VW Crafter Blue TDI Tacho Zoom

VW Tiguan: Feiner Zug

Der Neuzugang VW Tiguan will sich im boomenden Segment der kompakten SUV an die Spitze setzen.

Manchmal dauert es eben etwas länger zu erkennen, dass in der immer breiter werdenden Automobilpalette aus vermeintlichen Nischenmodellen Bestseller werden. So startete VW mit dem Minivan Touran spät – aber nicht zu spät, wie der große Verkaufserfolg zeigt.
Ähnlich könnte es beim jüngsten Wolfsburger Automobilspross laufen, der ebenso als Nachzügler, aber mit auf Anhieb überzeugendem Konzept in der mittlerweile heiß umkämpften Klasse der kompakten SUV durchstarten will. Noch ist dort der BMW X3 der Platzhirsch. Doch mit dem VW Tiguan (eine Wortschöpfung aus Tiger und Leguan) drängt ein ernst zu nehmender Konkurrent ins Revier.

Schon an der Preisgestaltung erkennt man, dass die Wolfsburger sich mit dem kleinen Bruder des Touareg einiges vorgenommen haben. Als 140-PS-Diesel mit 28?800 Euro beispielsweise ist der Tiguan auf dem Niveau eines Toyota RAV4, aber rund 9000 Euro günstiger als der vergleichbare BMW X3.

Bis zu 2,5 Tonnen Anhängelast darf der kleine Zugwagenriese Tiguan modellabhängig ziehen – ebenfalls etwas, was die Konkurrenz beunruhigen dürfte. Der bewährte permanente Allradantrieb 4motion ist bei allen Tiguan-Versionen serienmäßig an Bord. Im normalen Fahrbetrieb werden hier 90 Prozent der Antriebskraft den Vorderrädern und 10 Prozent nach hinten zugeteilt. Bei Rutschgefahr gleicht eine Haldexkupplung blitzschnell die zwischen Vorder- und Hinterachse anfallenden Drehzahlunterschiede aus, indem die Antriebskraft an die Achse geleitet wird, die noch Grip hat.

Apropos Grip

Für Gespannfahrer ist die Frage nach der optimalen Ausstattungslinie schnell geklärt. „Track & Field“ empfiehlt sich zum einen wegen der dann möglichen höheren Anhängelasten (siehe Kasten rechts). Andererseits, weil dann neben Komfortsitzen, zusätzlichen Ablagen, klappbarer Beifahrersitzlehne und anderen erstrebenswerten Extras auch ein Offroad-Fahrprogramm zur Serienausstattung zählt. Per Tastendruck an der Mittelkonsole werden so Bergabfahrassistent, optimierte Motordrehzahlregelung beim Anfahren sowie präzisere Gaspedaldosierbarkeit und Gangvorwahl bei Automatik aktiviert.

Für den Außenbereich des Tiguan bringt „Track & Field“ Nützliches wie beispielsweise Reifendruckkontrollanzeige, Motorunterschutz, Stoßfänger mit größerem Böschungswinkel und 16-Zoll-Leichtmetallräder mit 215/65er-Reifen.

Mit seinen 4,46 Meter Gesamtlänge ist der Tiguan elf Zentimeter kürzer als der BMW X3, doch die Raumaufteilung der rundlichen und dennoch dynamisch wirkenden Karosserie überzeugt: viel Bewegungsraum und gute Übersicht vorn, dazu ordentlich Platz für die Fondpassagiere und fürs Laden ausreichend variabel. Die geteilt klappbaren Fondsitze lassen sich um 16 Zentimeter längs verschieben, die Lehnen in der Neigung verstellen. Rücken die Sitze nach vorn, ducken sich die Sitzpolster ab und ermöglichen so eine fast ebene Ladefläche. Zum dazu fürs Heck erhältlichen, herausnehmbaren Gepäckraumboden (160 Euro) ist ohnehin zu raten, weil darunter dann wenigstens ein Notrad lagert (Serienausstattung nur Pannenset). Auch eine Netztrennwand zur Gepäcksicherung ist nur gegen Aufpreis zu haben.

Die Gepäckraumgröße reicht von 505 Liter bis 1510 Liter bei umgeklappten Fondsitzen. Und mit bis zu 650 Kilogramm Zuladung darf auch üppig für die Reise eingeladen werden.

Mit dem neuen 2,0-Liter-TDI im Tiguan hat sich VW von der bislang eingesetzten Pumpe-Düse-Einspritzung verabschiedet. Zu Recht, denn der Common-Rail-Vierzylinder läuft ruhiger und sparsamer. Obendrein erfüllt der 140-PS-TDI bereits die ab 2009 gül-
tige Euro-5-Abgasnorm. Zum durchzugstarken Motor und der harmonischen Kraftentfaltung passt bestens, gerade mit Caravan im Schlepp, die soft agierende Sechsgang-Automatik. Die Balance aus zügigem Beschleunigen und möglichst frühem Hochschalten kommt sowohl dem Geräuschkomfort als auch dem Verbrauch zugute. Das Handicap der Kombination von 140-PS-TDI mit Automatik: Selbst in der „Track & Field“-Version dürfen nicht 2500, sondern nur maximal 2000 Kilogramm Anhängelast an den Haken.

Ein kleines, aber feines Komfortdetail beim Start ist die bei allen Tiguan-Modellen serienmäßige elektronische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion. Anfahren am Berg ist so mit Gespann besonders einfach: Per Tastendruck am Standort gesichert, wird die Bremse erst beim Losfahren automatisch gelöst. Und mit der Traktion gibt es dank 4Motion-Allradantrieb, der bei Bedarf die Antriebskraft bis 100 Prozent an die Hinterräder leitet, ohnehin keine Probleme.

Zur umfangreichen Sicherheitsausstattung des Tiguan gehört außerdem neben ABS mit Bremsassistent und ESP der neuesten Generation auch eine Gespannstabilisierung. Die greift bei Pendelgefahr blitzschnell mit gezielter Radbremsung am Zugwagen ein und bringt so das Gespann wieder auf sicheren Kurs.

Sicher nach Hause heißt beim Tiguan nicht zuletzt auch bei Nacht den richtigen Durchblick zu behalten. Die Empfehlung dafür sind die optionalen Bi-Xenonscheinwerfer inklusive überzeugendem Kurvenfahrlicht für 1270 Euro Aufpreis. Und als Sahnehäubchen sollte man sich das Licht-und-Sicht-Paket (165 Euro) gönnen. Frontscheinwerfer und Hecklichter leuchten dann beim Aus- oder Einstieg das Umfeld des Tiguan aus und bieten so zusätzliche Sicherheit.

Preis: 30.000 bis 35.000 €
Auf neuen Wegen: Das Multimedia-Center des Tiguan

Hinter der schlichten Bezeichnung RNS 510 (Aufpreis 2475 Euro) verbirgt sich weit mehr als nur ein Radio-Navigations-System.

Kernstück des neuen Multimediacenters ist eine 30-GB-Festplatte, auf der neben den Geodaten der Navigations-DVD für Westeuropa noch üppiger Speicherplatz für Musik von CDs und DVDs im MP3- und WMA-Format bleibt. Auf dem großen Farbbildschirm können übers DVD-Laufwerk auch Videos wiedergegeben werden. Ergänzen lässt sich das System mit einer Rückfahrkamera, die als ParkPilot (370 Euro) ein gestochen scharfes Abbild des Heckbereichs aufs Display bringt. So lässt sich das Auto auch problemlos und punktgenau zum Andocken an einen Caravan heranfahren. Und für 675 Euro Aufpreis übernimmt der Parklenkassistent das Steuer des Tiguan beim Einparken.

Für den Gespannfahrer lohnt sich das RNS 510 auch deshalb, weil sich bekannte Geo­koordinaten zum Auffinden eines Campingplatzes eingeben lassen oder in nicht digitalisierten Bereichen Streckenpunkte fixiert (siehe Bild links) und später wieder angesteuert werden können.

Autor

Foto

Knoth / VW

Datum

29. April 2008
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