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Mitsubishi Outlander 4WD im Zugwagentest: Der Siebensitzer

Der neue Mitsubishi Outlander wurde 2015 auf der IAA vorgestellt, wir haben ihn bereits als Zugwagen getestet. Mit sieben Sitzen ist der überarbeitete Allrad-Automatik-SUV ganz schön vielseitig.

Der Mitsubishi Outlander, der sich dem CARAVANING-Zugwagentest stellt, ist vom Feinsten: Er kommt aus der dem 2,2-Liter-Diesel vorbehaltenen Spitzen-Ausstattungslinie Top (12.000 Euro Aufpreis zum Modell Plus), die serienmäßig Allradantrieb hat. Das Automatikgetriebe kostet 1800 Euro Aufpreis. 2000 Kilo darf der 150-PS-Diesel aber auch als Handschalter und mit Vorderradantrieb ziehen. Beim gleich starken Zweiliter-Benziner ist schon bei 1600 Kilogramm Schluss.

Nach eigenen Angaben verbessert hat Mitsubishi bei der Modellpflege vor allem den Geräusch-, Vibrations- und Federungskomfort. Im Alltag ist der Outlander mit der im Kofferraum versenkten dritten Sitzreihe ein variabler, geräumiger und robuster Begleiter mit kräftigem, aber nicht gerade spritzigem Motor. Die sanfte Automatik verstärkt den Eindruck mit gebremstem Anfahr-Elan und in spürbarem Wandlerschlupf. Auch zwischen den sechs Gangstufen. Schon laut Datenblatt kostet sie über eine Sekunde für den Sprint von 0 auf 100 Stundenkilometer. Mit 13,2 Liter ist der Verbrauch mit 1,9-Tonnen-Caravan noch akzeptabel. Geräusche hat Mitsubishi tatsächlich erfolgreich verbannt. Weder Motor noch Fahrwerk dröhnen oder poltern ungebührlich. Zu knapp fällt die Zuladung aus – im Urlaubsmodus mit Gepäck sind die Zusatzsitze rein rechnerisch tabu.

Der mit Filz ausgekleidete Kofferraum ist flach, obwohl sich unter seinem Boden zwei Einzelsitze befinden. Die Rücksitzbank macht sich aber nur ganz flach, wenn die Sitzflächen zuvor hinter die Vordersitze geklappt wurden. Malus: Der Basslautsprecher der tollen Soundanlage vereitelt, dass das Laderaumrollo in das Kofferraum-Extrafach passt, in dem der abnehmbare Haken gelagert werden kann.

Das Fahrwerk verkraftet Beladung plus Anhängerbetrieb klaglos, steckt Deichselwippen und Verwerfungen souverän weg. Die pyhsikalische Fahrstabilität ist insgesamt gut, aber der Outlander hat noch immer kein Gespann-ESP – was heute nicht mehr akzeptiert werden muss. Darüber hinaus schalten die rückwärtigen Parkwarner bei eingesteckter Anhängerelektrik nicht aus. Überhaupt bleibt kaum eine Handlung von Piepsern unkommentiert – nervig, nicht nur auf dem Campingplatz.

Die sehr rau beschichtete Anhängevorrichtung von Alko lässt sich Mitsubishi zwar teuer bezahlen, verkabelt sie aber komplett nach Wunsch.

Alle Infos zum Mitsubishi Outlander 4WD Testwagen

  • Motor: 2,2 DI-D 4WD, 110 kW (150 PS)
  • Antrieb: Elektronisch geregelter Allradantrieb, 6-Gang-Wandlerautomatikgetriebe.
  • Testwagengrund/-endpreis: 41 490/42 690 Euro
  • Preisspanne Baureihe: 23 990 bis 41 490 Euro

Technische Daten:

Motor/Antrieb: Vierzylinder-Turbodiesel, 2268 cm3, max. Drehmoment 360 Nm von 1500–2750/min. Abgasnorm: EU 6.

Fahrleistungen solo:

  • Beschleunigung 0–100 km/h: 11,6 s Höchstgeschwindigkeit190 km/h
  • Verbrauch (Diesel) Liter/100 km im Test solo/Gespann: 8,1/13,2
  • Norm Stadt/Land/komb.: 6,9/5,2/5,8

Maße/Gewichte:

  • Länge/Breite/Höhe: 4695/1810/1680 mm.
  • Leergewicht/zul. Gesamtgewicht: 1770/2260 kg
  • Zuladung abgezogen Stützlast (100 kg): 390 kg
  • Anhängelast 12%: 2000 kg
  • Maximalgewicht des Zuges:
  • Testgewicht Zugwagen/Caravan: 2000/1900 kg
  • Kofferraumvolumen: 141–1625 Liter.

Motor, Getriebe und Verbrauch

+ Kräftiger und durchzugstarker Dieselmotor. Akustisch zurückhaltend. Akzeptabler Gespannverbrauch. Sanfte Schaltvorgänge.

- Insgesamt etwas träge schaltende Automatik mit verzögertem Ansprechen bzw. Kraftschluss bei flotten Starts. An Steigungen Neigung zu häufigen Gangwechseln (Pendelschaltungen). Leicht reduziertes Drehmoment mit Automatik (360 statt 380 Nm).

Fahrverhalten und -komfort

+ Guter, stabiler und damit sicherer Geradeauslauf. Ordentlicher Fahrkomfort auch im Gespannbetrieb. Dank automatisch zuschaltendem Allradantrieb keine Traktionsprobleme.

- Etwas gefühllose elektrische Servolenkung.

Kofferraum und Sitze

+ Leicht zur ebenen Ladefläche erweiterbarer Kofferraum mit versenkten Einzelsitzen. Rückbank (2. Reihe) bequem, umklappbar und zusätzlich verschiebbar. Vordersitze (Leder) mit gutem Langstreckenkomfort.

- Durch Bass-Lautsprecher passt das Laderaumrollo nicht mehr unter den Kofferraumboden. Lehnen der Vordersitze nicht weit einstellbar.

Anhängevorrichtung und -Elektrik

+ Einfach bedienbares Stecksystem (Alko). Klappbare und gut erreichbare Steckdose mit extra zu verlegender Dauerplus-Verkabelung.

- Raue Beschichtung des Alko-Kugelkopfs führt zu Verschleiß der Reibbeläge und Knarrgeräuschen in Verbindung mit dem Schlingerdämpfer Winterhoff WS 3000. Keine Abschaltung Parkpiepser mit Anhänger. Hoher Preis (570 Euro Material plus 450 Euro Einbau plus Dauerplus-Verlegung).

Gewichte und Zuladung

+ Hohe Anhänge- und Stützlast.

- Keine Erhöhung von Achslasten und zulässiger Gesamtmasse im Anhängerbetrieb. Für Siebensitzer im Anhängerbetrieb zu geringe Zuladung.

Elektronik und Assistenzsysteme

+ Kräftiger Berganfahr-Assistent trotz Automatikgetriebe. Scharfes Rückfahrkamera-Bild. Leuchtstarke LED-Scheinwerfer.

- Kein Anhänger-ESP. Kugelkopf nicht in der Mitte des Rückfahrkamera-Bildes sowie keine Ankuppel-Peillinien. Abstandregeltempomat gegen Aufpreis, im Testwagen nicht eingebaut. Kein Fernlicht-Assistent.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Ingo Wagner

Datum

3. Januar 2016
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