Typisch fuer einen Stockbetten-Grundriss sind die beiden übereinander liegenden Fenster. 26 Bilder Zoom

Der Knaus Südwind 580 FSK im Test: Ein Familien-Wohnwagen

Groß und klein fühlen sich wohl auf der funktionell gestalteten Grundfläche des weißen Riesen. Der Knaus Südwind 580 FSK bietet Platz für eine große Familie die aber auch mal Abstand haben wollen.

Camping ist die beste Urlaubsform für Familien mit Kindern. Der Nachwuchs ist viel draußen in der Natur und findet schnell und leicht neue Spielkameraden. Ein vernünftiger Familien-Caravan bringt auf einer möglichst großen Fläche ordentliche Betten für alle unter und gönnte den Passagieren genügend Freiraum für Regentage.

Dies gilt auch für den getesteten Südwind 580 FSK, der es auf eine Aufbaulänge von über sechs Meter und ein Breite von 2,48 Meter bringt. Bei ihm liegen die Stockbetten im Heck und das Längsbett im Bug und die Schlafplätze somit weitestmöglich voneinander entfernt.

Doch nicht in allen Punkten ist der 580er-Grundriss schlüssig. Weil die lange, sehr gut ausgestattete Küche gegenüber der Viererdinette liegt, können, wenn hier gekocht wird, der Durchgang und der Zugang zu den Sitzen vom Koch blockiert werden. Andererseits sitzen freiwillige Küchenassistenten bequem in der Nähe am Tisch.

Die Kombüse selbst bietet viel Arbeitsfläche – und Stauraum. Originell: Von den drei Unterschränken hat jeder sein eigenes Innenleben. Ganz links beginnt es mit einem halbhohen Apothekerauszug, gefolgt von einem Regalschrank und abgeschlossen von drei übereinander platzierten Auszügen inklusive Besteckschublade. Auch gut: Mindestens eine der Brennstellen am Dreiflammkocher eignet sich für einen großen Nudeltopf. Und der steht dank des massiven Gussrosts absolut wackelfrei. Einen elektrischen Zünder hat der Kocher jedoch nicht. Die runde Edelstahlspüle ist tief und breit genug, dass auch der besagte Nudeltopf darin Platz findet und sich befüllen lässt. Der prächtige 190-Liter-Kühlschrank kostet Aufpreis.

Badezimmer nicht optimal genutzt

Der zweigeteilte Hygienebereich schließt sich bugwärts an die Küche an. Den Dusch-/Toilettenraum trennt eine wuchtige Tür mit satt schließendem Fallenschloss vom offenen Waschbereich. Eine Duschwanne mit einem Ablauf ist im Bad grundsätzlich vorhanden. Vorhang, Brause und Mischer kosten extra, weil sie nicht jeder braucht. Als Klo verwendet Knaus eine Dometic CTS 3050 mit Einzelsitz und Keramikeinsatz. Wir fänden eine Banktoilette von Thetford besser: Die Sitzposition darauf wäre bequemer, und es gäbe weniger Ecken, in denen sich Schmutz sammelt.

Der Waschbereich neben dem Bett ist hübsch und mit Staumöglichkeiten, Haken und Ablagen für die kleinen Hygieneartikel ausgestattet. Das rechteckige Waschbecken ist tief genug zum Händewaschen und so platziert, dass man das Gesicht waschen kann, ohne dabei den Caravan zu fluten.

Das im Fußbereich abgeschrägte Längsbett misst an der breitesten Stelle respektable eineinhalb Meter, die Länge von unter zwei Metern lässt sich deswegen verschmerzen. Zumindest Herrn Otto Normal offeriert der Südwind 580 FSK ein opulentes und komfortables Nachtlager, wozu die nicht zu harte und nicht zu weiche Kaltschaummatratze sowie der einfach konstruierte, überaus stabile Lattenrost entscheidend beitragen. Das Gepäckfach darunter erreicht man einfach durch die serienmäßige breite Außenklappe. Etwas umständlicher ist das Be- und Entladen durch den nur zum Teil aufklappbaren Lattenrost.

Eltern und Kinder haben den gleichen Schlafkomfort

Das untere der beiden quer im Heck eingebauten Stockbetten lässt sich mit hochgeklapptem Lattenrost zu einem großen Staufach umbauen, in dem Dinge wie Kinderfahrräder oder Campingmöbel transportiert werden können. Enttäuschend ist, dass die dafür unverzichtbare Seitentür extra bezahlt werden muss. Die Qualität von Matratzen und Lattenrosten orientiert sich erfreulicherweise an der des Elternbetts. Das ist nicht bei allen Marken so.

Der große Kleiderschrank liegt direkt neben den Stockbetten und damit im Kinderbereich. Und zwar hinter dem Trennvorhang, wenn dieser zugezogen ist. Ohne Störung lässt sich der Schrank nachts also nicht benutzen. Der hohe, schmalere Wäsche-Regalsschrank grenzt an den Waschbereich.

Die Dinette schließt sich an das Längsbett an und hat vier komfortable Sitzgelegenheiten zu bieten. Die vordere Sitztruhe ist zu großen Teilen vom Wassertank belegt, die hintere hingegen voll nutzbar. Vorbildlich sind die in die Polster integrierten Truhendeckel, die sich mit einem Handgriff öffnen lassen. Mit zwei Zusatzpolstern  mutiert die Dinette zu einem schmalen Doppelbett. 

Insgesamt ist die Einrichtung des Südwind einfach und unspektakulär – aber frisch und freundlich. Die hellen Holztöne harmonieren schön mit dem dunklen Parkettboden und den gedeckten Stofffarben.

Perfekte Verarbeitung im ganzen Wohnwagen

Die Verarbeitung ist einwandfrei. Klappen und Türen fluchten ohne Versatz, die Möbelverbinder sind bestens versteckt. Die eine oder andere sichtbare Schraubenabdeckung in den Schränken ist absolut in Ordnung.

Im Sortiment der Beschläge finden sich die üblichen kräftigen Scharniere mit Aufstellfunktion an den Hängeschrankklappen, große, kühn geschwungene Griffe an Klappen und Türen sowie Kunststoff-Hakenschnäpper an den Küchenschränken und -schubladen. Die Türen von Kleider- und Wäscheschrank werden hingegen von Drehstangenschlössern zugehalten.

Rohre, Leitungen und technische Gerätschaften wie die Truma Therme oder der Elektroblock sind anstandslos installiert, in den Stauräumen jedoch nur teilweise vor Beschädigungen durch vagabundierendes Gepäck geschützt.

Bei Steckdosen und Licht hat er Schwächen

Die Platzierung der fünf Steckdosen ist nicht immer praxisfreundlich. Die zwei Steckdosen unter den Hängeschränken der Dinette sollen Sitzgruppe und Längsbett mit Strom versorgen. Doch dafür müssen relativ lange Kabel quer durch den Raum in Kauf genommen werden.   

Auch bei der Beleuchtung zeigt der Südwind Schwächen. Als Hauptlichtquelle dient eine einzelne Deckenlampe mit drei Halogen-Birnchen, die aber nur schummeriges Licht verbreitet. Lediglich in der Küche sorgen drehbare LED-Stablampen für die positive Ausnahme und helles, gleichzeitig flexibel einsetzbares  Licht. Ansonsten setzt Knaus im Südwind noch voll auf Halogen-Leuchtmittel.

Die Stauraumsituation im 580 FSK hingegen ist exzellent: Vor allem Bettkästen und Sitztruhen schlucken jede Menge Gepäck. Achtung: Die Auflastung ist notwendig, denn die vom Werk vorgesehene Zuladung ist schlicht zu knapp. Die gering anmutende Stützlast stellt übrigens kein Problem dar, da sie gut auf die Stauraumpositionen abgestimmt ist. So wird der 580 FSK zu einem gutmütigen Nachläufer.

Kederleisten auf beiden Seiten, der auffallende Heckleuchtenträger mit seinen großen Lampen und der geräumige Deichselkasten mit dem parallel aufschwingenden Deckel sorgen für die elegante Linie und zeugen von Knaus langjähriger Erfahrung. Das routiniert verarbeitete Alu-Styropor-Sandwich mit Holzeinlegern ist wie ein Sinnbild für den Südwind: Er ist reif und solide, könnte aber ein kleines Update gebrauchen.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Ingolf Pompe

Datum

10. Februar 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 01/15.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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