Außenansicht vom LMC Vivo 27 Bilder Zoom

LMC Vivo 490 E im CARAVANING-Test: Erste Einblicke in den Jubiläums-Caravan

Der LMC Vivo der Saison 2016 feiert erst auf dem Caravan-Salon Premiere. Doch einen Vorgeschmack darauf gibt jetzt schon das üppig ausgestattete Jubiläumsmodell mit ordentlichem Preisvorteil.

Zum 60. Geburtstag präsentiert die Premiummarke LMC einen prall gefüllten Geschenkekorb. Die Basis für das Jubiläumsmodell ist ein Einzelbetten-Caravan mit Rundsitzgruppe namens LMC Vivo 490 E, der in dieser Form erst in der kommenden Saison angeboten werden wird.

Die reichhaltige Ausstattung des Jubiläumsmodells reicht vom Rangierantrieb über ein teures Vorzelt bis zu den Alurädern und einigem mehr. Die Preise sind laut LMC stark subventioniert, die Ersparnisse liegen bei über 3000 Euro – ein attraktives Angebot also.

Zusätzlich gewährt LMC damit jetzt schon einen ausgiebigen Blick auf die künftige Baureihe, die immer mehr von der Plattform-Politik des Hauses profitiert. Vivo, Musica und Maestro sind von außen zukünftig nur noch am jeweiligen Schriftzug zu unterscheiden. Andererseits profitieren alle Modelle von der gemeinsamen, hochwertigen Technik wie dem größtenteils holzfreien Aufbau (LLT) oder dem attraktiven Möbelbau.

Die Unterschiede der verschiedenen Baureihen liegen vor allem in der geschmacklichen Gestaltung des Interieurs und der Wertigkeit der technischen Ausstattung. Wobei der Vivo die günstigste Baureihe mit dem jugendlichsten Auftritt bleiben wird.

Allgemeine Infos zum LMC Vivo 490 E:

  • Schlafplätze: 2+2
  • Zul. Gesamtgewicht: 1800 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 5,87/2,32/2,58 m
  • Grundpreis ab: 20 660 Euro

Wohnen

Der LMC Vivo 490 E mit bequemen Einzelbetten und breiter Rundsitzgruppe gehört zu den momentan angesagten Grundrissen. Die Möblierung darin zeigt sich wohlsortiert und aufgeräumt. Verarbeitet wird mit hoher handwerklicher Klasse. Spaltmaße sind gleichmäßig und schmal. Linien fluchten wie gewünscht, der Einsatz von sichtbaren Möbelverbindern und Schraubabdeckungen bleibt sparsam.

Der Durchblick reicht von der Rundsitzgruppe im Bug bis zu den beiden Einzelbetten im Heck. Mittschiffs teilen sich die Funktionsbereiche Küche, Bad und Kleiderschrank den verbliebenen Raum schiedlich-friedlich auf. In die Quere kommen sich hier höchstens mal zwei gegenüberliegende Türen.

Zum positiven Raumgefühl trägt auch die freundliche Gestaltung der Möbel bei. Fast schon traditionell wird beim Vivo seit ein paar Jahren der Wechsel zwischen holzfarbenem Korpus und großen weißen Flächen an Türen und Klappen favorisiert. Dies ändert sich in der kommenden Saison auch nicht, wenngleich die Farben in Nuancen einen anderen Ton annehmen.

Die Rundsitzgruppe beansprucht den kompletten Bugbereich. Auf zwei Längsbänken und einer breiten Querbank kommen je nach persönlichem Platzbedarf vier bis sechs Personen unter. Der Einstieg in die Sitzrunde fällt aufgrund des sperrigen Klapptischgestells allerdings nicht immer und nicht für jeden leicht. Der optionale, teleskopierbare Einbeintischfuß würde hier die Beinfreiheit erhöhen und auch den Bettenbau vereinfachen. Die Sitzpolster sind dick, leicht strukturiert und nicht zu weich. Längeres Sitzen gerät darauf nicht zur Tortur. Nur zum wirklich bequemen Liegen sind die Polster auf der zum Bett umgebauten Sitzgruppe weniger geeignet. Obschon die Liegefläche riesig ist, fehlt ihr eine ordentliche Unterfederung.

Echten und ungestörten Schlafkomfort bieten die beiden Einzelbetten auf der gegenüberliegenden Seite im Heck. Die Nachtlager sind mit stabilen wie flexiblen Lattenrosten bestückt, die am Kopfende aufgestellt werden können. Als Auflage dient eine moderne Kaltschaummatratze, deren verschiedene Zonen unterschiedlich hart ausfallen, sodass verschiedene Körperpartien ideal unterstützt werden. Beide Betten sind mit 90 Zentimeter angenehm breit, das linke misst ausreichende 1,90 Zentimeter Länge. Das rechte Bett ist jedoch fast zehn Zentimeter kürzer – und damit deutlich zu kurz für ein Durchschnittsbett.

Wem von Zeit zu Zeit nach Kuscheln zumute ist, der muss nicht umziehen. Mit Hilfe eines Rollrosts und eines Extrapolsters kann er die einzelnen Betten zu einer Liegewiese von rund zwei Metern Breite zusammenfassen. Im Fußbereich findet sich jeweils ein kleines, offenes Regal für ein paar Bücher und andere Utensilien. Das Schlafzimmer lässt sich durch einen blickdichten Trennvorhang vom restlichen Wohnbereich separieren.

Im Mittelteil des Caravans sind Kombüse (rechts) und Bad (links) untergebracht. Die Längsküche misst immerhin mehr als einen Meter in der Breite. Eine Fläche, die fast komplett von der Kocher-Spüle-Kombination eingenommen wird. Speziell der Dreiflammkocher mit seinen asymmetrisch angeordneten Brennern bietet für jeden Kochzweck die richtige Flamme, die jeweils von einem elektrischen Zünder gestartet wird. Die Edelstahlspüle bietet viel Platz. Der Mangel an Arbeitsfläche wird durch die Glasabdeckungen für Kocher und Spüle sowie eine ausklappbare Ablage ausgeglichen.

Der Sanitärraum ist sehr kompakt geraten, sodass es für fülligere Zeitgenossen etwas eng wird. Dass die Wahl auf eine Drehtoilette fällt, ist hier nicht besonders glücklich. Rund um die Schüssel sind nämlich zerklüftete Räume entstanden, in denen sich Schmutz sammelt, der dort nur schwer zu entfernen ist. Eine Duscheinrichtung ist beim Sondermodell nicht vorgesehen. Der Rest der Einrichtung mit Waschtisch, großem Becken, genügend Schränken und Ablagen, Spiegeln und Handtuchhaltern ist schön gestaltet und praxisgerecht.

(+) Relativ breite Betten mit hochwertigen Kaltschaummatratzen.
(+) Dank Rollrost stark wandelbare Betten. Lattenrost am Kopfteil aufstellbar.
(+) Viel Platz für 4 Erwachsene und bequeme Polster in der Sitzgruppe.
(+) Möbelbau einwandfrei. Hinterlüftung annähernd perfekt.
(+) Schlafzimmer vom restlichen Wohnbereich abtrennbar.
(+) Küche mit guter Ausstattung, genügend Stauraum und zusätzlicher Arbeitsfläche.
(-) Sanitärraum etwas eng. Rund um die Toilette sammelt sich Schmutz.
(-) Garderobe an der Engstelle am Sanitärraum schlecht nutzbar.
(-) Linkes Einzelbett unter 1,90 Meter lang.

Preise

Momentan gilt bei LMC noch die Preisliste der 2015er Modelle (siehe unten). Die Basis für das Jubiläumsmodell ist jedoch der 2016er Vivo. Dessen Preis und Ausstattungen stehen noch nicht hundertprozentig fest. Unter gewissem Vorbehalt wird der Grundpreis bei 20.650 Euro liegen. LMC spendiert das opulente Jubiläumspaket im Wert von rund 10.000 Euro obendrauf. Den 490 E gibt es praktisch zum Festpreis von 27.660 Euro. Laut LMC belaufen sich die Einsparungen auf 3097 Euro. Das Paket besteht aus Alufelgen, Therme, Fliegenschutztür, Heki, Komfort-Tür, Abwassertank, Frischwassertankanzeige, Fernbedienung Vorzeltleuchte, Autarkie-Paket, Truma Mover XT, Vorzelt Isabella Capri Coal, Deichsel-Fahrradhalter, Jubiläumsdekor und der Auflastung auf 1800 kg.

Grundpreis: 20.650 Euro
Testwagenpreis: 27.660 Euro mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II (150 Euro)

  • ATC (4,5 kg): 799 Euro
  • Alko Big Foot (2 kg): 119 Euro
  • Reserverad mit Alufelge (8 kg): 290 Euro
  • Teppichboden (7 kg): 275 Euro
  • Klimaanlage Telair (40 kg): 1825 Euro
  • Dunstabzug (2 kg): 295 Euro
  • Backofen (8 kg): 670 Euro
  • TV-Gelenkhalter (2 kg): 159 Euro
  • Fußbodentemperierung elekt. (4 kg): 580 Euro
  • Truma Ultraheat (7 kg): 425 Euro
  • Duo-Control mit Crashsensor (2 kg): 275 Euro
  • Flachbildschirm (6 kg): 659 Euro

Kosten und Service

  • Steuer (1800 kg zGG): 67 Euro
  • Dichtigkeitsgarantie/Kontrolle: 12 Jahre/24 Monate
  • Servicestellen in Deutschland/Europa: 55/160

(+) Hohe Garantieleistungen bezüglich der Dichtigkeit.
(+) Großes Händlernetz in Deutschland und auch europaweit.
(+) Das Jubiläumsmodell enthält neben der umfangreichen Grundausstattung viele Zugaben zum subventionierten Preis.

(-) Insgesamt hoher Caravan-Preis.

Fahrwerk und Gewichte

Die Truhen und Bettkästen des Vivo sind so aufgeräumt wie sonst die gute Stube im Caravan. Die Böden sind sauber mit einer aufgedoppelten Schicht ausgelegt, der für ebene Stauflächen und eine wirkungsvolle Hinterlüftung sorgt. Ringsum am Rand der Stauräume verlaufen Metallkäfige, die die Heizungsrohre vor Quetschungen schützen. Alle weiteren technischen Installationen im Jubiläumsmodell sind sinnvoll untergebracht, sodass sie weder wertvollen Stauraum verschwenden noch von herumvagabundierendem Gepäck gefährdet werden. Der Zugriff auf die verschiedenen Truhen erfolgt über die klappbaren Lattenroste, Sperrholzdeckel und durch eine große Außenklappe. Weiterer Stauraum findet sich in den Hängeschränken rundherum und in den diversen Gepäckabteilen in Küche und Sanitärraum. Den geräumigen und beleuchteten Kleiderschrank sollte man nicht vergessen.

Zum Jubiläumspaket gehören schwere, aufpreispflichtige Zugaben (Mover, Stromversorgung, Vorzelt etc.), die bei der Bestimmung des fahrbereiten Gewichts mitgewogen wurden. Am Schluss bleibt trotzdem eine großzügige Zuladung von 281 kg, die der Auflastung auf den Maximalwert von 1800 kg zu verdanken ist. Die Überlastreserve der Reifen fällt mit 50 kg etwas knapp aus.

Die Gewichtsverteilung ist sehr ausgewogen, und auch die Stützlast liegt voll im grünen Bereich. Der Caravan erweist sich demgemäß als ein gutmütiger Nachläufer, der auch einen kompakteren Zugwagen nicht überfordert.

(+) Hohe Gepäckkapazität in Sitztruhen, Bettkästen und zahlreichen Hängeschränken.
(+) Viele offene Ablagen rund um die Sitzgruppe und im Schlafzimmer.
(+) Sitztruhen und Bettkästen mit doppeltem Boden und Installationskanälen.
(+) Zahlreiche und verschiedene Staumöglichkeiten in Küche und Sanitärraum.
(-) Keine offenen Ablagen in der Küche.
(-) Auflastmöglichkeiten am Testwagen mit 1800 kg ausgereizt.

(+) Ausgewogene Gewichtsverteilung. Stützlast im idealen Bereich.
(+) Schlingerdämpfer serienmäßig.
(+) Markenreifen zum Zeitpunkt der Caravanproduktion nur drei Monate alt.
(+) Relativ kompakter und übersichtlicher Caravan.
(-) Die Überlastreserve der Reifen fällt recht knapp aus.

Technik

Die elektrische Anlage, vor allem der Umformer und die FI-Sicherung, findet sich geschützt und aufgeräumt im Kleiderschrank wieder. An der Verkabelung gibt es auch nichts auszusetzen. Speziell die langen Kabelwege durch die Bettkästen werden von stabilen Blechkanälen begleitet. Die Anzahl an Steckdosen ist zwar begrenzt, die bestehenden Anschlüsse sind jedoch gut platziert.

Eine weniger klare Linie verfolgen die verschiedenartigen Schalter für die Beleuchtung, an die man sich je nach Lampe neu gewöhnen muss. Nach einer Zeit des Lernens erfreut sich der Nutzer an der sinnvoll verteilten und effektiven LED-Lichttechnik (mehr dazu im Lichtcheck).
Tadellos und fortschrittlich ist der Aufbau des Vivo, den er mit dem Musica und Maestro teilt und für den es zwölf Jahre Garantie gibt. Der 490 E ist größtenteils verrottungssicher aufgebaut. Boden, Dach, Bug und Heck verfügen über eine äußere Schicht GfK. Die Isolierung des LMC-Caravans übernimmt der effiziente XPS-Schaum, der gute Voraussetzungen für eine hohe Wintertauglichkeit mit sich bringt. Einige Besonderheiten bietet der geräumige Deichselkasten des LMC. Neben dem stabilen Riffelblechboden, einem großformatigen, doppelschaligen Deckel findet sich hier eine Serviceöffnung, durch die die Gasflaschenventile bedient werden können. Weniger einfach fällt es, die Kederleiste über dem Bugfenster zu nutzen, denn die naheliegenden Randprofile erschweren dies.

Die Truma-S-3004-Gasheizung mit einfachem Gebläse ist ausreichend für die Größe des Caravans dimensioniert. Die Anzahl und Verteilung der Ausströmer sowie die Temperierung nebst Belüftung der Einrichtung hält sich an den Klassenstandard. Speziell für die Behaglichkeit sowohl im Schlafzimmer als auch in der Sitzgruppe sorgen Winterrückenlehnen.Für warmes Wasser sorgt eine Truma Therme, die geschützt im Staukasten untergebracht ist. In Zeiten, in denen allerorten mannshohe Kühlschränke eingebaut werden, ist ein 100-Liter-Gerät in Standardhöhe wie im Vivo 490 E nur schwer zu akzeptieren.

(+) Fortschrittliche, holzfreie Aufbautechnik mit hochwertigem Isolator und GfK-Wänden.
(+) AKS-Schlingerdämpfer serienmäßig. Gleichmäßige Gewichtsverteilung.
(+) Durchgängig saubere Verarbeitung von Aufbau, Ausbau und Bordtechnik.
(+) Fortschrittliche und effiziente Beleuchtung komplett in LED-Technik.
(+) Wintertauglichkeit liegt insgesamt über dem Klassendurchschnitt.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Christian Hass

Datum

17. August 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 07/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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