Verkehrs-Info Maut: Maut in Europa

Von Norwegen bis Mazedonien, von Polen bis nach Portugal – (fast) in jedem Land werden Reisemobillisten zur Kasse gebeten, wenn sie Autobahnen und ausgewählte Tunnels und Brücken benutzen wollen.

Von Norwegen bis Mazedonien, von Polen bis nach Portugal – (fast) in jedem Land werden Reisemobilisten zur Kasse gebeten, wenn sie Autobahnen und ausgewählte Tunnels und Brücken benutzen wollen. Auch wenn Deutschland in dieser Hinsicht – noch – eine Insel der Glückseligen ist, weil zumindest das Thema Mautgebühren die Mobilisten kaum scheren muss, fällt die Bilanz insgesamt ernüchternd aus: Das Autofahren ist in einigen Ländern erneut teurer geworden. In den besonders beliebten Reisezielen Italien, Frankreich und Spanien haben die Autobahngebühren auf vielen Abschnitten 2005 angezogen. Mehr dazu in der nachstehenden Übersicht.

Italien: Um bis zu zehn Prozent haben sich die Straßenbenutzungsgebühren in einzelnen Regionen verteuert. Im Vergleich zum Nachbarland Frankreich sind sie aber immer noch günstig. Rund 70 Euro kostet die Mautpassage für ein Gespann vom Brenner bis zum Stiefelabsatz, wer nur im Pkw unterwegs ist, muss etwa 15 Euro weniger einkalkulieren. Neu hinzugekommen ist die mautpflichtige Strecke der A 20 von Messina bis Buonfornello auf Sizilien. Praktisch: Die komfortable Viacard für die Autobahnen in Italien kann beim ADAC unter der Nummer 0 18 05/10 11 12 oder online unter www.adac.de bestellt werden. Eine Faustformel für die Fahrer von zweiachsigen Caravans (zu denen auch Tandemachser zählen): Sie müssen durchschnittlich 60 Prozent Aufschlag bezahlen.

Frankreich verteidigt auch 2005 seinen Ruf, ein Hochpreisland für Autobahngebühren zu sein. Zwischen zwei und vier Prozent haben dort die Preise gegenüber dem Vorjahr angezogen. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Im Süden und Südwesten sind die Preise gleich geblieben oder sogar leicht gesenkt worden. Und noch ein Trost für Gespannfahrer: Im Gegensatz zu Reisemobilisten, die oft in den teuren Kategorien 3 und 4 einsortiert werden, gilt für Caravan-Züge bis 3,5 Tonnen die (relativ) günstige Klasse 2: Eine Fahrt von der deutschen Grenze bei Mülhausen/Mulhouse bis zur spanischen Grenze kostet darin „nur“ 77,10 Euro.

Spanien hält es wie der nördliche Nachbar Frankreich und hat die Mautgebühren im Rahmen der allgemeinen Preissteigerungen angehoben. Für Anhänger wird kein Aufschlag erhoben. Gebührenfrei sind die Stadtautobahnen in Barcelona, Zaragoza und Valencia. Der Autobahnring von Madrid ist zum Teil gebührenpflichtig. Aufgepasst: Die mit „Telepeaje“ gekennzeichneten Zahlstellen sind Autofahrern vorbehalten, die in Spanien ein Bankkonto haben.

In Portugal ist das Autobahnnetz vor allem im Süden gewachsen. Lissabon und Faro sind nun mit einer mautpflichtigen Strecke miteinander verbunden. Die Reisenden sollten besonders aufpassen, wenn sie an einer Autobahnraststätte übernachten wollen, denn der Aufenthalt zwischen zwei Mautstellen ist auf zwölf Stunden begrenzt. Wer das Limit überschreitet, muss mit dem doppelten Preis rechnen.

Auf dem Weg in den Süden fahren viele Caravaner über die Schweiz. Hier ist auf Schnellstraßen für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und für Anhänger die Jahresvignette erforderlich, die nach wie vor 40 Franken (26 Euro) kostet. Gespanne können auch die Autoverladung am Lötschberg nutzen. Die Tickets für die Zugfahrt kosten zwischen 40 Franken (montags bis donnerstags) und 50 Franken (freitags bis sonntags). Beim ADAC können verbilligte Fahrkarten im Vorverkauf erworben werden. Voraussichtlich im Frühjahr 2005 wird auch die Autoverladung durch den Simplon-Tunnel zwischen Brig in der Schweiz und Iselle in Italien wieder aufgenommen.

Wohl dem, der durch Österreich fährt und das zulässige Gesamtgewicht seines Zugfahrzeugs nicht mehr als 3,5 Tonnen beträgt. Dann wird nur die Vignette (das „Pickerl“) fällig, die für zehn Tage 7,60 Euro kostet. Für Anhänger, also auch Caravans, ist kein separates Pickerl erforderlich. Indessen werden auf einer Reihe von Autobahnen noch Sondermauten erhoben. Am Arlbergtunnel beträgt die Zusatzgebühr 8,50 Euro, auf der Brennerstrecke 8 Euro, am Felbertauerntunnel 10 Euro, am Karawankentunnel 6,50 Euro bei der Fahrt von Norden nach Süden und 9,50 Euro bei der Fahrt in Gegenrichtung. Für die Benutzung der Pyhrnautobahn werden 12 Euro fällig, für die Tauernautobahn 9,50 Euro und für die Nockalmstraße 13 Euro. Die ebenfalls mautpflichtige Großglockner-Hochalpenstraße, die Silvretta-Hochalpenstraße, die Timmelsjochstraße und die Gerlos-Alpenstraße sind für Gespanne nicht geeignet oder gar gesperrt.

Wie das Nachbarland Österreich setzen auch die neuen EU-Länder Tschechien und die Slowakei auf Vignetten. Das tschechische Pickerl wird an Tankstellen und in Postämtern verkauft und kostet für zehn Tage 150 Kronen/4,80 Euro (Fahrzeuge oder Gespanne bis 3,5 Tonnen). 150 Kronen (3,80 Euro) kostet die Grundvignette in der Slowakei – sie gilt freilich für 15 Tage. In beiden Ländern gilt, dass für Anhänger und damit auch für Wohnwagen keine eigene Vignette erforderlich ist – es muss jedoch dessen Gewicht zum Zugfahrzeug hinzugerechnet werden. Liegt es über 3,5 Tonnen, verdreifacht sich die Mautgebühr in Tschechien, und in der Slowakei wird es sogar fünfmal so teuer.

Kassiert wird auch im Nachbarland Ungarn, wo die Benutzung der Autobahnen M1, M3, M5 und M7 gebührenpflichtig ist. Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen fallen dort unter die Kategorie D1, für die für eine Zehn-Tage-Vignette 200 Forint (7,20 Euro) fällig werden. Für Transitreisende gibt es in dieser Klasse sogar ein Sonderangebot: eine Vier-Tage-Vignette. Vom 1. Mai bis zum 30. September kostet sie 1270 Forint (4,60 Euro); danach sogar nur 970 Forint (3,50 Euro). Die Vignetten werden an den Grenzübergängen, in Tankstellen und Postämtern sowie beim ungarischen Automobilclub MAK verkauft.

Auf streckenbezogene Mauten setzen dagegen die Länder im ehemaligen Jugoslawien. In Slowenien kostet die Passage für ein Caravan-Gespann von der österreichischen Grenze bei Granz bis zur Adria rund 3000 Tolar (11,30 Euro). Die Maut kann in Euro bezahlt werden – das Wechselgeld gibt es aber nur in der Landeswährung. In Kroatien kann man von Zagreb nach Split nun fast durchgängig auf der Autobahn fahren. Caravaner müssen dafür 210 Kuna (etwa 26 Euro) einkalkulieren. Vorsicht in Serbien und Montenegro: Wer dort auf die Autobahn fährt und mit Euro bezahlen möchte, muss einen saftigen Aufschlag von 20 Prozent in Kauf nehmen. Die Fahrt auf dem legendären Autoput kostet mit dem Gespann rund 2000 Dinar (etwa 25 Euro). Gebührenpflichtig sind auch die Autobahnen und Schnellstraßen in Mazedonien. Für Pkw und Gespanne sind in Bulgarien Vignetten vorgeschrieben. Sie kosten in der Sieben-Tage-Variante 5 Euro.

In Polen ist die Benutzung der Autobahnen A4 von Kattowitz nach Krakau sowie der A2 zwischen Frankfurt/Oder und Warschau auf dem Abschnitt Wrzesnia-Konin gebührenpflichtig. Auf beiden Autobahnen kostet es für Pkw und Kombinationen 10 Zloty (2,60 Euro).

Neu ist in Griechenland die Brücke zwischen dem Peloponnes und dem Festland bei Patras. Der Brückenzoll beträgt für einen Pkw mit Anhänger 15 Euro. Die Mautgebühr für die Fahrt von Athen bis nach Thessaloniki beträgt 14 Euro für ein Gespann.

Eine ganz besondere Form der Maut gibt es in Großbritannien. Für die Einfahrt in die Londoner Innenstadt wird von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18.30 Uhr die so genannte Congestion Charge fällig – 5 Pfund (7,20 Euro) pro Tag. Darüber hinaus wird auch noch für einige Brücken und Tunnels eine Gebühr erhoben. Grundsätzlich ist die Benutzung des Autobahnnetzes aber frei.

„Bompenger“ heißt es immer wieder, wenn in Norwegen Maut verlangt wird. Etliche Fernstraßen, Brücken und Tunnels, aber auch ganze Städte dürfen nur gegen Bezahlung befahren werden. Nicht gerade billig ist die Passage der Brücken-Tunnel-Verbindung zur Nordkap-Insel. Für Fahrzeuge und Gespanne bis zu 3,5 Tonnen kostet sie 186 Kronen (23 Euro).

Sechs Meter Länge sind auch für Caravaner das Maß der Dinge in Dänemark. Für Fahrzeuge und Gespanne, die unter dieser Marke bleiben und bis maximal 3,5 Tonnen wiegen, kostet die Fahrt über den Großen Belt 250 Kronen (34 Euro); für längere Autos oder Kombinationen werden 380 Kronen (51 Euro) verlangt. Liegt das Gewicht über 3,5 Tonnen, verteuert es sich auf 630 Tonnen (84 Euro).

Stattliche Tarife gelten auch für die Tunnel-Brücken-Kombination über den Öresund zwischen Kopenhagen und Malmö in Schweden: Für ein Auto oder ein Gespann bis sechs Metern werden 235 (dänische) Kronen/32 Euro berechnet. Die Urlaubskasse der Fahrer von längeren Fahrzeugen oder Gespannen wird mit 470 Kronen (63 Euro) belastet.

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Datum

16. April 2005
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