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Wohnwagen-Gebrauchtkauf im Internet: Vorsicht vor Betrügern

Betrüger haben es online auch auf Caravaner abgesehen. Ihre Methoden werden immer perfider. CARAVANING klärt über die den häufigsten Tricks auf und gibt Tipps, wie Sie sich beim Online-Kauf schützen.

Das Inserat in der Online-Börse ist zu schön, um wahr zu sein. Ein Caravan einer gefragten Marke, gerade mal eben drei Jahre alt, für weniger als 9000 Euro. Über das Kontaktformular fragt der Interessent beim Anbieter nach. Die prompte Antwort: "Das Fahrzeug kann praktisch sofort übernommen werden. Leider steht es derzeit in Spanien." Für die Überführung verlangt der Anbieter einen Vorschuss von 3000 Euro.

"Die Masche ist fast immer die gleiche", meint Guido Rasch von Caraworld, der größten exklusiven Online-Verkaufsplattform für Caravans und Reisemobile. "Solche falschen Inserate sind in der Regel dreiste Kopien realer Angebote, allerdings liegt der Kaufpreis 20 bis 30 Prozent unter dem marktüblichen und erzielt so natürlich überdurchschnittlich viele Anfragen."

Gefahr durch Phishing - gefälschte Anzeigen, Websites, Identitäten

Vor den Gefahren durch Phishing warnt auch das Bundesamt für IT-Sicherheit. Dennoch haben die Betrüger immer wieder Erfolg. Die Polizei muss immer häufiger derartigen Betrugsdelikten nachgehen, allerdings mit geringen Aussichten. Die Strafverfolgung wird dadurch erschwert, dass die Betrugsversuche in der Regel aus dem Ausland gesteuert werden. Das Geld, oft über Bargeldtransfer-Services wie Western Union überwiesen, ist meistens weg.

Der beste Schutz vor solchen Machenschaften ist zu wissen, wie die Täter vorgehen. Sie erschleichen sich zunächst die Daten privater Anbieter, indem sie diese über das Kontaktformular der Online-Börse anschreiben und sich als Interessent ausgeben. Arglos antwortet der Verkäufer und gibt auf diese Weise seine private E-Mail-Adresse preis.

Üblicherweise erhält er wenig später eine sogenannte Phishing-Mail: Im Namen der Verkaufsplattform wird dem Kunden mitgeteilt, dass man aus Sicherheitsgründen seine Identität überprüfen müsse. "Man erkennt solche gefakten Mails häufig schon am schlechten Deutsch. Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken schrillen", warnt Guido Rasch. Die Mail lockt den Kunden auf eine gefälschte Internetseite, wo er aufgefordert wird, seine Login-Daten zu bestätigen und Benutzername und Passwort einzugeben.

So erkennen Sie gefälschte Websites und Fakeangebote

Diese Seiten sehen der Original-Homepage oft zum Verwechseln ähnlich; die Betrüger übernehmen in der Regel Logos und oft auch die Menüführung. Wer aufmerksam hinsieht, erkennt gefakte Login-Seiten an einigen Details aber relativ leicht. Die URL endet häufig nicht auf .de oder .com, sondern auf eine andere unübliche Buchstabenkombina­tion.

Außerdem funktionieren viele Links nicht, lediglich die Felder für Benutzername und Passwort sind aktiv. Irrtümliche Besuche solcher Webseiten verursachen noch keinen Schaden, nur sollte man sie schnellstmöglich wieder verlassen.

Mit den gestohlenen Login-Daten kopieren die Betrüger das Inserat und locken mit utopisch billigen Preisen entsprechend viele Interessenten an. Online-Käufer tun also gut daran, alle Angebote zu prüfen, die ihren Suchkriterien entsprechen. Taucht dasselbe Fahrzeug zweimal auf, ist das günstigere mit ziemlicher Sicherheit ein Fakeangebot.

Was tun Verkaufsplattformen, um die Sicherheit ihrer Kunden zu erhöhen?

Tatsächlich bauen einige seriöse Verkaufsplattformen Sicherheitsbarrieren ein. Caraworld etwa schaltet seit Kurzem Inserate erst frei, nachdem der Verkäufer diese mit einer Codenummer bestätigt. Diese hat er vorher auf sein Mobiltelefon geschickt bekommen. Ganz ausschließen kann man Betrugsversuche nie. Kriminelle, die die Gutgläubigkeit der Men­schen ausnutzen wollen, wird es auch in Zukunft geben. Doch wer die Fallstricke beim Online-Kauf kennt, kauft ein ganzes Stück sicherer.

Auf der nächsten Seite: Fünf Tipps, wie Sie sich vor den Internet-Gangstern schützen.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Sergey, guukaa/Fotolia

Datum

1. Juni 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 05/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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