Höhenwanderweg, der bei einem Startpunkt der Paraglider endet, die von hier oben aus hinunter nach Andelsbuch fliegen, immer mit schönem Blick auf das Dorf und die Berge. Auch hier oben gibt es eine kleine architektonische Attraktion: Die Kapelle direkt neben dem Startplatz ist komplett aus Holz gebaut. Sie sieht von außen zwar unscheinbar und grau aus, ist von innen aber eine echte Rarität. Und heute Abend suchen wir uns eine Seeterrasse am Bodensee zum Abendessen. Kann ein Urlaubstag in Vorarlberg schöner enden?

Der Rundwanderweg "Min Weag"

Einsame Bergseen glitzern wie Perlen in der Morgensonne, eine schon fast toskanisch anmutende Hügellandschaft erwartet den Wanderer, und jedes der kleinen versteckten Dörfer am Wegesrand hat seine eigene Geschichte zu erzählen: Willkommen auf dem Vorarlberger Rundwanderweg. "Min Weag" kommt aus dem Vorarlberger Dialekt und bedeutet "Mein Weg". 31 Etappen zwischen fünf und 25 Kilometer Länge umfasst der Rundwanderweg. Er führt durch fünf landschaftlich und kulturell sehr vielfältige Regionen, das Höhenprofil reicht von den sanft ansteigenden Hügeln des Bregenzerwaldes bis zu den baumlosen Hängen der Silvretta. Ob zweistündiger Spaziergang, Rundwanderung um den Vorarlberg oder eine mehrtägige Tour von Bregenz nach Feldkirch – die Wahlmöglichkeiten sind vielfältig. Wissenswertes und Infos über den Rundwanderweg samt Umgebung gibt es in der kostenlosen Vorarlberg-App. Im App-Store, Stichwort "Vorarlberg Sommertouren".

Vorarlberg Kompakt

Info & Camping

A-6883 Au: Camping Au
Einfacher Platz am Fluss. Wiesengelände mit Baumgürtel zur Bregenzer Ache. Blick auf die Berge. Schwimmbad in Au (300 m), diverse Bergwanderungen, Canyoning- sowie Paraglidingmöglichkeiten. 0,7 Hektar großer Platz mit 45 Touristenplätzen und 15 Dauercampern. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Neudorf 356,  GPS 47°18’58”N, 09°59’55”O, Telefon 0043/55152331

A-6700 Bludenz: Camping Seeberger
Komfortabler Platz mit Blick auf die Berge. Leicht geneigter, lang gezogener Wiesenstreifen mit vielen Sträuchern, Laub- und Nadelbäumen. Whirlpool mit Liegeraum, Massageangebot am Platz. 1,3 Hektar großer Platz mit 40 Touristenplätzen und 30 Dauercampern. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Obdorfweg 9, GPS 47°09’42”N, 09°49’00”O, Telefon 0043/6509795222

A-6751 Braz: Walch’s Camping
Top-Platz am Fuß des Arlbergs. Teils mit alten Obstbäumen bewachsenes, ebenes Wiesengelände bei der gleichnamigen Pension. Blick auf die Berge. Die Anlage wurde nach Feng-Shui-Kriterien gestaltet und eingerichtet. 3,5 Hektar großer Campingplatz mit 52 Touristenplätzen und 40 Dauercampern. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Arlbergstraße 93, GPS 47°08’30”N, 09°55’36”O, Telefon 0043/5552281020

A-6900 Bregenz: Seecamping Bregenz
Solide ausgestatteter Campingplatz, am Bodenseestrand gelegen. Durch einen öffentlichen Weg zweigeteiltes, ebenes Wiesengelände, mit teils hohen Laubbäumen. Blick auf Bregenz, am Bodenseeradweg gelegen, freie Platzwahl. 10 Hektar große Anlage mit 420 Touristenplätzen und 30 Dauercampern. Mitte Mai bis Mitte September geöffnet.
Standort: Hechtweg, GPS 47°30’20”N, 09°42’43”O, Telefon 0043/557471895

A-6800 Feldkirch-Gisingen: Waldcamping
Gemütliche Anlage, am Ortsrand von Feldkirch gelegen. Ebenes Wiesengelände mit hohen Bäumen sowie einem schattenlosen Bereich. Eintritt in das angeschlossene Erlebnis-Waldbad für Campinggäste kostenlos. 3 Hektar große Anlage mit 64 Touristenplätzen und 64 Dauercampern. Anfang April bis Ende Oktober geöffnet.
Standort: Stadionstraße 9, GPS 47°15’29”N, 09°35’00”O, Telefon 0043/5522760013190

A-6993 Mittelberg-Baad: Camping Vorderboden
Ruhiger Campingplatz, zwischen Mittelberg und Baad gelegen. Laub- und Nadelbaumgruppen auf leicht geneigtem Wiesengelände. Blick auf die Berge. In der Kurtaxe ist die Benutzung aller Busse des Kleinwalsertals mit inbegriffen. Mindestaufenthalt für Caravans im Juli, August und September 2 Tage. 1,2 Hektar großer Platz mit 80 Touristenplätzen. Ende Mai bis Mitte Oktober geöffnet.
Standort: Vorderboden 1, GPS 47°18’44”N, 10°08’01”O, Telefon 0043/55176138

A-6710 Nenzing: Alpencamping Nenzing
Exklusiver Fünf-Sterne-Platz mit Blick ins Tal und die Berge, von Wald umgeben. Am terrassierten Berghang angelegtes Wiesengelände mit unterschiedlich hohen Laub- und Nadelbäumen. Panorama-Sonnen-Terrasse sowie eine platzeigene Sportanlage, viele Rad- und Wanderwege sowie ein Indianerdorf am Platzrand. 3 Hektar großer Platz mit 162 Touristenplätzen und wenigen Mietunterkünften. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Garfrenga 1, GPS 47°10’57”N, 09°40’56”O, Telefon 0043/5525624910

A-6714 Nüziders: Terrassencamping Sonnenberg
Gehobener Platz mit Blick auf die 3000 Meter hohe Gebirgskulisse. Durch Laubbäume aufgelockertes, terrassiertes Wiesengelände mit teils geschotterten Stellplätzen. Unterhaltungs- und Sportprogramm, geführte Bergtouren und Naturwanderungen sowie Animation für Kinder. 1,9 Hektar große Anlage mit 120 Touristenplätzen und wenigen Mietunterkünften. Ende April bis Anfang Oktober geöffnet.
Standort: Hinteroferst 12, GPS 47°10’12”N, 09°48’28”O, Telefon 0043/555264035

A-6774 Tschagguns: Camping Zelfen
Schlichter Platz auf durch niedrige Laubbäume aufgelockertem, ebenem Wiesengelände. Mindestaufenthalt 3 Nächte, kostenlose Nutzung des Animationsprogramms im Aktivpark Montafon. 2,2 Hektar große Anlage mit 30 Touristenplätzen, von Dauercampern geprägt. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Zelfenstraße 79, GPS 47°04’03”N, 09°54’58”O, Telefon 0043/6642002326

Information

Das gut sortierte Tourismusportal Vorarlbergs informiert umfassend über die gesamte Region sowie über einzelne Themen wie Architektur und Mountainbiken – inklusive GPX-Datei mit Streckenprofilen zum Herunterladen.
A-6850 Dornbirn, Poststraße 11, Info: Tel. 0043/55723770330,  www.vorarlberg.travel

Foto

Joachim Negwer (17), Andreas Gaßner (1), Krause/Johansen (1), walser-image.com/Vorarlberg Tourismus (1), Ludwig Berchtold/Vorarlberg Tourismus (1), Friedrich Böhringer/common licens (1), Georg Schnell/Lech-Zürs Tourismus (1)

Datum

18. April 2014
5 4 3 2 1 4 5 1
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
  • Alle Bereiche
  • News
  • Test
  • Campingplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
  • Markt