Die besten Sauger 18 Bilder Zoom

Handstaubsauger im Test: Die besten Sauger

Wie gut eignen sich Handstaubsauger für die Innenreinigung in Caravans und Zugfahrzeugen? Diese Frage beantwortet ein Test von zwölf Geräten aus zwei Klassen. Die Preisspanne reicht dabei von 13 Euro bis 247 Euro.

Staubsauger verursachen normalerweise nur ein maues Medienecho. Doch wenn sich die Europäische Union in ihrem Regulierungswahn die handlichen Haushaltsgeräte vorknöpft und ihnen quasi eine Tempobeschränkung verordnet, sieht das anders aus. Seit die EU zum Schutze unserer Ressourcen nur noch Geräte mit maximal 1600 Watt Leistung erlaubt und 2017 die Grenze sogar auf 900 Watt heruntersetzt, wird in den Medien über den Nutzen der Anfang September in Kraft getretenen Vorschrift diskutiert. Womöglich ist die Verordnung gar nicht verkehrt. Denn die Wattzahl allein sagt wenig über die Saugleistung der Geräte aus – nur etwas über ihren Stromverbrauch.

Das ist die Erkenntnis aus einem Test mit zwölf 12-Volt-Handstaubsaugern, den unser Schwestermagazin auto, motor und sport gemeinsam mit der Anwendungstechnik der Pflegemittel-Firma Dr. O.  K. Wack Chemie in Ingolstadt durchführte. Zwar beeinflusst der Elektromotor die Saugleistung, da er ein Gebläse antreibt, das den nötigen Unterdruck erzeugt. Doch für ein ordentliches Resultat sind noch andere Faktoren entscheidend. Zum Beispiel spielt die Strömungsoptimierung eine große Rolle, und die hängt von der Saugdüse, vom Saugrohr und vom Gehäuse des Gerätes ab. Ist das aufeinander abgestimmt, reichen 65 Watt für eine gründliche Reinigung aus.

Dabei verlangt eine Fahrzeugreinigung den Geräten einiges ab, was an den feinen Polstern der Sitzgruppe oder den vielen Ecken und kleinen Zwischenräumen in Wohnwagen liegt. So absolvierten die zwölf Staubsauger ohne Einwegbeutel in Anlehnung an die Staubsauger-Prüfnorm DIN EN 60312-1 ein hartes Testprogramm. Der Test ging sogar weiter als die Norm und verwendete neben dem anerkannten Teststaub, der den Alltagsdreck simuliert, auch noch echte Hundehaare einer Golden-Retriever-Hündin. Da die Vierbeiner oft dabei sind, hinterlassen sie in den Polstern ihre Haare.

Akku oder Steckdose?

Die Geräte wurden in zwei Bereiche eingeteilt, da sie entweder über einen Akku oder einen Anschluss für die Zwölf-Volt-Steckdose verfügen. Welche die bessere Variante ist, lässt sich schwer sagen. Die guten Geräte beider Gattungen liegen bei der Reinigungsleistung nicht sehr weit auseinander, aber beim Preis. Während man für die kabelgebundenen Handstaubsauger in diesem Test zwischen 13 und 40 Euro investieren muss, sind es bei den Produkten mit Batterie zwischen 44 und 247 Euro.

Grundsätzlich gilt, dass die kabelgebundenen Staubsauger nur für Zugfahrzeuge und die wenigen Caravans mit 12-Volt-Steckdose taugen. Die Geräte mit Akku können dagegen im Caravan und im Auto verwendet werden.

Dass günstig nicht gleich schlecht sein muss, beweist das Gerät der Lidl-Hausmarke Silver Crest. Es zeigt zwar leichte Schwächen beim Alltagsdreck, doch bei Hundehaaren spielt das 13 Euro teure Produkt seine Stärken aus und holt den zweiten Platz bei den kabelgebundenen Varianten vor den Saugern von Defort und Heyner. Nur das Gerät von Black & Decker ist in der Reinigung besser. Dem Straßenschmutz rückt es konsequenter zu Leibe, und auch bei der Hundehaarentfernung kann es sich von der Konkurrenz absetzen. Wichtige Punkte für den Testsieg sammelt das Gerät mit dem geringen Stromverbrauch und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für nicht mal 40 Euro bietet Black & Decker eine üppige Ausstattung, die vom fünf Meter langen Stromkabel bis zum verstellbaren Saugrohr mit herausziehbarer Fugendüse reicht.

Eine ähnlich gute Ausstattung in dieser Sparte bietet nur noch der Handstaubsauger von Eufab, der als einziger mit einer rotierenden Bürste punktet. Grundsätzlich bringt sie bei der Beseitigung starker Verschmutzung Vorteile. Beim Eufab-Produkt konnte das aber nicht festgestellt werden. Immerhin ist die Saugleistung ausreichend. Schlimmer sind die Verarbeitungsmängel und der Stromverbrauch – das verhindert das Urteil "empfehlenswert". Noch schlechter schneidet der Handstaubsauger von HP Autozubehör ab, der beim Test wegen  seiner mangelhaften Saugleistung durchfällt.

Bei den Akku-Saugern bestehen alle den Test, allerdings gibt es Licht und Schatten. Bedingt empfehlenswert sind die Sauger von Bosch und Rosenstein. Während die anderen Geräte das Reinigungskapitel mit "befriedigend", "gut" oder wie der Dyson-Sauger mit "sehr gut" abschließen, kommen Bosch und Rosenstein nur auf „ausreichend“. Beim Rosenstein-Produkt sorgt der schwache Akku für eine Abwertung. Sieben Minuten hält er durch, was bei Wohnwagen kaum ausreicht. Mindestens zehn Minuten sollte ein Akku schaffen. Gut sind 20 Minuten oder mehr. Abgesehen vom Philips-Gerät schafft der Rest diese Hürde – der Waeco-Handstaubsauger beeindruckt mit 38 Minuten.

Den Sieg holt sich der Dirt Devil Gator. Preis, passable Laufzeit und die gute Saugleistung dank rotierender Bürste überzeugen. Dahinter landet das Dyson-Gerät, das ebenfalls eine rotierende Bürste besitzt und die beste Saugleistung erzielt, aber teuer und in der zweiten Saugstufe zu laut ist. Das kostet den Testsieg. Den verspielt auch der punktgleiche Philips-Sauger. Der Grund: Die Akkuleistung ist mit 14 Minuten nur durchschnittlich.

So wurde getestet

Die Anwendungstechnik des Pflegemittelherstellers Dr. O. K. Wack testete mit der Redaktion die Handstaubsauger in einem definierten Versuchsaufbau – angelehnt an die DIN-Norm EN 60312-1. Um den Test praxisnah zu gestalten, kamen neben dem genormten Teppichprüfstaub auch noch Hundehaare zum Einsatz. Beide Schmutzarten wurden in einer bestimmten Menge, die unter anderem abhängig von der Saugbreite des Gerätes war, mit einer Handwalze in einen typischen Autoteppich eingerieben. Dann erfolgten fünf Saugdurchgänge. Per Wiegemethode und Sichtkontrolle wurde das Ergebnis ermittelt.

Foto

Ingolf Pompe, Frank Eppler

Datum

26. Mai 2015
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