Peter Pfeil wollte haben, was es nicht gibt: einen Caravan mit schickem Mercedes-Design und ROADSTER PARKPLATZ. 14 Bilder Zoom

Selbstbau Wohnwagen mit Laderampe: Der passende Caravan für den Mercedes Viano

Peter Pfeil wollte haben, was es nicht gibt: einen Caravan mit schickem Mercedes-Design und Roadster-Parkplatz. Also griff der Sachse selbst zum Werkzeug und schaffte in vier Jahren ein faszinierendes Unikat.

Auch diese Geschichte hat mit Liebe zu tun. Der Liebe zu Camping, der Liebe zum schwarzen Brabus-Smart Coupé und der Liebe zu den Alpen. Diese drei Herzensangelegenheiten unter ein Dach zu bekommen war der Antrieb für dieses ambitionierte Selbstbau-Projekt.

Vor vier Jahren schaffte sich Peter Pfeil einen Mercedes Viano V6 an, um ihn auch für Campingreisen zu nutzen. Für Trips in die Schweiz, nach Österreich und nach Südtirol baute Pfeil ein Küchenmodul, ein Schrankmodul und ein Bett – natürlich alles herausnehmbar.

Es ist nur so: Auch das Smart Roadster Coupé fühlt sich in den Bergen pudelwohl. "Mit diesem Auto auf Alpenstraßen zu fahren – einfach genial!" schwärmt Peter Pfeil. "Doch von Plauen ins Hochgebirge zu gelangen heißt: 400 Kilometer Autobahn. Mit dem Smart nicht ganz so spaßig."

Mercedes Viano mit Transport-Wohnwagen

So keimte die Idee, auf der Basis eines PKW-Transportanhängers einen Caravan zu bauen, um den Roadster mitnehmen zu können. Peter Pfeil kaufte einen Doppelachser der englischen Firma Brian James.

"Man hätte relativ einfach einen Aufbau mit GFK-Sandwichplatten realisieren können, doch dann hätte man eben nur einen mehr oder weniger rechteckigen Kastenaufbau", erklärt Pfeil, dessen Ziel es war, eine Form zu realisieren, die zum Mercedes Viano passt. Also musste der Wagen flach werden, was wiederum die Konstruktion eines Hubdaches erforderte. "Die Umsetzung dieser Idee sollte sich später als eine der größeren Herausforderungen meines Vorhabens zeigen", kommentiert der Visionär. 
2012 begann der Umbau. Da Pfeil zu diesem Zeitpunkt noch berufstätig war, blieben lediglich die Wochenenden zum Werkeln. Es ging langsam voran. Dank Dämmplatten mutierte der Carport zur Werkstatt. "Der Aufbau erfolgte intuitiv, eine Konstruktionszeichnung hatte ich nicht." Ein Umstand, der im Angesicht des Ergebnisses umso bemerkenswerter ist. 

Begonnen wurde mit Stellern, die, aus Holzschichtplatten zugesägt, auf der Anhängerplattform befestigt wurden und deren Silhouette jener des Viano nachempfunden wurde. Hartschaumplatten bilden die Außenwände, die Linienführung und Rundungen entstanden durch Zuschnitt mit einem heißen Draht. Dann wurde die Oberfläche geschliffen und mit Leichtspachtelmasse geglättet. Der Rohbau wurde dann mittels GfK-Technik laminiert. Ein Schichtaufbau mit Epoxidharz und Glasfasergewebe verleiht der Konstruktion Stabilität. Sauber arbeiten hieß die Devise, um möglichst wenige Unebenheiten durch Spachteln und Schleifen glätten zu müssen.

Die Seitenfenster sind Originalscheiben des Viano, die in GfK-laminierten MDF-Platten sitzen. Die Heckklappe wurde ähnlich wie die Seitenwände hergestellt. Im Frühjahr 2015 war der Rohbau fertig, doch die Elektromechanik für Dach und Heckklappe funktionierte erst Mitte 2015. Lackiert wurde der Wagen vom Profi – im Farbton der Zugmaschine.
Im Herbst 2015 begann der Innenausbau. Im Bug des Wagens steht eine Küchenzeile mit Kühlbox und Spülbecken, daneben eine Waschmöglichkeit mit Toilette. Der Stauraum unter dem Wagenboden beherbergt Frisch- und Abwassertank. Mit Kunstleder bezogenes 3-mm-Pappelsperrholz verkleidet die Innenwände. Die Seitenstaufächer sind gerade so tief, dass der 101-PS-Flitzer dazwischen passt. Betten und Hocker sind seitlich klappbar.
Zur Bordtechnik gehört neben der 230-Volt-Einspeisung auch ein 12-V-Stromkreis mit Akku, der von Solarpanels auf dem Dach gespeist wird.

Im August dieses Jahres war das Gespann startklar. Die technische Abnahme bei der Dekra klappte auf Anhieb. Der erste Trip führte die Pfeils zum Caravan-Salon.

Mit den folgenden Zeilen schließt Peter Pfeil: "Im Nachhinein muss ich schon eingestehen, dass es etwas verrückt war, so ein Projekt als Heimwerker anzugehen. Die Arbeitsstunden habe ich nicht gezählt. Ist aber auch egal, denn das Bauen hat immer Spaß gemacht. Aber ehrlich? Vier Jahre sollte der Spaß eigentlich nicht dauern …"

Zur Person

Peter Pfeil ist 64 Jahre alt und kommt aus Plauen/Vogtland. Bis vor zwei Jahren war der Sachse im Außendienst tätig, betreute 25 Jahre lang einen Kundenstamm von Modell-baufachgeschäften. Durch das Hobby Modellbau erlangte Pfeil Kenntnisse in Sachen Kunststoffverarbeitung und GfK-Technik. "Meine Frau – ich bin seit über 40 Jahren verheiratet – unterstützte und tolerierte mein Hobby über viele Jahre. Darum war ich mir sicher, dass sie das auch für mein Großprojekt tun würde", sagt Peter Pfeil.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Peter Pfeil

Datum

10. Januar 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 12/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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