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Hobby Premium - Vorstellung: Der Überflieger?

Sein Name ist Programm: Der Premium markiert die neue Spitze der Hobby-Palette. Das gilt für die Formgebung ebenso wie für die Technik.

Hebt Hobby völlig ab? Seit jeher steht der Caravan-Marktführer für erschwingliche Modelle. Passt da ein Designerstück wie der neue Premium ins Programm? Für die Traumwagen war doch bislang die Tochtermarke Fendt zuständig. Hobby-Geschäftsführer Rainer Ritz sieht das gelassen: „Der Premium wird günstiger als ein vergleichbarer Fendt.“ Gegenüber dem bisherigen Top-Modell Prestige rechnet Ritz bei ähnlichem Grundriss mit einem Zuschlag von rund 3500 Euro. Damit dürfte auch der teuerste Premium noch unter der 30 000-Euro-Schallmauer bleiben. Weil das Top-Modell aber auch als kurzer 440er zu haben sein wird, darf man mit Einstiegspreisen unter 20.000 Euro rechnen. Das erscheint nicht abgehoben, ganz im Gegenteil.

Beim Design braucht sich der Premium dagegen ganz gewiss nicht vor der Luxusliga zu verstecken. Sein Aufbau wirkt wie aus einem Guss. Die eng anliegenden Bugfenster erinnern an die Pilotenkanzel eines Jets. Hochglänzende Kunststoff-Flächen fassen die dunkel getönten Fenster visierförmig zusammen. Gleichzeitig geht das Design ins Detail. Rainer Ritz: „Wir haben alle hervorstehenden Teile in die Form integriert.“ Die Kederleiste fällt am Premium ebenso wenig auf wie Rangiergriffe. Man muss am Heck genau hinsehen, um sie als Teil der Leuchten zu identifizieren. Die filigran wirkende Konstruktion braucht zupackende Menschen nicht weiter zu beunruhigen. Ritz: „Selbstverständlich besteht die Befestigung aus Metall.“

Automobile Formen prägen den Premium von der Front, die unten Lufteinlässe zu haben scheint, bis zur spoilerartigen Abrisskante hinten am Dach. Obendrein gibt es einen echten Kofferraum. Premium-Besitzer müssen Klappstühle und Tisch nicht aus einer Luke unter dem Bett hervorzerren. Sie greifen von oben in das geräumige Fach am Heck, das bis zu 30 Kilogramm Gewicht verträgt.
Wären bei so viel automobilem Glanz nicht auch Seitenwände aus Glattblech passend? Konstruktionsleiter Ralf Skrubel sieht das praktisch: „Schauen Sie sich doch Glattblechwände an Caravans an. Wirklich glatt sind die Wände nicht.“ Skrubel schwört auf das nur leicht strukturierte Mini-Hammerschlagblech des Premium: „Das ist außerdem unempfindlicher und leichter.“

Dennoch muss man gegenüber vergleichbaren Hobby-Grundrissen mit einem Mehrgewicht von 80 bis 120 Kilogramm rechnen. Skrubel: „Wir arbeiten noch am Gewicht. Es wird aber keinen Leichtbau auf Kosten der Qualität geben.“
Der Premium entsteht auf den gleichen Montagebändern wie andere Hobby-Baureihen, leistet sich aber dennoch  technische Eigenheiten. Bug und Heck bestehen aus tiefgezogenen Kunststoffen, deren Rückseite fest mit einem Isolierschaum verbunden ist.

Auch die Wandverbindungen sind neu. Hobby hat sie während der zweijährigen Entwicklung durch Prüfstandtests, die 60.000 Kilometer unter verschärften Fahrbedingungen simulieren, intensiv erprobt . Auf Bewährtes griff man beim Fahrwerk in Form einer Knott-Drehstabfederachse zurück.
Kam die Wohnlichkeit bei so tiefgreifender Aufbauarbeit auch nicht zu kurz? Das Fotomodell bringt beste Voraussetzungen mit, das Gegenteil zu beweisen. Es übernimmt die Raumaufteilung von dem im Sommer 2010 gestarteten Excellent 560 CFe. „Von null auf Platz eins“, beschreibt Geschäftsführer Ritz die rasante Karriere dieses Grundrisses im Hobby-Programm. Zum Premium passt er ebenso gut. Im Vergleich zur klassischen U-Sitzgruppe hat der CFe noch eine Kuschelecke extra. Dahinter schließt sich mit einer kleinen Theke die Küche an. Mehr Gastlichkeit geht kaum.

Wer allerdings gegenüber dem Excellent einen Zuwachs an Zierrat erwartet, wird abermals vom Premium überrascht. Die klare Linie des Aufbaus setzt sich im Wohnraum fort. Die Schrankklappen sind weder zweifarbig noch gerahmt, sondern bilden ein Band, das zeitlose Klasse vermittelt.
Der Premium wäre aber kein echter Hobby, wenn nicht auch hier Details für das Ah und Oh sorgten. Es fehlt weder an einer Gläservitrine noch an einem massiven Kühlschrankgriff oder einem Wasserhahn mit extravagantem Kaskadenauslauf. Leuchtbänder betonen die Hängeschränke. Im Premium kommt dieser Effekt gut zur Geltung, denn das Tageslicht dringt nur gefiltert durch die tief getönten Scheiben. Mehr als bei anderen Caravans vermittelt das Innenleben den Eindruck einer eigenen Welt.
Um die neue, edle Hobby-Schöpfung in Ruhe auf sich wirken zu lassen, muss man übrigens nicht bis zum Caravan-Salon warten. Ende Juni sollen die ersten Premium bei den Händlern stehen. Ein genauer Blick lohnt allemal. Rainer Ritz betrachtet das Flaggschiff mehr als Vorreiter als ein Prestigeobjekt: „Man wird Elemente des Premium in Zukunft auch in anderen Hobby-Baureihen wiederfinden.“  Das klingt durchaus bodenständig.

Das Premium-Programm:

Hobby startet mit seinem Überflieger gleich auf breiter Front. Während andere Luxuscaravans oft nur mit wenigen handverlesenen Grund-rissen zu haben sind, gibt es vom Premium schon im ersten Modelljahr zehn Varianten. Es handelt sich dabei vom 440 bis zum 720 um Aufteilungen, die in ähnlicher Form bereits in anderen Baureihen des Hobby-Programms vertreten sind. Lediglich Etagenbetten sind für den Premium nicht vorgesehen. Wegen der besonderen Formgebung und des Kofferraums fallen bekannte Grundrisse im Premium etwa 25 Zentimeter länger aus als bei etablierten Hobby-Baureihen. Von anderen Luxusmodellen unterscheidet sich der Premium durch die Breite: Die kompakten Varianten messen 2,30 Meter. Damit taugt der Premium als echter Reisecaravan. Die Gewichte standen zum Redaktionsschluss noch nicht fest, dürften aber bei rund 1200 Kilogramm Leergewicht beginnen.

Auf einen Blick: Hobby Premium

Oberklasse-Baureihe mit 10 Grundrissvarianten, Länge (vorläufige Werte): von 6,50-9,40 m, Breite: 2,30- 2,50 m, vor allem für Paare zugeschnittene Grundrisse,

Preis: ab ca. 19.000 Euro  

Autor

Foto

Sven Krieger

Datum

12. Juli 2011
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