Test, Hyundai IX 55 10 Bilder Zoom

Hyundai IX 55 im Test: Korea Express

Der Hyundai ix 55 als CARAVANING-Referenzfahrzeug. 60 000 Kilometer Zugerfahrung mit dem 239 PS starken Allrad-Diesel.

Ein bärenstarker Commonrail-Diesel mit Sechsgang-Automatik und Haldex-Allradantrieb. So gerüstet und mit jeder Menge Vorschusslorbeeren ausgestattet, begann der Hyundai ix 55 seinen einjährigen CARAVANING-Dauerlauf.

Am Start: Die üppig ausgestattete Premium-Variante. Ab einem Grundpreis von 48 290 Euro kommt sie mit fast allen erdenklichen Extras einschließlich Ledersitzen, High-End-Entertainment- und Navigations-System. Heute im Premium inklusive, gehörte der elektronische Pfadfinder beim Testwagen noch nicht zum Serienumfang. Aufpreispflichtig sind der Metallic-Lack und das Panorama-Glasschiebedach, die mit 790 respektive 1090 Euro extra bezahlt werden müssen. Auch die Anhängekupplung des Hyundai IX 55 wird für 609 Euro optional als Beipack geliefert und nachträglich beim Händler montiert.

Knapp 60 000 Kilometer spulte der Hyundai IX 55 im CARAVANING-Testbetrieb ab: Schnelle Solo-Autobahnetappen im Eilzugtempo und häufiger Einsatz als Zugmaschine - der Hyundai, besonders das vielseitig einstellbare Gestühl vorn zeigten Langstreckenqualitäten. Zwar gibts keine sportwagenähnliche Seitenführung auf den glattflächigen Ledersitzen, dafür aber eine ermüdungsfreie Sitzposition. Uneingeschränktes Lob kam aus der zweiten Reihe. Die Längsverstellbarkeit der hinteren Sitze beschert üppige Kniefreiheit. Auch die Lehnen im Hyundai IX 55 lassen sich bis zur Liegeposition neigen. Obendrein lassen sich aus dem Kofferraumboden zwei weitere Sitze auffalten, die in anderen Fahrzeugkategorien fast das Zeug zum Luxussitz hätten. Nicht nur Kinder finden in der noch gut zugänglichen dritten Sitzreihe Platz, der Komfort, auch auf den längeren Strecken, stimmt.

Wie haltbar ist die Technik? Bei den vielen belastenden Gespann- und Rangierfahrten mit unterschiedlichsten Caravans, die angesichts der 8-Prozent-Freigabe bis zu 3200 Kilogramm schwer sein durften, hat er seine Standfestigkeit bewiesen. Bei 12 Prozent ist der große Hyundai gut für 2,5 Tonnen – für durchschnittliche Caravans bleibt so genügend Reserve.

Die Souveränität ist mit ein Verdienst des kräftigen Dreiliter-V6-Aggregats. Mit Piezo-Einspritztechnik, VTG-Turbolader, Oxi-Kat und Rußfilter ist der in Deutschland entwickelte Korea-Diesel auf aktuellem Stand der Technik. Sein früh einsetzender Schub bereits ab 1750 Touren bringt spontanen Antritt, auch sein Maximal-Drehmoment von 471 Newtonmetern zählt zu den Pluspunkten. Weniger hingegen der Verbrauch von knapp über 10 Liter bei Solofahrt.
Die hohe Dynamik, das Gewicht und die Querschnittsfläche des Hyundai IX 55 kosten eben Sprit. Logisch. Auch das Allradsystem zeigte sich den Aufgaben gewachsen. Automatisch werden im Bedarfsfall bis zu 50 Prozent des Antriebsmoments nach hinten gelenkt. Sind die Traktionsverhältnisse besonders kritisch, etwa beim Anfahren mit Anhänger auf Schnee, lässt sich die Hinterachse des Hyundai IX 55 per Tastendruck auch starr zuschalten.

Ermüdungserscheinungen
nach 60 000 Kilometern? Keine: Die Fahrleistungen des Hyundai IX 55 blieben über den Testzeitraum von rund einem Jahr nahezu konstant. 14,2 Sekunden für den Gespannsprint aus dem Stand auf Tempo 80, sowie Elastizitätswerte um 12,6 Sekunden von 60 auf 100 km/h können sich sehen lassen – wohlgemerkt mit 1800-Kilogramm-Test-Caravan am Haken. Dabei blieb das Schaltverhalten der Sechsgang-Automatik des Hyundai IX 55 trotz rund 40-prozentigem Anteil an Gespannfahrten so weich und ruckfrei wie am ersten Tag.
Größere Ausfälle oder gar eine Panne? Fehlanzeige. Trotz der Belastung durch die Gespannfahrten liest sich das Testprotokoll unspektakulär. Eine Fehlermeldung durch eine im forcierten Testbetrieb überhitzte Temperatursonde im Abgasstrang, ein Wackelkontakt im Lichtschalter und ein müder Stromspeicher im Radsensor der Reifendrucküberwachung waren  die Gründe für unplanmäßige Werkstattbesuche. Ansonsten zeigt der ix 55 mit Bremsbelag- und Reifenwechseln bei rund 50 000 Kilometer, dass er mit Verschleißteilen hauszuhalten weiß. Nicht ganz einfach war die Ersatzbeschaffung der Breitreifen in 245/60 R 18. Die Serie wird vornehmlich vom ebenso koreanischen Reifenriesen Hankook bestückt, Alternativen sind rar. Mehr Auswahl gibts in der Standardgrösse 245/65 R 17 die sich besonders bei Winterreifen empfiehlt.

Feste Werkstatt-Termine
für den Hyundai IX 55 fixiert der alle 20 000 Kilometer fällige Ölwechsel-Service. Inklusive Luft- und Pollenfilterwechsel fallen hierfür rund je 350 Euro an. Und sonst? Außer Spesen nichts gewesen. Nicht mal ein nennenswerter Ölverbrauch. Innen zeigt der große Koreaner nach den 60 000 Kilometern kaum Gebrauchsspuren. Klapper- und Knarzgeräusche sind ihm auch weiterhin fremd.

Als robustes Zugtier hat sich der Hyundai IX 55 bewährt. Zwar präsentieren sich europäischere Oberklasse-SUVs teils mit einem niedrigeren Fahrgeräuschniveau im Innenraum, doch angesichts eines Einstiegspreises von 42 290 Euro und seiner im Basismodell bereits großzügigen Serienausstattung fällt dieser Kritikpunkt unter „Jammern auf hohem Niveau“.

Autor

Foto

Thiemo Fleck

Datum

26. April 2011
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