Doppelachsen erhöhen Fahrstabilität, machen aber das Messen der Stützlast komplizierter 29 Bilder Zoom

Marktübersicht Tandemachser-Caravans: 89 Doppelachs-Wohnwagen im Überblick

Es gibt sie noch, die Grossen Tandemachser. Wir haben alle 89 Modelle für Sie aufgelistet und sagen Ihnen, was Sie zum Thema Vierrad-Caravans unbedingt wissen müssen.

+++ Ausführliche Listen zu den Tandemachs-Caravans mit Maßen, Preisen, Zuladung, Grundrissbeschreibung etc. finden Sie im kostenpflichtigen PDF zum Download. +++

Noch in den frühen 80er-Jahren des vergangenen Jahrtausends waren Tandemachser eher die Regel als die Ausnahme. Denn schon für ein zulässiges Gesamtgewicht von 1300 Kilogramm griffen Hersteller zu zwei zart bereiften Achsen. Nur zwölf Jahre alt ist dieser Satz aus CARAVANING: "Knapp sechseinhalb Meter Aufbaulänge und 1700 Kilo Gewicht sind die Grenze, ab der die zweite Achse nötig wird – mit leichten Abweichungen von Hersteller zu Hersteller. Das maximal mögliche Gesamtgewicht der Tandemachser liegt bei gut zwei Tonnen, in einigen Fällen auch darüber."

Ab dann wurden Rahmen, Achsen und Reifen kontinuierlich tragfähiger. Heute erreichen die Achsen von Alko, BPW und Knott Grenzen von zwei, 1,9 und zwei Tonnen – kein Grund also, ohne Not ein zweites, samt Bremsen, Felgen und Reifen rund 100 Kilogramm schweres Achsaggregat anzubauen. Oder doch?

Es gibt immer noch gute Gründe für Doppelachs-Caravans

Zum einen ist da natürlich das Gewicht, zum anderen die Aufbaulänge. Die Tabelle ab Seite 6 (siehe PDF-Download) führt nicht nur alle 89 in Deutschland verfügbaren Tandemachser von zehn Marken auf, sondern zeigt auch, wo die Hersteller jeweils die Grenzen zwischen Ein- und Zweiachsern ziehen.

Ab welcher Aufbaulänge auf zwei Achsen gesetzt wird, ist ebenso individuell wie die Gewichtsklasse. Die Gründe für die Gewichtsgrenzen sind bei den Achsenlieferanten zu suchen: Hobby kauft Achsen von Knott, wo man schon ab 1900 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse auf ein Paar setzt. Bei Caravans, die auf Chassis und Achsen von Alko und BPW (BPW: Adria, Airstream und Weinsberg) rollen, geht es ab zwei Tonnen los. Die Obergrenze liegt gemeinhin bei 2,8 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Eine Ausnahme bildet der Tabbert Cellini mit Slide-Out, für den Alko ein 3,5-Tonnen-Fahrgestell nach Mottgers liefert.

Die Doppelachse sorgt für Stabilität und Balance

Dass ab einer Gesamtlänge von zirka acht Metern eine Doppelachse zum Einsatz kommt, liegt daran, dass man einen solchen Koloss auf einer Achse nicht mehr vernünftig ausbalancieren könnte. Zudem treten bei langen Caravans größere Biegemomente auf. Je breiter sich die Rahmenholme in der Mitte abstützen können, desto weiter können sie vorn und hinten verlängert werden, ohne dass der Caravan knickt. Tatsächlich gab es in der Vergangenheit schon mal Probleme durch Biegung, was sich in "knitternden" Seitenwänden äußerte. Heute sichern sich Caravan- und Chassishersteller auch durch größere Materialstärken ab.

Weil sich das Gewicht bei Tandemachsern auf vier Reifen verteilt, genügen im Gegensatz zu den tragfähigsten Einzelachsen kleinere Reifen mit geringerer Tragkraft (Load-Index, kurz LI). Dadurch können flachere (aber längere) Radkästen eingesetzt werden, und die Boden- respektive Einstiegshöhe reduziert sich. Auch die Bremstrommeln sind kleiner als bei ähnlich schweren Einachsern. Da es aber vier gibt, müssen natürlich etwas höhere Wartungskosten einkalkuliert werden. Beispiele: Für einen Bremsenservice mit Belagwechsel werden laut Alko 300 statt 150 Euro fällig. Auch die Nachrüstung von selbstnachstellenden Bremsen, zum Beispiel die AAA-Bremse von Alko, schlägt mit 660 statt 330 Euro (Preis inklusive Einbau im Alko-Kundencenter, Teilepreis rund 190 Euro pro Achse) zu Buche – gut, dass Dethleffs, Fendt, LMC und Tabbert serienmäßig ab Werk damit ausgerüstet sind. Die ebenfalls selbstnachstellende ANS-Bremse von Knott, die auch für einige BPW-Chassis bzw. -Bremsen passt, kostet ab 220 Euro – ohne Einbau. Auch ein Reifenwechsel geht natürlich etwas stärker ins Geld. Ein Reifen des Formats 155/80 R 13 XL, wie er bei Hobby-Caravans zum Einsatz kommt, kostet zwischen 35 und 60 Euro. Tragfähige C-Reifen für einen Zweitonnen-Einachser (215/70 R 15 C, LI 109) dagegen kosten bereits zwischen 80 und 130 Euro pro Exemplar.

Autor

,

Foto

Hersteller, Bartosch, Bitsch, Heinz

Datum

17. November 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 11/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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