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Mit Grüner Energie beim Tanken sparen: Sparen beim Fahren

Wer sein Gespann energiebewusst steuert, bekommt die Tankrechnung um bis zu 15 Prozent billiger serviert – und das auch ohne Schleichtempo.

Vor vier, fünf Jahren noch, zu guten alten DM-Zeiten, kostete ein Liter Super rund 1,43 Mark – 73 Cent in Euro gerechnet; heute schlägt die gleiche Spritqualität – ROZ 95 – mit rund 1,12 Euro zu Buch. Wer also samt Haus am Haken um die zwölf Liter pro 100 Kilometer verbraucht, zahlt dafür momentan an die 13,50 Euro – 9 Euro wären es damals gewesen.
Von Umweltbelangen abgesehen, ist das ein guter Grund mehr, den Fahrstil im Gespann noch ökonomischer, als vielleicht schon geschehen, auszurichten.

Eco-Driving, wie es im Neudeutsch heißt, muss weder die Fahrfreude schmälern noch das Vorwärtskommen bremsen – was den CARAVANING-Testern durchaus bekannt ist, denn auf der üblichen Normrunde über 170 Kilometer wird zur Verbrauchsermittlung strikt nach wirtschaftlichen Standards gefahren. Um 15 Prozent steigt der Verbrauch allerdings an, wenn bestimmte Faustregeln missachtet werden – so das Resultat eines Fahrversuchs, den die Tester vergleichsweise mit einem handgeschalteten Ford Mondeo 2.0 TDCi und einem 1500 Kilo schweren Knaus-Caravan absolvierten: Statt der (im Test, siehe Ausgabe 4/04) bei wirtschaftlicher Fahrweise ermittelten 9,2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchte der 130 PS starke Zweiliter nun satte 10,6 Liter Dieselkraftstoff.

Noch sparsamer fahren, wo mein Auto schon Mühe genug hat, die Anhängelast mit Anstand zu bewältigen, wird mancher altgediente Caravaner einwenden – geht das überhaupt? Jawohl, es geht. Und zwar auch ohne Verlust an Fahrtempo und Zuladung. Gewiss sind dies – solo wie im Gespann – mit die wichtigsten verbrauchsbestimmenden Faktoren. Doch an Schleichtempo kann dem Caravaner ebenso wenig gelegen sein wie an einer gewichtsreduzierenden Beschneidung von Urlaubsgepäck.

Auf der Verbrauchsrunde wird daher nach Möglichkeit stets so schnell gefahren wie zulässig; Zugwagen wie Caravan werden mit etwa 200 Kilo Ballast befrachtet. Motordrehzahl und Reifendruck sind bei dieser Ausgangslage die zentralen Grundlagen zu energiesparender Fahrweise (siehe auch Kästen unten). Geschaltet wird beim normalen Dahingleiten im Verkehrsstrom so früh wie möglich. Ruckeln soll der Motor natürlich nicht, doch diesen Grenzbereich lernt man schnell richtig einzuschätzen. Die Richtschnur: Kräftiges Gasgeben im großen Gang verursacht bei moderner Motorregelung weniger Verbrauch als verhaltenes Gasgeben im drehzahlbetonten kleineren Gang.

Gespanngerechte Zugkraft erreichen Benziner wie Diesel gegenüber der Solofahrt natürlich erst bei höherer Drehzahl; die liegt dennoch niedriger, als mancher Caravaner glaubt: Dem Benziner genügt nach dem Anfahren im ersten Gang meist eine Schaltdrehzahl von 2500, maximal 3000/min, dem Diesel von 2000 oder noch weniger Touren. Das ist der Bereich des besten Drehmoments, in dem es sich bei Tempo 80 ebenso flott, elastisch wie sparsam fährt; nur zum schärferen Beschleunigen sind vorübergehend höhere Drehzahlen willkommen.

Im Mondeo CDTi blieb der sechste Gang mangels ausreichender Zugkraft um 80 km/h bei der energiebewussten Fahrweise meist ungenutzt; der Fünfte dominierte dafür klar über den Vierten. Umgekehrt bei energiefressender Fahrweise: Hier kam außerorts meist der Vierte zum Einsatz, obgleich sich der Fünfte noch bei 70 bis 75 km/h angeboten hätte. Konstant und ohne unnötige Bremshektik fährt es sich nach dem Erreichen der angepeilten Geschwindigkeit besonders verbrauchsfreundlich, weshalb ein Geschwindigkeitsregler auch im Gespann zweckmäßig ist – im Zusammenwirken mit automatischer Gangwahl mehr noch als mit Schaltgetriebe. Beständiges Gasgeben, unter anderem bergauf, animiert moderne Automatikgetriebe zu vorausschauender Drehzahlüberhöhung, was im Gespann einerseits konstante Zugkraft garantiert, andererseits bisweilen länger vorgehalten wird als nötig. Dieser Verbrauchsfalle entkommt, wer den Druck aufs Gas bei der gewünschten Schaltdrehzahl lockert – auch kleinste Aktionen unterstützen das Sparen beim Fahren. Der Erfolg: 15 Prozent weniger Kraftstoffkosten.

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Datum

3. März 2005
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