Dauertest: Skoda Superb 4x4 TDI 10 Bilder Zoom

Zugwagen-Dauertest Skoda Superb 4x4 TDI: Der Musterknabe

Ein Jahr lang war der Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4 stets zu Diensten und ein treuer Zugwagen für Caravans. Mit 53.400 Kilometern verließ er uns. Schlussakkord einer äußerst gelungenen Aufführung.

Groß, stark, schnell, komfortabel, sparsam und günstig - Attribute, die in derartiger Häufung beinahe zu schön sind, um wahr zu sein. Dennoch: Auf den Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4 „Elegance“ treffen sie auf den Punkt zu. Und das sogar dauerhaft.

53.400 Kilometer spulte der tschechische Kombi mit VW-Technik binnen eines Jahres unter anstrengenden Bedingungen ab. Anstrengend heißt: Hurtige Autobahnetappen, lange und kurze Fahrten mit Caravans im Schlepp, häufig wechselnde Fahrer, üppigstes Urlaubsgepäck an Bord und Dachbox auf der serienmäßigen Reling. Trotzdem gab es keinen einzigen unplanmäßigen Werkstattaufenthalt aufgrund eines echten Defektes zu vermelden.

Nur dreimal in der Werkstatt

Selbst die Kupplung verrichtete ihre Arbeit wie am ersten Tag, obwohl sie einmal so heiß wurde, dass beißender Rauch unter der Haube hervorquoll. Mit ein Grund dafür ist der ziemlich lang übersetzte Rückwärtsgang, der es an leichten Steigungen und auf weicherem Untergrund nicht erlaubt, ohne Gas zu rangieren.

Dass der Skoda Superb Combi trotzdem dreimal in die Vertragswerkstatt rollte, hatte banale Gründe. Bei Kilometerstand 32.098 rief der Bordcomputer zur Jahresinspektion mit Ölwechsel, die binnen eines Tages und für 203,29 Euro über die Hebebühne ging.

Einige Kilometer vorher musste der Dauertestwagen zur Schönheits-OP, weil ein gänzlich misslungener Ankuppelversuch bleibenden Eindruck im hinteren Stoßfänger hinterließ. Dessen Austausch samt Kleinteilen und Lackierung schlug mit 1035 Euro zu Buche.

Der dritte Mini-Boxenstopp war fällig, weil plötzlich die verchromte Abdeckung der rechten Reinigungsanlage für die guten Xenon-Scheinwerfer (975 Euro) fehlte. Vermutlich verklemmte sich ein Brocken Eis darunter und hebelte die eingeclipste Kappe ab. Die Tatsache, dass das 11,90 Euro teure Ersatzteil vorrätig war, lässt darauf schließen, dass das öfters vorkommt.

Testprotokoll Skoda Superb
Kilometerstand Ereignis Kosten
2509 Übernahme des Testwagens in Stuttgart -
6870 Bei großer Hitze stürzt das Navi-System mehrmals ab. Tritt später nicht wieder auf -
11 984 0,5 Liter Longlife-Öl nachgefüllt 3,50 €
20 947 Montage Winterreifen Pirelli Sottozero 3, 225/45 R 17 94 V, auf Serien-Alu-Felgen 780 €
23 291 Austausch und Lackierung hinterer Stoßfänger nach Unfall beim Ankuppeln. 1035 €
32 098 Ölwechselservice und Inspektion 203 €
32 692 Abdeckung Scheinwerferreinigungsdüse fehlt. Ersatzteil gekauft 12 €
40 937 Rückrüstung auf original Sommerreifen Pirelli Cinturato P XX. Restprofil Winterreifen: 5,5 Millimeter auf allen Achsen 100 €
53 400 Abgabe des Fahrzeugs bei Skoda Deutschland. Restprofil Sommerreifen: ca. vier Millimeter an allen Rädern -
Ein klarer Fall für einen Allradantrieb

Ansonsten war der Skoda Superb Combi dauernd in Bewegung. Dank elektronisch geregeltem, schnell und feinfühlig reagierendem Allradantrieb auch auf Schnee, Matsch und Sand. Für den großen Kombi ist der Allradantrieb eine klare Empfehlung:

  • Erstens neigt der nur frontgetriebene Superb stark beladen und mit Last am Haken zum Durchdrehen.
  • Zweitens verschliss der Dauertester die Reifen an beiden Achsen gleichmäßig und nicht übermäßig stark.
  • Drittens ist der Aufpreis mit 1800 Euro zum 170-PS-Superb mit Vorderradantrieb moderat. Viertens verbrauchte der Superb 4x4 trotz erhöhter Reibung im Antriebstrang und rund 100 Kilogramm höherem Gewicht im Bestfall nur 5,5 Liter, was trotz des kleinen 60-Liter-Tanks für Reichweiten von bis zu 900 Kilometern genügt.
  • Im Testmittel, also mit und ohne Caravan gefahren, lag der Dieselverbrauch bei 8,9 Liter pro 100 Kilometer. Im Gespanneinsatz begnügte sich der Skoda mit 11,5 bis 14,0 Liter. Die Verbrauchsrunde nach altem Schema (die neue Testrunde stellen wir Ihnen hier vor) absolvierte er mit 12,1 Liter.
  • Fünftens und damit letztens erhöht der Allradantrieb die Anhängelast von 1800 Kilogramm auf üppige zwei Tonnen.

Aber Achtung: Im jüngst renovierten Superb ist der Allradantrieb mit dem nachweislich tollen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe DSG zwangsgekoppelt. In der Vorgängergeneration, aus der der Testwagen stammt, war diese Kombination beim 140-PS-TDI Pflicht, für den 170-PS-TDI gab es damals nur das Schaltgetriebe.

Doch dank der robusten Kupplung, der bis zuletzt unverändert leichtgängigen und präzisen Führung sowie der guten Abstufung der sechs Vorwärtsgänge hat auch das Schaltgetriebe seine Berechtigung. Wer auf dem Gebrauchtmarkt nach einem Skoda Superb sucht, sollte sich davon also nicht schrecken lassen.

Die Motorleistung des Skoda Superb Combi

Der Zweiliter-Vierzylinder mit Commonrail-Einspritzung ist ein ehrliche Haut. Schon ab Ortsgeschwindigkeit treten die Motorgeräusche in den Hintergrund, fortan bestimmen Reifen und Wind das geschehen. Doch selbst bei Top-Speed von annähernd 220 km/h wird es im Diesel-Superb nicht ungebührlich laut.

Übrigens auch im Zugbetrieb nicht, da sich der TDI mit 350 Newtonmeter Drehmoment als beharrlicher, zäher Zieher entpuppt, der sich zwischen 1800 und 3500 Umdrehungen am wohlsten fühlt. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass es beim Anfahren eine Portion Gas und etwas erhöhte Drehzahl braucht, damit es gleich flott vorwärtsgeht.

Stauraum und Komfort

Was den Platz im Innenraum angeht, spielt der Superb Combi im Wettbewerbsumfeld in einer eigenen Liga. Wer einen ähnlich großen Kofferraum sucht, muss schon in eine Mercedes E-Klasse investieren, bei der Beinfreiheit hinten nimmt er es sogar mit der S-Klasse auf.

Für noch mehr Laderaum lassen sich die Rücksitzlehne umklappen, wodurch eine ebene Ladefläche entsteht. Zusätzlich hält der Combi ein flaches Unterfach sowie zwei voluminöse Seitenfächer bereit. Praktisch: Die Kofferraumleuchte dient auch als kleine Taschenlampe, in der hinteren rechten Tür steckt ein Regenschirm.

Rückbank und Vordersitze sind von der eher straffen Sorte. Entsprechend geteilt sind die Meinungen. Ziemlich hart urteilen die einen, sehr bequem die anderen. Fakt ist: Die Ergonomie stimmt. Von klein bis groß finden alle ihr Plätzchen. Dank elektrischer Sitzverstellung (Serie ab Elegance) lassen sich drei Einstellungen speichern. Die Stoffsitzbezüge waren selbst auf dem Fahrerplatz nicht verschlissen. Auch die Kunststoff-Teile haben die Distanz toll überstanden. Kurz: Skoda verbaut keine edlen, aber sehr gute Materialien.

Skoda Superb Combi bietet Fahrkomfort

Und das sehr sorgfältig. Auch das Fahrwerk ist tendenziell straff, ohne poltrig oder gar hart zu sein. Der Verzicht auf optionale 18-Zoll-Räder ermöglicht dennoch akzeptablen Fahrkomfort. Der Vorteil dieser Abstimmung: Der Superb bekommt beim Beladen nicht sofort weiche Knie, liegt leer und beladen gut auf der Straße und zeigt auch mit Caravan keine Schwäche.

Der schwergängige Spannhebel der abnehmbaren Anhängekupplung führt dazu, dass man sie dauerhaft dran lässt, statt sie im Kofferraum zu verstauen. Trotzdem zeigt der Kugelhals keine Anzeichen von Gammel.

Der Skoda Superb 4x4 wurde dem Image des Vernunftautos auch als Zugwagen gerecht: Mehr Auto für knapp unter 40.000 Euro (Testwagenpreis) ist schwer zu kriegen. Oder anders gesagt: Er war ein Jahr lang ein echter Musterknabe.

Auf der nächsten Seite: Die ausführliche CARAVANING Testwertung, Daten und Messwerte und alles zum Facelift des Skoda Superb Baureihe.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

CARAVANING-Archiv

Datum

26. November 2013
5 4 3 2 1 0 5 0
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