Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive im Zugwagen-Test 6 Bilder Zoom

Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive im Zugwagen-Test: Der komptaktere und günstigere VW Tiguan

Der Seat Ateca ist der etwas kompaktere und günstigere Bruder des VW Tiguan. Wer auf Trailer-Assist verzichten kann spart fast 4.000 Euro. Der spanische SUV hat bis zu 2,1 t Anhängelast.

Der Ateca nutzt dieselbe Basis wie der VW Tiguan. Allerdings ist er 12,3 Zentimeter kürzer und 6,2 niedriger als der VW. Dadurch sind der Kofferraum und die Beinfreiheit auf der bequemen Rückbank etwas knapper. Auch fällt im Vergleich auf, dass der Ateca nicht ganz so hochwertig, aber ebenso solide ausgestattet und leicht bedienbar ist. Dass die Vordersitze sechs Zentimeter tiefer montiert sind als im VW, stört nicht. 

Der Testwagen trägt die mit 190 PS und 400 Newtonmeter stärkste Version des 2.0 TDI unter der Haube, die es nur mit Allrad, 7-Gang-DSG und Top-Ausstattung Xcellence gibt. Damit kostet er mindestens 35.580 Euro – knapp 4.000 Euro weniger als der Tiguan mit identischem Antriebsstrang. 

Der Seat Ateca verzichtet auf manche Assistenzsysteme

Auch die schwenkbare Anhängekupplung für 750 Euro ist identisch. An sie darf der Ateca 2,1 Tonnen hängen, die Gespannstabilisierung ist Serie, die Rangierhilfe Trailer-Assist indes gibt es, wie wenige andere Assistenzsysteme, nicht.

Die starke, sparsame Antriebseinheit macht ihren Job hervorragend – einzige Kritik: Das DSG kuppelt zögerlich ein, das Gespann kommt träge aus den Puschen. In Schwung passt jeder Gangwechsel perfekt, der sehr lang übersetzte siebte kommt dabei selten zum Einsatz. Das komfortbetonte Fahrwerk hat keine Mühe, den Caravan auf Kurs zu halten. Die Traktion ist superb, der Seat Ateca damit ein Top-Zugwagen.

  • Motor: 2.0 TDI, 140 kW (190 PS)
  • Antrieb: Permanenter Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Testwagengrund-/-endpreis: 35.580/41.445 Euro
  • Anhängelast Baureihe: 1.300 bis 2.100 kg

Fazit:

Wem der VW Tiguan zu groß und teuer ist, findet im Seat Ateca eine antriebstechnisch identische Top-Alternative. Dass es weder Rangier-Assistent noch adaptive Scheinwerfer gibt, ist der Konzernpolitik geschuldet – der Ateca muss Abstand zum Wolfsburger Bestseller-SUV halten.

Vor- und Nachteile des Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive

Motor, Getriebe und Verbrauch

+ Kraftvoller und sparsamer Dieselmotor. Schnell und situationsgerecht schaltendes Doppelkupplungsgetriebe; zuverlässiges Zurückschalten auf Gefällstrecken. Belastbare (Nass-)Anfahrkupplung.

- Zögerliches Anfahrverhalten, dann prompter Leistungseinsatz. Siebter Gang für Gespannbetrieb zu lang übersetzt.

Fahrverhalten und -komfort

+ Hervorragende Gespannstabilität und hoher Federungskomfort auch beladen und mit Anhänger. Feinfühlige Lenkung. Hohe Traktion dank schnell reagierendem Allradsystem.

- Kurzer Hecküberhang überträgt Deichselnicken spürbar auf Karosserie.

Kofferraum und Sitze

+ Ausreichend großer Laderaum mit robuster Auskleidung; Rücksitzlehnen vom Kofferraum aus umklappbar. Bequem ausgeformte Vorder- und Rücksitze. Vordersitze mit großem Verstellbereich.

- Keine 12-Volt-Steckdose im Kofferraum.

Anhängevorrichtung und -Elektrik

+ Komfortabler Schwenkmechanismus mit geringen Bedienkräften. Perfekt erreichbare Steckdose im Kugelhals. Karabiner passt durch Abreißseilöse. Dauerplusleitung ab Werk.

- Entriegelung für Schwenk-AHK kann von Gepäck verdeckt werden. Kugelkopf muss entlackt werden.

Gewichte und Zuladung

+ Hohe Anhänge- und Stützlast.

- Ab 1.000 Meter Meereshöhe und jeden weiteren 1.000 Meter Höhe zehn Prozent Reduzierung des Gespann-Gesamtgewichtes (Zugwagen plus Anhänger). Nicht klassenhöchste Anhängelast. Keine Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts im Anhängerbetrieb, dadurch wenig Zuladung.

Elektronik und Assistenzsysteme

+ Sehr gute Rückfahrkamera mit Ankuppel-Zoom, Gespannstabilisierung serienmäßig. Feinfühliger Tempomat mit Abstandsregelung. Helles LED-Licht mit Fernlichtautomatik Serie bei Ausstattung Xcellence. Leicht bedienbares Navi (1.350 Euro mit Soundsystem). Hilfreiche "Top View"-Kamera (550 Euro)

- Kein Rangierassistent lieferbar. Kein mitlenkendes (adaptives) LED-Licht. 

Technische Daten

Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 cm3, max. Drehmoment 400 Nm ab 1900/min. Abgasnorm: Euro 6.

Fahrleistungen solo

  • Beschleunigung 0–100 km/h: 7,6 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h

Verbrauch (Diesel) Liter/100 km

  • im Test solo/Gespann: 7,1/11,4
  • Norm Stadt/Land/komb.: 5,9/4,9 /5,3

Maße/Gewichte:

  • Länge/Breite/Höhe: 4.363/1.841/1.625 mm
  • Leergewicht/zul. Gesamtgewicht: 1.730/2.130 kg
  • Zuladung abgezogen Stützlast (85 kg): 315 kg
  • Anhängelast 12 %: 2.100 kg
  • Maximalgewicht des Zuges:
  • Testgewicht Zugwagen/ Caravan: 1.800/2.000 kg
  • Kofferraumvolumen: 485/1579 Liter

 

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Andreas Becker

Datum

2. Februar 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 01/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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