Neues Zubehör: Smart Trailer Parking 6 Bilder Zoom

Smart Trailer Parking - Die Park-App im Test: Kleine Fingerübung

Moderne Autos können schon viel selbst: einparken, Abstand halten, Gas geben, Lichter steuern oder den Straßenbelag erkennen. Nur beim Rangieren mit Anhänger ist der Fahrer auf sich allein gestellt. Eine App will nun Abhilfe schaffen. CARAVANING hat sie getestet.

Das „Smart Trailer Parking“ von ZF Lenksysteme ist ein System, mit dem der Fahrer das Gespann von außerhalb des Zugfahrzeugs, also mit bester Übersicht über das Geschehen, per Smartphone oder Tablet-PC fernsteuern kann. Auf die Mobilgeräte aller Betriebssysteme muss lediglich die „Smart Trailer Parking“-App als Steuerungssoftware aufgespielt werden.

Das Zugfahrzeug, hier ein BMW 530i, hat bereits alles an Bord, was für selbständiges Fahren nötig ist: elektromechanische Servolenkung, Automatikgetriebe, elektronisch angesteuerte Bremsen. Über das CAN-Bus-System des BMW docken die ZF-Entwickler via Blue-tooth, ebenfalls möglich wäre W-LAN, das Smartphone oder Tablet an die genannten Bauteile und die Motorsteuerung an. Überdies misst am Prototyp ein drehbarer Kugelkopf den Winkel, in dem der Caravan hinter dem Zugwagen steht. Weil drehbare Kugelköpfe denkbar schlecht für die Fahrstabilität wären, werden diese Aufgabe in Zukunft Heck- oder Seitenkameras übernehmen. Oder in festen Kugelköpfen integrierte Sensoren. Auch daran wird gearbeitet, verrät Alexander Gaedke, Leiter zentrale Forschung und Entwicklung bei ZF Lenksysteme in Schwäbisch Gmünd.

Dieses Bündel technischer Voraussetzungen ist der Grund dafür, warum Smart Trailer Parking nicht für die Nachrüstung in Frage kommt. Das Ziel, so Entwicklungsleiter Gaedke, ist, dass Automobilhersteller ihre Fahrzeuge ab Werk mit der technischen Infrastruktur für das Rangiersystem ausrüsten. Laut Gaedke kommen dafür quasi alle modernen Automatikfahrzeuge in Frage, wobei Automatikgetriebe mit verschleißfreiem Wandler etwas besser geeignet seien als Doppelkupplungsgetriebe.

Als erste Fachzeitschrift durfte CARAVANING einen eigenen Anhänger zur Präsentation des Smart Trailer Parking Systems mitbringen. Obwohl der deutlich größer ist als der kompakte Nutzanhänger, mit dem bisher praktiziert wurde, sind keinerlei Anpassungen nötig. „Über die Geschwindigkeit, mit der sich der Winkel des Caravans bei Kurvenfahrt verändert, erkennt die Elektronik automatisch die Deichsellänge“, erklärt Roland Greul, Leiter für Funktionsvernetzung bei ZF Lenksysteme.

Greul startet die Software auf dem Tablet-PC. Ein stilisiertes Gespann erscheint auf dem Bildschirm, daneben die vier Getriebestufen P, R, N und D sowie die Geschwindigkeits-Wahlknöpfe. Bei Vorwärtsfahrt sollen maximal sechs, im Rückwärtsgang zwei km/h möglich sein. Kleinste wählbare Geschwindigkeiten sind ein km/h vorwärts und 0,5 km/h rückwärts. Übrigens: Rechtlich ist der Weg frei für autonomes Fahren bis zehn km/h, wenn mehrere elektronisch vernetzte Systeme auf die Bremse einwirken. Das sei gewährleistet, so das Entwickler-Team von ZF.

Die Bedienung von Smart Trailer Parking ist tatsächlich kinderleicht: Im Vorwärtsmodus genügt es, das Autosymbol auf dem Bildschirm per Fingerspitze in die Richtung zu schieben, in die es fahren soll. Rückwärts gibt das Anhängersymbol die Richtung vor - das Zugfahrzeug denkt und lenkt automatisch gegen.

Sobald der Finger den Touchscreen berührt, setzt sich das Gespann mit der gewählten Geschwindigkeit in Bewegung. Umgekehrt bleibt das Gespann augenblicklich stehen. Übrigens auch dann, wenn die Parksensoren des Zugfahrzeugs ein Hindernis erkennen. Diese Funktion war im Prototypen noch nicht vorhanden, sei aber fertig entwickelt.

Weil Smart Trailer Parking nur in zukünftigen Auto-Baureihen kommen kann, dürften noch vier bis sieben Jahre bis zum Marktdebüt vergehen.

Fernlenk-Auto

Auch ohne Anhänger funktioniert die Fernsteuerung von ZF. Das „Smart Vehicle Parking“ funktioniert prinzipiell gleich wie die Trailer-Parking-App.

Ideal ist sie deshalb zum An- und Abkuppeln. Und natürlich zum ganz klassischen Ein- und Ausparken unter schwierigen Bedingungen.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Uli Regenscheit

Datum

19. Oktober 2013
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