Ganz schön heiß hier, starte doch schon mal die Klimaanlage. 11 Bilder Zoom

Bordelektronik im Caravan: So funktioniert der vernetzte Caravan

Immer komplexere Elektronik und die Internetanbindung halten Einzug im Wohnwagen. Erleichtert all dies wirklich das Camperleben? Wir erklären, wie der vernetzte Caravan funktioniert.

Wenn bei einem Informationsgespräch im Vorfeld eines Caravankaufs plötzlich die Rede von einem Bus ist, könnte dies für manchen Kunden etwas verwirrend sein. Insider wissen vielleicht, dass es dann um das Binary Unit System – kurz BUS – gehtund nicht um den öffentlichen Nahverkehr. 

Tatsächlich nutzen immer mehr Wohnwagenmodelle die BUS-basierte Bordtechnik, um Heizung, Licht oder Klimaanlage von einem zentralen Punkt aus über ein Bedienpanel zu steuern und alle wichtigen Informationen von der Außentemperatur bis hin zum Tankfüllstand abzufragen. Hinzu kommt, dass all diese Steuer- und Abfragefunktionen mehr und mehr auch über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets wahrgenommen werden können. Das aber nur, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, eben ein solches BUS-System im Caravan vorhanden ist. 

Noch keine zehn Jahre ist es her, dass sich namhafte Zulieferfirmen unter der Ägide des Herstellerverbandes CIVD darauf geeinigt haben, ein einheitliches BUS-System einzuführen, den sogenannten CI-BUS – den Caravaning-Industrie-BUS. Beim CI-BUS handelt es sich um ein Datenaustauschsystem. Dazu sind eine zentrale Steuereinheit, auch Master genannt, und das zugehörige Bedienteil nötig sowie verschiedene Peripheriemodule, sogenannte Slaves, die alle über ein Datenkabel miteinander verbunden sind und darüber mit dem Master kommunizieren. Jedes Modul hat eine eigene Adresse, die den Bedien- und Steuerbefehlen vorangestellt wird. So erkennt dann etwa das Heizungsmodul, dass ein Befehl ihm gilt und beispielsweise die Leistung hochgefahren werden soll. 

Eine feine Sache ist solch ein BUS-System – und eine flexible dazu. Gerätebezogene BUS-Systeme gibt es schon lange, doch nicht immer spielen alle Komponenten der Bordtechnik zusammen oder sind in einem BUS-System zusammengefasst. Beispiel: die Alde-Warmwasserheizung. Sie wird über eine eigene BUS-Leitung mit dem separaten Bedienteil verbunden und funktioniert daher auch in Caravans ohne CI-BUS. Ebenso die Combi-Heizung von Truma unddie Klimaanlagen diverser Hersteller. Aber erst mit einem kompletten CI-BUS im Fahrzeug lassen sich alle CI-BUS-fähigen Komponenten zentral ansprechen und bedienen. 

Hobby ist einer der ersten Fahrzeughersteller, die ihre Caravans mit der CI-BUS-Technik ausgestattet haben und alle Funktionen und Geräte über das zentrale TFT-Panel steuern. Zur Saison 2017 kommt mit Hobby-Connect zudem eine eigene App auf den Markt, die es ermöglicht, die gesamte Bordtechnik auch über mobile Endgeräte zu bedienen. Das klappt im Fahrzeug, in nahem Abstand und sogar via Internet aus weiter Ferne. 

Auch andere Hersteller setzen zunehmend auf BUS-Technik plus Fernbedienung, darunter LMC, aber auch Marken wie Swift oder Kabe. Für die vom Panel unabhängige Smartphone-Bedienung wird im Nahfeld in aller Regel eine Bluetooth- oder eine W-LAN-Funkverbindung genutzt, die den Bereich im Fahrzeug und die direkte Umgebung abdeckt. 

Für größere Distanzen ist ein echtes Funknetz erforderlich und natürlich eine entsprechende Sende- und Empfangseinheit im Caravan. Damit kann dann vom Strand aus schon mal die Klimaanlage aktiviert oder beim Wintercamping von der Piste aus die Heizung hochgefahren werden. Zwei Übertragungsstandards sind üblich: die Datenübermittlung per SMS sowie die bidirektionale Kommunikation "M2M" (Machine to Machine) über einen Internet-Server. Damit ist es sogar möglich, Push-Nachrichten abzusetzen, etwa wenn der Caravan unerlaubt vom Standort entfernt wird. 
Vor allem wenn eine Neuanschaffung ansteht, lohnt es, sich mit der vergleichsweise neuen Technik etwas intensiver auseinanderzusetzen. Und bei der Nachrüstung von Geräten immer darauf achten, dass sie sich problemlos ins vorhandene CI-BUS-System einbinden und per App bedienen lassen. Das ist dann Komfort pur.

So funktioniert das BUS-System im Caravan 

Zahlreiche Hersteller haben sich geeinigt, den CI-BUS, das Caravan-Industrie-BUS-System, einzuführen. Bei dieser Technik hat nicht mehr jedes Gerät sein eigenes Bedienteil, sondern die Steuerung erfolgt zentral an einem Panel. In einem gemeinsamen Leitungssystem, dem BUS, sind alle Steuermodule miteinander verbunden und werden über individuelle Adressen vom Bedienpanel angesprochen. Erst die Module aktivieren die daran angeschlossenen Endgeräte – vom Licht bis zur Klimaanlage. Vorteil: Das CI-BUS-System lässt sich beinahe beliebig erweitern, auch nachträglich.

So klappt die Fernbedienung via Bluetooth und Internet

Praktisch weltweit kann über den mobilen Datenaustausch mittels eines Internet-Servers Kontakt zum Caravan aufgenommen werden. Alternativ gibt es die Möglichkeit, via Mobilfunknetz mit der Caravantechnik zu kommunizieren. Das geschieht dann über eigens erzeugte SMS-Nachrichten. Im Nahbereich baut das System zudem eine direkte Bluetooth-Verbindung auf. Die Steuerung der Geräte übernimmt dann wieder das CI-BUS-System.

Autor

Foto

Hans Lippert/Hersteller, Abasler /Fotolia

Datum

7. Oktober 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 9/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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