Audi A4 Avant quattro 7 Bilder Zoom

Audi A4 Avant quattro im Zugwagen-Test: Stark, aber durstig

Audi A4 Avant quattro als Zugwagen: Der ausgereifte Mittelklasse-Kombi ist stark, aber durstig und leidet unter Sportlichkeit. CARAVANING hat ihn während des Tests genau unter die Lupe genommen.

Seit 2007 wird das B8-Modell des Audi A4 gebaut, Ende 2011 bekam es ein kleineres Update – noch in diesem Jahr debütiert der Nachfolger auf der IAA. Kurz: Der aktuelle A4 ist ein ausgereiftes, piekfein verarbeitetes Auto, das als 3.0 TDI mit Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und in der sportlichen S-Line-Ausstattung zum Test antritt – alle drei Faktoren haben Einfluss auf seine Eigenschaften als Zugwagen.

In erster Linie natürlich der Motor, der mit 245 PS und 560 Nm Drehmoment sehr gut im Futter steht. Bei 100 km/h reicht seine Kraft auch bei ausgereizter Anhängelast für den siebten Gang. Doch die Arbeit auf der Teststrecke lässt sich der V6 mit üppigen 16,4 Litern pro 100 Kilometer bezahlen.

Das Getriebe gefällt mit sanftem Anfahrverhalten und blitzschnellen Gangwechseln, enttäuscht aber mit zögerlichem Zurückschalten bergab.

Mit dem S-Line-Paket und den optionalen 19-Zoll-Rädern tun sich Caravaner ebenfalls keinen Gefallen: Der A4 reagiert damit spitz auf Lenkbefehle aus der Mittellage heraus, was oft für Unruhe sorgt. Auch der Komfort leidet trotz verstellbaren Dämpfern unter der Sportlichkeit. Weiterer Nachteil der S-Line: In engen Kurven berührt der Schlingerdämpfer den wuchtigeren Sport-Stoßfänger.

Die 775 Euro teure Anhängevorrichtung lagert bei Nichtbenutzung seitlich im Unterfach des Kofferraums. Pfiffig: Die eingeklappte Steckdose verschließt die Kugelkopfaufnahme. Aber: Der A4 hat nur eine Dauerplus-, jedoch keine Ladeleitung.

Sein Alter merkt man dem Audi A4 am ehesten bei der Elektronik an: Die Rückfahrkamera hat keine Ankuppel-Peillinien, der A4 liest keine Straßenschilder und rangiert auch nicht via Spiegel-Joystick. Der Neue wird das wohl haben.

Alle Infos zum Audi A 4

Motor: 3.0 TDI quattro, 180 kW (245 PS)
Antrieb: permanenter Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Testwagengrund/-endpreis: 49.500/67.420 Euro
Preisspanne Baureihe: 34.900 bis 58.750 Euro

Motor und Verbrauch
+ Drehmoment- und leistungsstarker, vibrationsarmer und leiser Motor. Sehr schnelle, kaum spürbare und auf der Ebene sowie bergauf meist perfekt gesetzte Schaltvorgänge.
- Hoher Verbrauch im Gespannbetrieb und bei schneller Autobahnfahrt. Getriebe schaltet bergab recht spät oder teils gar nicht zurück.

Fahrverhalten und -komfort
+ Exzellente Traktion durch serienmäßigen Allrad. Insgesamt hohe Fahrsicherheit. Im Komfort-Modus akzeptabler Federungskomfort. Perfekt dosierbare Bremsen.
- Giftig ansprechende Lenkung (S-Line mit 19-Zoll-Bereifung) aus der Mittellage heraus bringt Unruhe ins Gespann. Beim Rangieren um enge Kurven Verspannungen im Antriebsstrang (vor allem im kalten Zustand).

Kofferraum und Sitze
+ Gut nutzbarer, variabler und mit gutem Ladungssicherungssystem (Option) ausgestatteter Kofferraum. Recht komfortable Rückbank.
- Sportsitze (S-Line-Paket) erschweren das Ein- und Aussteigen. Eingeschränkte Beinfreiheit hinten. Keine Seitenfächer und eher unterdurchschnittliche Laderaumgröße.

Anhängevorrichtung und -Elektrik
+ Ausgereiftes Stecksystem, clevere und stabile Schwenksteckdose, die auch die Kugelhalsaufnahme abdeckt. Ausgeklappte Dose gut erreichbar.
- Keine Ladeleitung bei werkseitig verbauter Anhängevorrichtung. Aufbewahrung unter Kofferraumboden, dadurch bei vollem Laderaum schwer erreichbar.

Gewichte und Zuladung
+ Für Fahrzeuggröße angemessene Anhänge- und Stützlast (80 kg). Erhöhung auf 2100 kg bei Steigungen bis 8 Prozent. Zuladung ausreichend für vier Personen und Gepäck, Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts bei Anhängerbetrieb.

Elektronik und Assistenzsysteme
+ Anhängerstabilisierung via ESP bei werksseitig montierter Anhängevorrichtung. Online-Navigation mit Spracherkennung. Dadurch auch Campingplätze als Ziel wählbar. Kugelkopf liegt gut im Blick der Rückfahrkamera.
- Aktuellste Assistenzsysteme wie Schildererkennung und Rangierassistent nicht verfügbar. Keine Peillinien zum Ankuppeln.

Technische Daten

  • Motor/Antrieb: V6-Turbodiesel, 2967 cm3, max. Drehmoment 580 Nm ab 1750/min. Abgasnorm: EU 6.

Fahrleistungen solo

  • Beschleunigung 0–100 km/h: 6,1 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
  • Verbrauch (Diesel)Liter/100 km im Test solo/Gespann: 8,5/14,6
  • Norm Stadt/Land/komb.: 7,5/5,4/6,2

Maße/Gewichte:

  • Länge/Breite/Höhe: 4701/1826/1427 mm.
  • Leergewicht/zul. Gesamtgewicht: 1880/2350 kg
  • Zuladung abgezogen Stützlast (80 kg): 460 kg.
  • Anhängelast 8 %/12 %: 1900/2100 kg

Testgewicht

  • Zugwagen/Caravan: 2000/1900 kg.
  • Kofferraumvolumen: 490/1430 Liter.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Daniel Bitsch, Ingo Wagner

Datum

15. August 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 07/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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