Carado C205 20 Bilder Zoom

Carado C205 im Test: Die Qualität stimmt - gut und günstig

Frohe Mienen bei den Chefs in Oberschwaben: Seit rund vier Jahren werden die Carado-Caravans und -Reisemobile in Neustadt/Sachsen gebaut. Das Projekt aus dem Hause Hymer funktioniert, bisher liefen mehr als 4500 Carado von den sächsischen Bändern. Die Marke hat sich etabliert.

Von Anfang an gilt Carado als günstig, ergo zielt das Angebot in erster Linie auf das weniger betuchte Camper-Publikum. Auf Paare mit oder ohne Kinder, auf Camping-Novizen, die mit einem Neufahrzeug einsteigen möchten, auch auf Schlaukäufer, die ihr Geld zusammenhalten. Acht der neun Grundrisse weisen mindestens vier großflächige Betten aus, sind damit familientauglich.

Warum ist Carado so günstig?

Ein deutsches Produkt, das sich auch über den Preis verkaufen lässt, muss kurz erklärt werden: Hier greift der Standortfaktor, den auch Dethleffs für seine günstigen Sunlight im gleichen Werk nutzt. Produziert wird in Sachsen, wo die Kosten für Löhne, Grundstücke und andere Bedingungen der Fertigung unter denen des Westens liegen. Dann baut Carado seine Fahrzeuge einfach, robust, aber günstig aus einem durch Holzleisten verstärkten Aluminium-Styropor-Sandwich auf und verwendet bei den Komponenten wie Kühlschrank und Co. nicht immer die neuesten, teuersten Teile. Insgesamt bietet die Ausstattung das Nötige, was man zum Campen braucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer mehr möchte, findet im Comfort-Paket ein sehr faires Angebot für die naheliegenden Gelüste.

Dem anvisierten Publikum werden auch die Möbel und die Ausstattung gerecht. Helle Holzfarben mit weißen Kunststoff-Applikationen und modern gemusterte Stoffe zaubern ein frisches jugendliches Ambiente in die gute Stube des Carado. Und dies, obwohl die Machart eher schlicht gehalten ist, der akkurat rechtwinklige Ausbau Kurven und Rundungen scheut und auf teure Details wie Glasvitrinen, Apothekerschränke oder auf aufwendige Schrankauszüge verzichtet.

Verarbeitung

Diese Zurückhaltung kann sich bei der Verarbeitung vorteilhaft auswirken. Der Carado ist annähernd tadellos, weil routiniert und robust ausgebaut. Trotzdem tauchen hinter den Kulissen Dinge auf, die man hätte vermeiden oder verstecken sollen: offen sichtbare Vorhangschienen oder Abdeckkappen für Möbelverbinder und Schrauben, die rudelweise im Toilettenraum vorkommen.

Grundriss des Carado C 205

Der Rundgang beginnt im zweiteiligen Hygienebereich des Carado C 205, rechts im Bug. Der Toilettenraum ist durch eine feste Tür vom restlichen Wohnraum getrennt. An der Wand hinter der Drehtoilette (eine Banktoilette wäre bei der Reinigung vorteilhafter) nehmen drei Ablagen jede Menge Toilettenpapier und andere Sanitärprodukte auf. In der Serienausstattung ist keine Dusche vorgesehen. Die eingebaute Duschwanne ist trotzdem sinnvoll, wenn etwa nasse Kleidung schadlos abtropfen soll. Brause und Duschvorhang sind gegen Aufpreis erhältlich. Vorteilhaft, vor allem für die Frischluftzufuhr, ist das große Milchglasfenster.

Drei Schritte durch die Tür Richtung Heck findet sich der offene Waschbereich. In zwei übereinanderplatzierten Sanitärschränkchen können die kleinen Dinge der Reinigung wie Zahnpasta, Rasierwasser oder Seife auf mehreren Unterteilungen untergebracht werden. Etwas ärgerlich ist es allerdings, dass Rüttelkanten an den Einlegebrettchen fehlen und kleinere Utensilien zwischen Tür und Regal durchfallen können. Voluminöse Sanitärprodukte finden Platz im Unterschrank des runden Waschbeckens, das seinerseits ausreichend Grifftiefe bietet. Zur Kontrolle der Waschergebnisse bieten sich die beiden rechtwinklig zueinander angebrachten, großen Spiegel an.

Schlafen

Neben den beiden Sanitäreinrichtungen macht sich das Längsbett angenehm breit. Normal bis größer gewachsene Passagiere werden dies so empfinden, zumal die Qualität und Stärke der Matratze sowie der klappbare Lattenrost das positive Liegegefühl verstärken. Unter dem Bett herrscht gähnende Leere und damit viel Appetit auf Gepäck. Nur zweimal wird das Stauraumglück getrübt: durch die fehlende, weil aufpreispflichtige Außenklappe und die teilweise ungeschützt verlaufenden Wasser- und Strominstallationen.

Am Fußende des Betts, in der Wand zwischen Küche und Schlafzimmer, lässt sich eine Klappe öffnen und in der Waagerechten fixieren. Sinn und Zweck der Luke bleiben allerdings im Dunkeln. Es sei denn, der Caravaner ist noch im Besitz eines Röhrenfernsehers. Den kann er hier gewinnbringend platzieren.

Küche

Der Funktionalität der Küche tut dies keinen Abbruch. Sie ist so geräumig und gut ausgestattet, dass ein Vier-Personen-Haushalt problemlos versorgt werden kann. Selbst eine mittelschwere Spaghetti-Schlacht ist drin. Der Herd, ein Dreiflammer mit ausreichend Abstand zwischen den Kochstellen, verarbeitet auch voluminöse Töpfe und Pfannen. Die Spüle ist so breit und tief, dass der Küchendienst auch größeres Geschirr ohne Umstände wieder zum Strahlen bringt.

Hänge- und Unterschränke sowie der Kühlschrank sind so dimensioniert, dass Proviant, Geschirr und Kochgerätschaften bequem Platz finden. Der einzige Auszug im ganzen Caravan ist die Besteckschublade. Ansonsten wird der Stauraum in der Küche durch Regalbretter unterteilt, denen ebenfalls die Rüttelkanten fehlen.

Die Sitzgruppe

An die Küche schließt sich im Heck eine opulente Rundsitzgruppe an, die sich durch das absenkbare Tischgestell einfach und schnell zum Doppelbett umbauen lässt. Der Sitzkomfort schlägt allerdings aufgrund der Profilierung der Polster und von weichem Schaumstoff die Liegequalität. Die Reisenden und mindestens zwei Gäste zusätzlich fühlen sich hier wohl und keines falls eingeengt. Dinge des täglichen Lebens lassen sich in greifbarer Nähe im Halbrund der Hängeschränke oder in den offenen Ablagen unterbringen. Den Rest an Gepäck schlucken die Sitztruhen. Eine davon ist allerdings durch den großen Wassertank gefüllt. Zur entspannten Stauraumsituation trägt auch der geräumige Kleiderschrank gegenüber der Küche bei, den eine kleine LED-Lampe erhellt.

Beleuchtung und Fahreigenschaften

Die Beleuchtung besteht durchweg aus Halogenspots und -leuchten, die für genügend Helligkeit in den Nachtstunden sorgen. Rings um die Sitzgruppe hat es noch zu einer stimmungsvollen LED-Lichterkette gereicht. Und auch vor der einteiligen Eingangstür sichert eine Außenlampe den Heimweg.

Bleibt zum Schluss das Verhalten des Carado im Schlepp. Der Caravan entpuppt sich als ebenso leicht wie gutmütig. Auch weil die Gewichte fast ideal verteilt und die Maße kompakt und schlank sind. Das freut den Preisbewussten und kostet nichts extra.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Foto: Konstantin Tschovikov

Datum

16. August 2010
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