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Marktübersicht leichte Caravans: Nimm’s leicht mit Caravans bis 1300 kg

Das Angebot an kleinen und vor allem leichten Reisecaravans umfasst eine Vielzahl an Modellen. Wer sich solch einen anschaffen möchte, muss gründlich selektieren. Hier ist die komplette Übersicht.

+++ In dem kostenpflichtigen PDF-Download finden Sie eine Liste über alle Leicht-Caravans +++

Light-Produkte liegen im Trend. Egal ob Cola oder Brotaufstrich – leicht soll es sein. Seit geraumer Zeit muss auch mancher Caravan-Interessent auf Light-Produkte zielen. Denn einerseits fallen die Anhängelasten von Zugwagen mitunter nicht eben üppig aus. Selbst vermeintlich kapitale Brocken aus der SUV-Liga dürfen bisweilen nur vergleichsweise mickrige Gewichte an den Haken nehmen. Andererseits gilt für Inhaber eines Führerscheins der Klasse B fürs ganze Wohnwagengespann eine 3,5-Tonnen-Obergrenze, was das Angebot an Caravans zwangsläufig und zusätzlich einschränkt.

CARAVANING hat das aktuelle Modellprogramm sondiert und für alle Gewichtsbewussten sämtliche hierzulande offerierten Caravans aufgelistet, deren technisch zulässige Gesamtmasse unter 1300 Kilogramm liegt. Echte Reise-Talente eben. Insgesamt 17 Marken von Adria bis Weinsberg und 36 Modellreihen sind dabei zusammengekommen. 136 Caravans mit Gesamtlängen von 477 bis 728 Zentimeter, mit Aufbaubreiten zwischen 180 und 233 Zentimeter und mit einem Leergewicht – genauer mit einer Masse in fahrbereitem Zustand – zwischen 550 und 1199 Kilogramm. Anders gesagt: klassische Reisecaravans zu Grundpreisen zwischen 8280 und 21.950 Euro.

Vorsicht bei Leichtcaravans: Geringe Zuladung

Bei der Analyse der technischen Daten zeigt sich, dass die zulässige Gesamtmasse in Verbindung mit der Masse in fahrbereitem Zustand oft nicht viel Zuladung erlaubt. Da kommt es schon vor, dass kaum mehr 150 Kilo eingepackt werden können – wenig Spielraum für Campingutensilien und persönliche Ausrüstung. Immerhin 57 von den 136 Kandidaten verkraften weniger als 200 Kilogramm.

Waschechte Leichtbau-Reisewohnwagen – seit Jahren gewünscht – sind derzeit nicht in Sicht. Zwar drehen die Hersteller hier und da recht effektiv an der Gewichtsschraube, wie es zum Besipiel Bürstner demonstriert. Mit dem holzfreien GfK-Boden lassen sich je nach Modell tatsächlich 50 bis 70 Kilo abspecken. Ergebnis: Bei der durchweg 230 Zentimeter breiten Bürstner Premio-Baureihe bietet in der Klasse bis 1300 Kilogramm jedes Modell mehr als 200 Kilo Zuladung. Ansonsten sind die Grenzen für echte Light-Caravans nach wie vor eng gesteckt.

Hier wird gespart: Materialien und Größe

Hightech-Materialien, wie sie beispielsweise im Rennsport verwendet werden, sind kompliziert zu verarbeiten, schlichtweg zu teuer und damit am Markt nicht durchsetzbar. Und an der Ausstattung zu knausern wird dem breiten Kundengeschmack in aller Regel nicht gerecht. Dennoch gibt es sie: So kommt beispielsweise der Knaus Deseo in der 700 Kilo leichten Basisversion ohne Küchengeräte, Heizung, Waschraum und Klo daher. Auch der kultige T@b zielt in diese Richtung, wird aber wohl immer ein Nischenprodukt bleiben. Fast schon an der Tagesordnung ist, dass die in der reduzierte Serienausstattung notgedrungen über Ausstattungs-Pakete komplettiert werden muss – und das kostet nicht nur Geld, sondern bringt auch zusätzliches Gewicht auf die Waage.

Ein oft genutzter Ausweg aus dem Dilemma: Man spart einfach Material ein und baut die Caravans kürzer und vor allem schmaler. Tatsächlich tummeln sich von der Fliegen- bis zur Mittelgewichtsklasse mehrheitlich schmale Typen mit Aufbaubreiten von 210 Zentimeter statt der gängigen 230 Zentimeter. Das bremst das Raumgefühl ein und verlangt nach Kompromissen, was die Größe von Sitzgruppen und Liegeflächen angeht. Insbesondere in Längsrichtung angeordnete Betten sind davon betroffen. Wer also auf einen typischen Reisecaravan der 1300-Kilo-Klasse reflektiert, ist gut beraten, wenn er im Vorfeld die Grenzen absteckt.

Kaufberatung leichte Caravans

Punkt 1 – welcher Grundriss soll es denn sein? Bevorzugen Sie feste Betten? Brauchen Sie Schlafplätze für den Nachwuchs? Mögen Sie lieber Rundsitzgruppen oder reicht eine kompakte Seitensitzgruppe? In unserer Übersicht findet sich eine kurze Grundriss-Charakterisierung, die aussagt, wo welche Sitzgruppen und Betten angeordnet sind. Und zwar immer vom Bug ausgehend hin in Richtung Heck.

Punkt 2 – wie kompakt soll er sein? Nicht nur für jene, die gerne Fähren nutzen, ist die Gesamtabmessung von Bedeutung. Ist das Ziel der typische Zweipersonen-Caravan? Superklein mit einer zum Bett umbaubaren Sitzgruppe, Kompaktküche? Womöglich ohne Bad? Dann bieten sich der T@b an oder Kandidaten aus der Eriba-Touring-Reihe. Auch unter den Import-Modellen sind solche bis fünf Meter Gesamtlänge zu finden. Klar ist, je größer die Länge, desto mehr Spielraum ist bei der Grundrissgestaltung möglich.

Punkt 3 – wie schwer darf er denn sein? Generell gilt: Lassen Sie sich bei der Auswahl des Caravans nicht zu sehr von der zulässigen Anhängelast des Zugwagens knechten. Im Gegenteil. Niemand verbietet es, mit einem Zugfahrzeug, das vielleicht 1200 Kilogramm an den Haken nehmen darf, einen Hänger mit 1300 oder gar 1500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse zu ziehen. Einzige Einschränkung: Er darf natürlich nur bis zur Grenze der zulässigen Anhängelast beladen sein.

Auflastung und Wiederverkaufswert

Eine größere zulässige Gesamtmasse verschafft mehr Flexibilität, nicht nur beim Wiederverkauf, sondern ebenso, falls ein neuer Zugwagen angeschafft  wird. Es lohnt also eher der Blick auf das Basisgewicht, die sogenannte Masse in fahrbereitem Zustand. Die wird nach EG-Richtlinien ermittelt und beinhaltet unter anderem das Gewicht von Wasser- und Gasvorräten. Die Differenz zwischen ihr und dem zulässigen Gesamtgewicht (oder eben der maximalen Anhängelast) kann für die Zuladung genutzt werden. Und unsere Tabelle zeigt, dass die mitunter knapp bemessen ist. So ist es auf den ersten Blick nicht so recht nachvollziehbar, weshalb beispielsweise Hobby oder Dethleffs ihre kleinen Reisecaravans Ontour 390 SF und c’go 415 QL von Hause aus auf 1100 Kilogramm limitieren, woraus Zuladungen von weniger als 130 Kilogramm resultieren.

Das wäre in Ordnung, wenn damit dokumentiert werden soll: Ja, wir haben ein Modell in der 1100er-Klasse. Wer aber mehr Zuladung braucht, muss seinen Wunschcaravan auflasten lassen. Doch das ist in den meisten Fällen mit Zusatzkosten von rund 100 Euro verbunden, selbst wenn keine technischen Änderungen erforderlich sind, die höhere Gesamtmasse also nur in den Papieren vermerkt wird. Über 500 Euro kostet die Auflastung, wenn technische Änderungen nötig sind. Bis zu welcher Obergrenze sich die Reisecaravans jeweils auflasten lassen? Auch darüber gibt unsere Tabelle Auskunft.

Nicht zuletzt sind in der Gesamtübersicht die Maße feststehender Betten sowie die Grundpreise aller Modelle aufgelistet. Einer ersten Vorauswahl steht somit nichts mehr im Wege. Eben ganz auf die leichte Art.

Die Grundriss-Varianten

Zur raschen Orientierung haben wir die Grundrisse auf ihre wesentlichen Merkmale reduziert, auf die Anordnung von Sitzgruppen und fest installierten Betten. Die Tabelle listet eben diese in der Reihenfolge von vorn nach hinten auf. So beschreibt beispielsweise "EB, RS" einen Caravan mit Einzelbetten im Bug und Rundsitzgruppe im Heck. Dazwischen sind dann Küche, Toilettenraum sowie Kleiderschrank platziert. Grundrisse mit Längsbetten haben in aller Regel die Nasszelle ebenfalls längs neben dem Bett angeordnet.

  • EB = Einzelbetten
  • ES = Ecksitzgruppe
  • ETB = Etagenbetten
  • KB = Klappbett
  • LB = Längsbett
  • LS = Längssitzgruppe
  • MS = Mittelsitzgruppe
  • QB = Querbett
  • QuB = Queensbett
  • RS = Rundsitzgruppe
  • SS = Seitensitzgruppe

Autor

Foto

Dieter S. Heinz, Hersteller

Datum

15. Dezember 2014
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