Heckansicht Musica 530 K 26 Bilder Zoom

LMC Musica 530 K im Test: Mehrgenerationen-Caravan

Mit komfortablen, zum Doppelbett umbaubaren Einzelbetten im Bug und Stockbetten im Heck ist der Musica 530 K ein echter Mehrgenerationen-Caravan, der auch qualitativ überzeugt.

Der LMC Musica 530 K sieht aus wie ein ganz normaler Caravan und ist doch einzigartig: Denn er ist abgesehen vom 1.140 Euro günstigeren Schwestermodell Vivo 530 K der einzige Caravan, der Einzelbetten im Bug mit Stockbetten quer im Heck kombiniert. So empfiehlt sich der LMC als echter und reisetauglicher Mehrgenerationen-Wagen. Denn durch die Einzelbetten schließt der 530er weder ältere Semester aus, noch vergrault er dank des Rolllattenrosts zwischen den Liegeflächen jüngere Camper.

Zu den Besonderheiten eines jeden LMC-Caravans gehört der holzfreie Wandaufbau mit einer Dämmung aus hochwertigem XPS-Schaum und PU-Leisten an den Stößen. Dach, Bug und Heck beplankt LMC mit GfK, die Seitenwände in der Serie mit Hammerschlag-Aluminium. Übrigens sind 12 Jahre Dichtheitsgarantie, jährliche Kontrolltermine vorausgesetzt, ebenfalls einzigartig. Grund genug für LMC, die Konstruktion LLT zu taufen – Long Life Technology. Ebenso konsequent wie auf LLT setzt die Marke auch die Plattformstrategie: Vivo, Musica und das Top-Modell Maestro unterscheiden sich nur in der Gestaltung ihrer Interieurs und im Ausstattungsumfang. Die Grundkonstruktion und bei identischen Grundrissen auch die Maße sind bei allen drei Baureihen identisch.

Alle Infos zum LMC Musica 530 K

  • Schlafplätze: 4+2
  • Zul. Gesamtgewicht: 1.600 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 8,13/2,33/2,58 m
  • Grundpreis ab 22.690 Euro

Wohnen

Wegen der Breite von 2,33 Meter und der Versammlung wichtiger und wuchtiger Elemente wie Küche, Bad, Kleiderschrank und Kühlschrank in der Wagenmitte lässt es sich nicht vermeiden, dass der 530 K etwas eng wirkt und im Mittelgang auch ist. Doch die Position der Sitzgruppe gegenüber dem Eingang mit seiner hochwertigen Tür und Platz vor den Etagenbetten entschärft die Situation. Zumindest solange die Dinette im Urzustand verbleibt. Denn mit einer Tischverbreiterung, Klappen an den Sitztruhenflanken und Polsterstücken (360 Euro) schafft sie auch eine an Winterabenden gemütliche Sitzgelegenheit für fünf bis sechs Personen – zumindest wenn Kinder darunter sind. Dass die äußersten Sitzplätze mangels versteifter Rückenpolster etwas wabbliger sind als jene auf der Sitztruhe – geschenkt, denn die Vorteile überwiegen.

Für mehr als zwei Kinder ist der 530 K jedenfalls gut gerüstet. Davon künden auch drei Polsterquader, dank derer sich die Sitzgruppe in eine 178 mal 89 oder sogar 108 Zentimeter große, für Umbaubett-Maßstäbe recht komfortable Schlafgelegenheit wandelt.
An die auf Komfort-Lattenroste mit aufstellbaren Kopfteilen gebetteten Kaltschaummatratzen der Bugbetten kommt freilich keines der anderen Nachtlager im 530 K heran. Während das linke Bett zwei Meter lang ist, endet das rechte bei 1,90 Meter – bei identischer Breite von 88 Zentimeter. Das Mittelpolster für den Ausziehlattenrost ist dabei so weich wie die Hauptmatratzen. Prima.

Kinder sind im LMC keine Gäste zweiter Klasse. Denn auch in den Etagenbetten kommen immerhin acht Zentimeter dicke, 206 lange und 78 Zentimeter breite Schaummatratzen zum Einsatz. Auch die Belastbarkeit von 80 Kilogramm raubt Jugendlichen fast sämtliche Gründe, nicht mit in den Urlaub zu fahren. Der Weg ins Oberstübchen führt über eine stabile Leiter mit zwei Handläufen, der Absturzschutz ist hoch. Und: Für die Abtrennung des Kinderbereichs leistet sich LMC eine dreisegmentige, leicht und leise laufende Holzschiebetür.

Dass der Küchenblock schmal ist, gleicht LMC mit einem stabilen Klappbrett an der Türseite aus. In Ruheposition schmiegt es sich bündig in die Flanke des Küchenkorpus. Das Küchenfenster wird von einer Holzkassette umschlossen – beides sehr edel. Auch die Spülen-Herd-Einheit mit Gussrost gehört zu den Feineren am Markt. Das Ensemble überzeugt mit Flammenzünder und Wasserablauf vom Herd in die tiefe Spüle, aber auch unter praktischen Gesichtspunkten vollauf. Drei breite Schubladen mit unerschütterlich wirkenden Auszügen und Drucktastenverschlüssen schlucken Küchenutensilien en masse. Dazu kommen zwei Deckenschränke mit allerdings einfachen Schnappschlössern und zwei wiederum sicher, weil mechanisch verriegelte Unterfächer. Gleich nebenan steht der schmale 146,5-Liter-Kühlschrank, unter dem ein weiteres Fach zur Verfügung steht.

Obwohl das Bad kompakt ist, möbliert es LMC üppig. An Stauraum und Ablagen herrscht demnach kein Mangel, wohl aber an Bewegungs- und Beinfreiheit auf der drehbaren Toilette. Zwei Kleiderhaken sind die einzigen Anbauteile, das Toilettenpapier steht auf der breiten Ablage neben dem Klo. Wer eine Dusche wünscht, was mit Kindern an Bord durchaus berechtigt ist, bekommt sie im Paket mit Duschtasse, Holzbodenrost & Co.

Von insgesamt sehr guter Qualität und Machart ist das Mobiliar. Exakte Spaltmaße, hochwertige Beschläge und passgenaue Eckelemente – in Sassenberg arbeiten gute Handwerker und Konstrukteure. Davon profitierten auch die anderen Hymer-Marken Eriba, Bürstner und Dethleffs, die ihre Modelle Exciting (auf Basis des Musica), Premio und C’Go (auf Basis des LMC Style) dort bauen lassen. Meckern kann man allenfalls über die Klebe-Konfettis, die Schrauben kaschieren, aber nicht immer den richtigen Holzton treffen, die kratzempfindlichen Oberflächen von Tisch- und Küchenarbeitsplatte und dass der Einhängetisch wackelt, wenn man an ihn beim Ein- und Aussteigen etwas härter anpackt.

Preise

Der Musica ist kein billiger Caravan, bietet aber konzeptionell und qualitativ einen reellen Gegenwert für den Grundpreis. Allerdings packt LMC einige Dinge, die man in dieser Wagenklasse gerne hat, in Pakete. Ganzjahrescamper empfehlen wir, statt in das schwere Style-Plus-Paket in das preisgleiche Winter-Paket zu investieren, um die kleine Schwäche durch die kleine Serienheizung auszubügeln. Volle Punktzahl heimst der Münsterländer dagegen bei der Dichtheitsgarantie ein – 12 Jahre sind Rekord in der Branche. Teuer und schwer, aber eine nochmalige Erweiterung des Nutzungsspektrums ist das Aufstelldach mit zwei Zusatzschlafbetten. Auch dieses gibt es nur bei LMC und Eriba.

Beladen + Fahren

Platz für ihre Siebensachen braucht die Familie, und der 530 K hat ihn. Der Kleiderschrank ist groß genug für alles, was hängen muss, zwischen Sitzgruppe und Etagenbett steht ein fünffach unterteilter Wäscheschrank, am Fußende noch eine Garderobe mit drei Regalbrettern im unteren Bereich. Hinzu kommen zwei voll nutzbare Sitztruhen die, wie auch alle Bettstauräume, mit Holzböden ausgelegt sind. Unter den Einzelbetten gähnen ebenfalls Laderäume, nur links ein klein wenig verknappt vom Wassertank. Unter das rechte Bett führt eine Außenklappe, hier mildert der Einlegeboden immerhin die Stufe zu den Installationskanälen. Zudem lässt sich zur Stauraumerweiterung das untere Stockbett hochklappen und mit einem simplen Zurrband befestigen. Dadurch entsteht eine Heckgarage, die nicht zu schwer beladen werden sollte – obwohl die Stützlast und die Bugstauräume "Gegenladung" ermöglichen. Die serienmäßigen selbstnachstellenden Bremsen sprechen exzellent und ohne Auflaufschlag an.

Die Gewichtsbilanz des Testwagens legt die Auflastung auf 1800 Kilogramm nahe, das Maximum sind zwei Tonnen. Hier bestimmt neben der Anhängelast des Zugwagens auch der Wunsch nach einer Tempo-100-Zulassung die Möglichkeiten. Fakt ist, dass in den mit Gas und Wasser bestückten Testwagen 320 Kilo zugeladen werden dürfen, nach EU-Richtlinie 183 Kilogramm. Das größte Sparpotenzial ohne Nebenwirkungen beim Wohnen bietet der Verzicht auf das Style-Paket.

Technik

Eine 3-kW-Heizung vom Typ Truma S 3004 ist für einen Wagen dieser Größenordnung knapp. Doch LMC offeriert ein 1290 Euro teures Truma-Winterpaket, in dem unter anderem die stärkere S 5004 enthalten ist. Seltsam ist die Warmluftverteilung: Nur drei Ausströmer setzten die Konstrukteure, hinter den Etagenbetten und dem linken Einzelbett sickert Wärme nur durch kleine Löcher in den Warmluftrohren. Mit der Strahlungswärme des Heizkörpers wird zwar das Wagenzentrum rasch warm, doch im Heck wird es lange nicht recht kuschelig.

Direkt hinter der Heizung und damit sowohl stauraumschonend als auch energieeffizient steht die Truma Therme – ein Konzept, das Eriba beim Nova eingeführt hat. Eriba stand auch bei der Verlegung von Strom- und Wasserleitungen Pate: Sauber in Schächten gebündelt, besteht kaum Gefahr, dass Ladung sie beschädigt. Die sehr einfach konstruierten Holzdoppelböden in den Stauräumen machen bei einer Warmluftheizung, die nicht auf Luftzirkulation angewiesen ist, erstens relativ wenig Sinn und gehen zweitens sehr schnell kaputt.

Der Musica ist mit Ausnahme der funzeligen Kinderbett-Leuchten komplett mit LED ausgestattet und erreicht so auch ordentliche Lux-Werte. Die elektronische Lichtsteuerung ist logisch und weist des Weiteren zwei Besonderheiten auf: Am Zugwagen angeschlossen, brennt nur das Hauptlicht. Und wird die Landstromversorgung bei brennendem Licht gekappt, bleibt es nach dem Wiederanschließen aus. USB-Steckdosen fehlen – nicht nur im Kinderzimmer.

Der holzfreie Aufbau gehört sicher zu den Highlights des Musica und gefällt darüber hinaus durch seine saubere Verarbeitung. Auch die Kunststoffanbauteile passen wie angegossen. Der steife Deckel vor dem geräumigen, soliden Bugkasten verriegelt an zwei Punkten und verfügt über einen praktischen Schnellzugriff für die Gasflaschenventile. Die Sechskante der Standstützen reichen bis zur Karosseriekante und sind treffsicher mit der langen Kurbel zu erwischen.

Wertung

Wohnen 3,6
(+) Sehr komfortable und leicht zum Doppelbett umbaubare Einzelbetten.
(+) Große und bis 80 kg belastbare Stockbetten mit guter Kopffreiheit.
(+) Bequeme Sitzgruppe für eine vier- köpfige Familie, optional verbreiterbar.
(+) Schmale, aber gut ausgestattete Küche mit hochwertiger Spüle-Kocher-Einheit und praktischer Klapp-Ablage.
(+) Qualitativ hochwertiger Möbelbau mit überwiegend guten Schlössern und stabilen Auszügen.
(-) Enges, aber vollständig möbliertes Bad mit wenig Beinfreiheit auf der Toilette.
(-) Schmale Stockbett-Leiter.
(-) In der Wagenmitte relativ eng.
(-) Küchenoberschränke nur mit Schnappschlössern.

Preis & Service 3,2
(+) Angemessene Serienausstattung.
(+) Dichtheitsgarantie von 12 Jahren.
(+) Dichtes Händlernetz in Europa.
(+) Sinnvolle Pakete für jeweilige Nutzungsvorliebe.
(-) Garantiezeit nur zwei Jahre.
(-) Im Wettbewerbsvergleich höherer Preis durch aufwendige Aufbautechnik.

Beladen 4,0
(+) Viel Schrankstauraum und offene Ablagen im Wohnraum, große Sitztruhen und Bettstauräume inkl. Heckgarage.
(+) Mit Auflastung auf 1.800 Kilogramm ausreichende Zuladungsreserven, weitere Gewichtserhöhung auf 2.000 Kilo möglich.
(+) Gute Gewichtsverteilung im fahrbereiten Zustand erlaubt Nutzung von Bug- und Heckstauräumen.
(-) Einfache, wenig stabile Doppelböden in allen Bett- und Sitzgruppenstauräumen.
(-) Offene Metallstreben in Heckgarage.

Fahren 3,9
(+) Sichere Fahreigenschaften auch hinter Mittelklasse-Kombi (VW Passat)
(+) Wagenbreite von 2,33 Meter noch absolut reisetauglich.
(+) Selbstnachstellende Bremsen Serie, dadurch sehr sanftes Auflaufen und progressiv einsetzende, hohe Bremswirkung.
(+) Tragfähige, am Tag der Erstzulassung noch junge Markenreifen.
(+)(-) Reifendruckangaben in Deichselkasten.
(-) Keine Stützlastwaage im Bugrad.
(-) Fahrstabilisierungssystem ATC teuer.

Technik 3,5
(+) Hochwertiger, holzfreier Aufbau.
(+) Hohes Qualitätsniveau beim Möbelbau – gute Beschläge.
(+) Fast vollständige, helle LED-Beleuchtung.
(+) Verlegung von Leitungen und Kabeln in Kanälen.
(-) Kein Sicherungsnetz an oberem Stockbett.
(-) Zu wenig Licht im Kinderbereich.
(-) Für Wagengröße kleine Heizung mit nur drei Ausströmern.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Christian Hass, Ingolf Pompe (1)

Datum

3. Mai 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 4/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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