Zoom

Opel Astra 1,7 CDTI: Eigenständiges Bremsen

Der neue Opel Astra erkennt dank TSP und ESP schlingernde Caravans und leitet die richtige Maßnahme ein: Er bremst ohne Zutun des Fahrers.

Die Unterlagen zum neuen Opel Astra lesen sich wie ein medizinisches Lehrbuch: Von ESP ist die Rede, von AFL, PRS, CBC, TC und von ICC, ebenso von IDS samt CDC. ABS kennt jeder, TPMS wiederum ist neu und passt auf die Reifen auf. Zwei Kürzel aber sollten sich Caravaner unbedingt merken: TSP und HSA. Dahinter verbergen sich die elektronischen Assistenzsysteme „Trailer Stability Programm“ und „Hill Start Assistent“.
TSP, übersetzt „Anhänger Stabilitäts Programm“, soll schlingernde Anhänger erkennen, bevor das Gespann außer Kontrolle gerät, und selbständig die einzig richtige Gegenmaßnahme einleiten: eine kurze, aber heftige Bremsung. Davon, dass TSP wirkt – und zwar frappierend konsequent –, konnte sich CARAVANING auf dem Opel-Testgelände Pferdsfeld im Hunsrück überzeugen.

Damit die Fahrversuche bei realistischen Geschwindigkeiten stattfinden können (der Astra erweist sich nämlich als sehr pendelstabil), wurde der speziell präparierte Opel-Versuchscaravan Bürstner Amara 580 mit extrem ungünstig platzierten Gewichten auf 1500 Kilogramm Achslast beladen. Das sind 100 Kilogramm mehr, als der im Vergleich zierliche Astra 1,7 CDTI mit 100 PS ziehen darf. Die Stützlast wurde auf 75 Kilogramm eingestellt. Eine zweite Versuchsreihe mit einem kompakten, 1150 Kilogramm schweren Wilk zeigt auf, welchen Einfluss die Stützlast auf die kritische Geschwindigkeit und damit die Fahrsicherheit hat. Das Astra-Bürstner-Gespann nimmt Fahrt auf. Bereits bei 100 km/h beginnt der Bürstner zu pendeln, um Augenblicke später bei 109 km/h so auszukeilen, dass ungeübte Fahrer bestimmt die Kontrolle über das Gespann verloren hätten. Zweiter Versuch, diesmal mit aktiviertem TSP. Wieder reißt der Caravan am Heck des Astra. Kurz vor dem Punkt, an dem es ein durchschnittlicher Fahrer mit der Angst zu tun bekommen und falsch reagieren könnte, geht der Astra in die Eisen. Rund 30 km/h Geschwindigkeitsverlust und sofortiges Abklingen der Pendelbewegungen registriert die Messelektronik (siehe rechts oben). Übrigens: In der Serie ist TSP nicht abschaltbar.

TSP lässt sich nicht verrückt machen. Mehr als 2000 Signale verarbeitet der Prozessor des elektronischen Stabilitätsprogrammes ESP, an den das TSP angedockt ist. Und zwar rasend schnell. Ständig vergleicht TSP die gefahrene Geschwindigkeit mit den auftretenden Gierbewegungen (Drehbewegungen). Nichts entgeht dem lernfähigen System. Unter 70 km/h springt es nicht an, da kritische Fahrzustände darunter kaum auftreten können. Unterschiedliche Raddrehzahlen und Schlupf an den angetriebenen Vorderrädern signalisieren: Vorsicht, Glätte! TSP deaktiviert sich, weil es besser so ist, doch ESP bleibt weiter am Ball. Ein Kontakt in der Steckdose verrät dem TSP, dass es aktiv werden könnte. Registriert die Elektronik aber keine für den Anhängerbetrieb typischen Fahrzeugbewegungen, bleibt es inaktiv: Es könnte ja nur ein Fahrradträger auf der Anhängekupplung fixiert sein. Auch mit dem Wilk im Schlepp funktionierte TSP bestens. Mit nur 25 Kilogramm Stützlast griff es bei 97,5 km/h rettend ein, bei 75 Kilogramm auf der Kupplungskugel wurde der Astra erst bei 113 km/h kritisch. 50 Kilogramm mehr Stützlast verbessern die Fahrsicherheit also deutlich. 635 Euro berechnet Opel für die abnehmbare Anhängekupplung samt TSP. Fairer Preis für ein tolles System.

Technische Daten
Hersteller: Opel AG
Modell: Astra 1,7 CDTI
Preis: ab 21380 EUR
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Zul. Gesamtzuggewicht: 1855 kg
Hubraum: 1686 ccm
Anhängelast: 1400 kg
KW: 74 mm
PS: 100 mm

Autor

Datum

10. August 2004
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
  • Alle Bereiche
  • News
  • Test
  • Campingplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
  • Markt