Dethleffs C'Trend mit Zugwagen 25 Bilder Zoom

Dethleffs C'Trend im Test: Einsteiger-Caravan mit Optionen

Blendet man das "C" mal aus, weil es schlicht für Caravan steht, bleibt hinter dem Apostroph das Wort Trend stehen. Und Trend ist in der Saison 2015 eindeutig Weiß – und zwar als Möbelfarbe.

Es gibt gute Gründe für und gegen weißes Mobiliar. Der neue Dethleffs C’Trend (sprich: Sie-Trend) liefert beide. Zunächst einmal sind weiße Möbel schick, vor allem in Verbindung mit bunten Farbsprengseln. Außerdem lassen sie den Raum größer wirken, was im Falle des 2,50 Meter breiten und vom Gaskasten bis zur Heckwand 6,65 Meter langen Familien-Riesen 565 FMK eigentlich nicht nötig wäre. Aber auch ein heißer Sommertag lässt sich umgeben von hellen Farben sicherlich noch besser aushalten – wenngleich im Testwagen eine 1.639 Euro teure Dachklimaanlage auf Knopfdruck brummend für Kühle sorgt.

Ob sich ein innen weiß getünchter Caravan im Winter ungemütlicher anfühlt, vermögen wir nicht zu beurteilen. Fakt ist dagegen, dass die mit einer leichten Maserung versehene Dekorfolie sehr schmutzempfindlich ist. Selbst normal dreckige Finger (im Urlaub eher die Regel als die Ausnahme) hinterlassen überall Tapser, Schlieren und Streifen.

Design und Konstruktion - geht das zusammen?

Deutlich sichtbar ist aber auch das schlichte Konstruktionsprinzip des in Basisausstattung 17.899 Euro teuren C’Trend 565 FMK. Die Topfverbinder zwischen den Möbelteilen und deren Plastikabdeckungen sind fast überall sichtbar, über die vielen in den Oberflächen versenkten Schrauben kleben unzählige weiße und braune Aufkleber – noch. Einige davon beginnen nämlich bereits, sich wieder abzulösen. Schwarze Plastikwinkel und Kabelkanäle an den Etagenbetten und einige zur Stabilisierung aufgedoppelte Holzelemente nagen am guten ersten Eindruck, den der Dethleffs C’Trend zweifelsohne hinterlässt.

Wunder darf man von einem preislich attraktiv positionierten Caravan freilich keine erwarten. Doch wer beim Design so auf die Tube drückt, sollte nicht so schnell von der Ideallinie abkommen. Dass die Oberschränke im Wohnbereich keine Schlösser haben, ist angesichts der überaus kräftigen Scharniere mit hoher Auf- und Zuhaltekraft vernachlässigbar. Bei den Küchenauszügen dagegen würde man sich statt Soft-Close-Einzügen ein wenig mehr Stabilität und Leichtlauf wünschen. Dafür haben die mit je einem Regalbrett unterteilten Oberschränke starke mechanische Schnappverschlüsse.

Überhaupt kann man trotz der Kritik am Baustil konstatieren, dass der C’Trend solide gebaut ist. Bei der Präzision wiederum lässt er einige Federn. Lose Styroporplatten hinter den Oberschränken im Bug (man sieht und spürt sie durch die Möbelhinterlüftung) und ungenaue Spaltmaße, vor allem an den sechs Küchenschubladen, geben den Anlass für diese Behauptung.

Wie familienfreundlich ist der C'Trend?

Auch stellt sich die Frage, warum ein Hersteller, der mit dem Slogan "Ein Freund der Familie" wirbt, auf Haltegriffe an der steilen Leiter und eine Reling am oberen Bett verzichtet und das Sicherungsnetz mit vier Schräubchen in die dünne Sperrholz-Deckenverkleidung rammt – woraus sie schon bei mittlerer Zugbelastung reißen.

Trotzdem: Konzeptionell macht Dethleffs beim 565 FMK sehr viel richtig. Alles, was eine Familie braucht, ist in ausreichendem Maße da. Betten zum Beispiel. Den Eltern kredenzt der C’Trend eine für seine Preisklasse sehr bequeme, im Schulterbereich breite und insgesamt lange Matratze, die auf einem Lattenrost liegt. Zwei kräftige Gasdruckfedern heben Rost, Matratze und Bettwäsche mit an, um den großen Bugstauraum zugänglich zu machen, der trotz der geschützt darin montierten Therme und Wassertank noch jede Menge Platz für Ladung bereithält. Die Serien-Serviceklappe gestattet den Zugriff von außen.

Kinderbetten und Stauraum

Am Kopfende geht die Matratze direkt in das Sims über dem Deichselkasten über. Eine Kunststofflippe soll Kleinkram davon abhalten, in die Lüftungsöffnungen zu stürzen. Die verschieb- und herausnehmbaren LED-Lampen sind so platziert, dass sie das Buch bescheinen, ohne die Augen zu blenden. Prima. Das untere Etagenbett ist 80 Zentimeter breit, 179 lang  und es lässt sich hochklappen. So entsteht eine veritable Heckgarage. Ein simpler und genialer Kniff ist, Teile der beiden großen flankierenden Wäscheschränke von den Betten aus zugänglich zu machen.

Die ziemlich filigranen LED-Lampen im Kinderbereich brennen hell und bleiben dabei kühl und ungefährlich. Rechnet man die große Sitzgruppe zu den Betten hinzu, können sechs Personen im 565 FMK übernachten. Tagsüber wird es mit voller Belegung allerdings eng um den Tisch, dessen lange Platte auf einem eher schmalen Metallgestell verschraubt ist und das sich beim Abstützen etwas verwindet. Sind die drei Sitzpolster noch von angenehmer Härte, bekommen die dünnen Rückenlehnen mit den angekletteten Kissen keine Top-Note. Sie sind zu niedrig, zu weich und bleiben weder beim Fahren noch beim Sitzen ordentlich stehen. Für den Umbau zum Bett werden die Kissen einfach abgenommen und unter dem Tisch gelagert.

Waschbereich und Bordtechnik

Ideal für einen Familienwagen sind der offene Waschbereich und der geschlossene Toilettenraum mit Duschmöglichkeit. So kann man den Kindern beim Zähneputzen und Waschen assistieren und ihnen Privatsphäre zugestehen. Die Szenarien, für die eine Dusche wichtig ist, kann sich jeder ausmalen. Abgesehen vom Waschbecken-Unterschrank ohne definierte Ablagen, einem Duschkopf mit so vielen Austrittslöchern, dass der Wasserdruck stark abfällt, und einer Duschtasse mit zwei Abläufen vorn (steht der Caravan vorn leicht tiefer, bleibt Wasser stehen),  gibt es nichts zu beanstanden.

Dass die Truma-Therme bei großem Warmwasserbedarf an ihre Grenzen stößt, ist logisch. Auch der Frischwassertank mit 38 Liter Inhalt ist tendenziell knapp bemessen – obwohl sogar er Aufpreis kostet. Serie sind nur 25 Liter. Ansonsten lässt sich Dethleffs bei der Bordtechnik nicht lumpen.

Die starke Heizung passt ebenso zum Großraumwagen-Konzept wie die zwei Heizungsgebläse mit Drehzahlautomatik, die bei Zukauf des Autark-Pakets mit 95-Ah-AGM-Batterie und Ladegerät von 12 Volt gespeist werden. Auch der Einsatz von LED-Leuchtmitteln gefällt. Nur die beiden einzigen Küchenlampen tragen Halogenstrahler  – vermutlich werden sie so ans Band geliefert.

Dafür zünden die drei Flammen des Gasherdes auf Knopfdruck – alles andere als selbstverständlich in dieser Preisklasse. Mit dieser überzeugenden Vorstellung bei der Bordtechnik und dem alles in allem guten Preis-Leistung-Verhältnis stimmt der noch junge C’Trend versöhnlich. Er sollte nur noch ein klein wenig nachreifen. Und wird das wohl auch sehr bald tun.

Einordnung des Dethleffs C'Trend: Einsteiger-Caravan

Anzahl Grundrisse: 5 (2 Familiengrundrisse)
Aufbaulängen: 5,22 bis 6,67 Meter
Zulässige Gesamtgewichte: 1.300 bis 1.600 kg
Grundpreise Baureihe: 13.999 bis 17.899 Euro
Infos: www.dethleffs.de; Tel: 07562/9870

Einordnung: Der C´Trend schließt die Lücke zwischen C´Go und Camper. Damit rangiert er zwar noch in der Einsteiger-Klasse, lässt sich aber mit vielen Mittelklasse-Optionen auf ein höheres Niveau heben.
Testwagen: Klimaanlage, Mover, Touring- und Autark-Paket sowie das Roll-Vorzelt treiben Preis und Gewicht in die Höhe. Unvermeidbar ist deshalb die Auflastung auf zwei Tonnen. Der Grundriss ist ein Dethleffs-Klassiker mit vielen durchdacht arrangierten Stauräumen.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Frank Eppler

Datum

9. Dezember 2014
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 11/2014.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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