Vergleichstest: Navigationsgeräte 21 Bilder Zoom

Vergleichstest Navis für Caravaner: Das perfekte Navi für die Caravan-Tour

Navigationssysteme für Gespannfahrer sollen nicht nur sicher ans Ziel führen und vor unpassierbaren Straßen warnen, sondern den Fahrer auch bei der Reiseplanung unterstützen - Ein Vergleichstest.

Der Atlas hat endgültig ausgedient: Seit sich Navigationsgeräte auf breiter Front durchgesetzt haben, ist es nicht mehr nötig, kiloschwere Wälzer auf der Fahrt im Caravan mitzunehmen. Kein Blättern, kein Raten, keine Unstimmigkeiten – auf einen Klick berechnen die schlauen Navis in Sekunden die Route zum nächsten Etappenziel, führen um Durchfahrten oder Unterführungen herum, die für Gespanne zu eng sind, und helfen auch noch bei der Suche nach Sehenswürdigkeiten oder Campingplätzen. Grund genug für CARAVANING, sechs Camping-Navis zwischen 199 und 649 Euro einem ausführlichen Test zu unterziehen.

Was muss ein Camping-Navi können?

Kernfunktion der speziellen Camping-Navis ist die fahrzeuggerechte Navigation in Abhängigkeit von Größe und Gewicht des Gespanns – Durchfahrtsverbote, zu niedrige Brücken oder andere Engstellen sollen damit umschifft werden. Grundsätzlich beherrschen dies alle Testgeräte zuverlässig.

Fünf der sechs Kandidaten im Navi-Test arbeiten mit Karten von Nokia Here (früher Navteq) und nutzen dementsprechend dieselben Datenbanken. Hundertprozentige Sicherheit darf man zwar nicht erwarten, grobe Fehler sind aber selten, und der Zugewinn an Sicherheit ist enorm: Die Systeme warnen auch vor engen Kehren oder Gebieten, in denen erhöhte Gefahr, etwa durch Seitenwind, herrscht. Nur das Tomtom Go Live Camper & Caravan, das mit dem hauseigenen Kartenmaterial kommt, patzt: Als Maximalgewicht erlaubt das 399 Euro teure Modell nur eine Eingabe von bis zu fünf Tonnen – für schwerere Gespanne ist dieses Gerät ungeeignet.

Unterschiede im Detail

Das 219 Euro günstige Navgear RSX 60 vom Technik-Versender Pearl beispielsweise verzichtet auf voreingestellte Profile für Gespanne und Reisemobile, hier muss man sich manuell durch die Menüs tippen und die Profile für Bus oder Lkw passend auf seinen Einsatzzweck abändern. Wie es besser geht, zeigen die Kandidaten von Becker, Falk, Garmin und Snooper, die vorkonfigurierte Einstellungen bereithalten, die nur noch etwas Feintuning brauchen.

Ohne aktive Zielführung zeigen übrigens nur die Modelle von Garmin und Snooper Durchfahrtsbeschränkungen direkt auf der Karte an. Ein Vorteil für den, der das Navi einfach nebenher mitlaufen lassen will. Bei den Reiseführerfunktionen holt das Tomtom-Modell wieder auf, denn es bietet mit den Campingplatz-Datenbanken von ADAC und dem holländischen ANWB umfangreiche Möglichkeiten bei der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten in ganz Europa.

Noch mehr Daten hält das 649 Euro teure Ventura Pro Sound bereit, das neben Informationen von ACSI und Camperstop auch umfangreiche Sammlungen per Internet zum Download bereitstellt. Allerdings lassen sich keine POI-Datenbanken direkt aufspielen und die grafische Gestaltung des Geräts ist Geschmacksache: Die Oberfläche wirkt altbacken und zum Teil umständlich.

Welches Navi punktet?

Unterm Strich am besten schneidet in dieser Disziplin das 399 Euro teure Garmin Camper 760 LMT-D ab – es bietet die modernste Oberfläche, bedient sich schnell, hat die ACSI- und MHF-Daten an Bord und steht auch externen Quellen offen.

Dagegen fallen die Kontrahenten etwas ab: Das mit 199 Euro günstigste Navi Falk Neo 640 Camper kann per Internet immerhin mit den Daten des ADAC nachgerüstet werden. Bei Pearl muss man umständlich die Camper-Daten des Anbieters POI-Base nachinstallieren.

Das 399 Euro teure Becker Transit 70 LMU verzichtet komplett auf einen speziellen Campingplatz-Führer. Bei der Hardware hingegen schlägt die Stunde des Becker: Sein exzellent verarbeitetes Gehäuse mit dem kapazitiv auf Berührung reagierenden Display ist derzeit konkurrenzlos. Außerdem begeistert die Möglichkeit, sich bis zu vier Routen berechnen zu lassen und deren Höhenprofil im Vergleich anzeigen zu lassen.

Ebenfalls top ist das Gerät von Garmin, das keine Blendempfindlichkeit kennt und sehr gut auflöst. Dahinter sammelt sich die Konkurrenz: Das massige und schwere Snooper und das Tomtom mit seinem nur fünf Zoll großen Display. Beim Pearl könnte der zu dünne Haltearm Sorgen bereiten, und das Falk fällt mit seiner insgesamt schlechteren Qualitätsanmutung zurück.

Aktuelles Kartenmaterial und Staumeldungen

Kartenupdates sind mittlerweile bei allen Anbietern mehr oder weniger kostenlos. Einzig Falk erlaubt nur eine einzige kostenlose Aktualisierung 30 Tage nach dem Kauf. Bei Pearl sind die Updates auf zwei Downloads innerhalb von zwei Jahren beschränkt. In Sachen Staumeldungen hat Tomtom die Nase vorn: Dank eines integrierten Mobilfunkmoduls ruft es Live-Staumeldungen per Internet ab – europaweit ohne Zusatzkosten. Leider ist dieser Dienst nur zwöf Monate im Kauf enthalten, danach kostet er 50 Euro im Jahr. Kaum schlechter steht das Garmin da, das mit einem neuen Staudienst über einen DAB-Empfänger im Ladekabel auch ohne Internetverbindung sehr genaue Staumeldungen empfängt, aber per Bluetooth über eine kostenlose Smartphone-App ebenfalls ans Internet gekoppelt werden kann. Da kann höchstens noch das Becker mithalten, das per W-LAN ebenso Staumeldungen aus dem Internet laden kann. Hier kostet der Dienst aber bereits nach einem Monat 29 Euro pro Jahr.

Die Konkurrenten von Falk, Pearl und Snooper bieten nur die deutlich ungenaueren TMC-Meldungen. Die Zusatzfunktionen der Modelle von Snooper und Pearl überzeugen dagegen: Beide haben einen DVB-T-Fernsehempfänger an Bord, Videoclips und Musik von einer Speicherkarte spielen sie ebenfalls ab, dazu sorgt ein FM-Transmitter dafür, dass man ihren Ton auch ohne Kabelsalat empfangen kann. Snooper geht sogar noch einen Schritt weiter und integriert einen DAB+-Digitalradio-Empfänger in sein Gerät. Die Konkurrenten von Garmin und Becker beschränken sich konsequent auf einen Eingang für eine Rückfahrkamera; ebenfalls sinnvoll ist eine integrierte Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die in allen Geräten außer den Modellen von Becker und Falk enthalten ist.

Foto

Ingolf Pompe

Datum

24. Juni 2014
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