Supertest: Adria Altea 392 PH 29 Bilder Zoom

Adria Altea 392 PH im Supertest: Glückliches Paar

Der Adria Altea 392 PH ist kurz, hübsch und günstig. Mit einem kompakten und attraktiven Zugwagen wie dem VW Caddy kombiniert, hat er das Zeug zum idealen Caravan für Einsteiger. 

Adria stuft seine Altea-Baureihe als "sportliche Mittelklasse" ein. Mit Blick auf die Ausstattung und Gestaltung passt das durchaus. Vergleicht man allerdings die Preise mit denen deutscher Mitbewerber, bewegt sich der Altea eher in der EinsteigerKlasse (siehe "Konkurrenten"). Die Neugestaltung der Baureihe im vergangenen Jahr führte zu einem kompletten Stilwechsel von der ehemals klassischen Gediegenheit in ein modernes, stylisches Outfit. Die Möbel sind großflächig, glatt und schnörkellos, das Birne-Dekor quergemasert. Akzente setzen weiße Oberflächen und Applikationen aus gebürstetem Aluminium. Beschläge sind an den Möbeln nicht zu sehen. Die Klappen und Türen werden durch elegant verborgene Hakenschnäpper zugehalten. Vor allem in Küche und Sanitärraum standen die modernen Brüder Action und Astella Glam Pate und steuerten Details wie das Ergo-Bad oder den schönen Kocher bei.

Die Verarbeitung überzeugt bis auf wenige Punkte. Beispielsweise stören eine Vielzahl von Kunststoff-Schraubenabdeckungen den harmonischen Gesamteindruck. Die Bordtechnik in Schränken und Staukästen ist größtenteils vor Beschädigung durch Gepäck geschützt. Steckdosen machen sich rar im 392 PH und könnten am Bett und an der Sitzgruppe Verstärkung gebrauchen. Bis auf die Halogenlesespots basiert die Beleuchtung durchgängig auf LED-Technik.

Vom Aufbau des Altea gibt es kaum Neues zu berichten. Das Wandsandwich besteht immer noch aus Hammerschlagblech, Sperrholz und einer relativ dünnen Dämmschicht aus Styropor. Verstärkt wird das Ganze durch Holzleisten und -verschraubungspunkte. Die Caravan-Hülle ist sauber verarbeitet und macht einen robusten Eindruck. Die äußere Schicht des Dachs besteht aus hagelresistentem GfK. Pluspunkte sammelt der Deichselkasten mit seiner doppelschaligen Klappe, die zwar etwas schmal geraten ist, nach dem Öffnen aber automatisch von einem Gasheber in Position gehalten wird. Als Boden dient ein stabiles mehrfach abgekantetes Blech mit reichlich Lüftungsschlitzen.

Zum Supertest tritt der kürzeste Altea an. Der 392 PH, der es auf eine Aufbaulänge von 4,62 Meter bringt und einen komplett neuen Grundriss zeigt. Auf eine Grundfläche von knapp zehn Quadratmeter packt Adria hier eine kompakte Küche und Dinette im Heck sowie ein Schlafzimmer samt Sanitärraum. Kann ein so kurzer Caravan Komfort bieten? Er kann, wenn man den neuen Altea als Beispiel nimmt. Vor allem glückliche Paare werden die kuschelige Atmosphäre schätzen. Freilich sollten hier und da Kompromisse akzeptiert werden. Auf eine Warmluftanlage muss der Camper im Altea verzichten. Laut Adria ist für den kleinen Caravan die Strahlungswärme der Truma S 3004 ausreichend, um Behaglichkeit zu erzeugen. Die kleine Dinette zollt ihren Tribut an die Kompaktbauweise. Die Sitzgruppe bietet zwar vier Personen einen Sitzplatz, aber nur wenn diese schlank sind und kein Problem mit zeitweiligem Körperkontakt haben. Die Bankbreite liegt unter einem Meter, der Einstieg in die hintere Sitzbank funktioniert nur, wenn man den Tisch auf die Seite schiebt.

Sehr hübsch sind die Hängeschränke, die sich in dieser Form auch am Bett und in der Küche wiederfinden. Am unteren Rand bildet ein breites Aluminiumband den Abschluss. Es dient einerseits als Reflektor für die indirekte Beleuchtung, die auch das Umfeld und das Innenleben der Schränke erhellt, andererseits als Rüttelkante, die allerdings so hoch ausfällt, dass kleinere Menschen den Inhalt des Fachs nur zum Teil sehen. Die Küche teilt sich mit der Dinette den Platz im Heck und kommt auf eine Breite von etwas mehr als einem Meter. Eine kurze Kombüse, die allerdings in der Funktion erweitert werden kann. Die angrenzende Dinette lässt sich für Schnippelarbeiten nutzen, und der hohe Kühlschrank ist in die Mitte des Caravans ausgelagert. Der Dreiflammkocher mit großem Hauptbrenner und elektrischem Zünder und die rechteckige, tiefe Spüle sind in einer reinigungsfreundlichen Edelstahlmulde eingelassen. Als praktische Zugabe bietet Adria ein Schneidbrett und eine Abtropffläche an, die über der Spüle beziehungsweise auf dem Kocher platziert werden können. Im Küchenunterschrank warten drei Auszüge mit Soft-Einzug darauf, eine Menge Proviant und Utensilien unterzubringen. Die Schubladen laufen allerdings aufgrund ihrer Breite so wackelig, dass auch das Vertrauen an die Tragfähigkeit der Auszüge schwindet. Die unterste Lade hat ein weiteres Problem: Sie kollidiert beim Öffnen mit dem an der Eingangstür angebrachten Müllsammler. Eine ähnliche Schikane erwartet den Passagier auf seinem Weg vom Heck nach vorne. An der Wand des Kühlschranks haben Adria-Techniker eine dreh- und schwenkbare
Konsole für den Flachbildschirm angebracht, die auch im günstigsten Fall immer noch rund 20 Zentimeter in den Durchgang ragt. Das Teil ist schlichtweg falsch platziert.
Adria weist auf die diesbezügliche Nachfrage hin, dass die Konsole auf Kundenwunsch individuell platziert werden kann. Das sollte man auch dringend tun.

Im Bug angekommen, erwartet den Ruhesuchenden hier ein erfreulich gemütliches Längsbett mit einer mehr als durchschnittlichen Fläche. Die Kaltschaummatratze ist von angenehmer Straffheit und Härte. Der Lattenrost lässt sich im Kopfbereich stufenweise schräg stellen. Im Altea 392 PH gibt es aus Platzgründen nur einen kleinen Kleiderschrank, und der hängt über dem Fußteil des Betts. Hier stört er nicht, bietet aber wenig Platz für die hängende Garderobe. Viel Raum für Gepäck findet sich wie gewohnt im Bettkasten. Man erreicht diesen durch eine Außenklappe oder den Lattenrost, der sich allerdings nur zur Hälfte aufstellen lässt. Das Beladen von großen Teilen wird hier beschwerlich. Der Blick in den Sanitärraum längs neben dem Schlafzimmer wird dagegen zur reinen Freude. Hinter einer stabilen Tür mit solidem Fallenschloss findet sich mit der C 400 die neueste Banktoilette von Thetford, eine komplette Duscheinrichtung mit höhenverstellbarer Brausehalterung und das praktische, platzsparende und bei Adria exklusive Ergo-Bad mit Klappwaschbecken und Spiegelschrank. Und dies alles ist im umfassenden Serienangebot drin.

Stauraum gibt es trotz der kompakten Bauweise im 392 PH mehr als genug. Eigentlich zu viel, denn mit Blick auf die verbleibende Zuladung im Serienzustand hält sich auch die Gepäckkapazität in Grenzen. Und eine Auflastung ist für diesen Caravan, zumindest ab Werk, nicht vorgesehen. Die Gewichtsverteilung dagegen ist ausgewogen und auch die Stützlast passt. Der Adria ist mit Zugwagen oder Muskelkraft so unkompliziert und leicht zu bewegen, dass auch Einsteiger und glückliche Paare ihre reine Freude daran haben werden.

Auf einen Blick: Altea 392 PH

Anzahl Grundrisse: 6
Aufbaulängen: 4,62 bis 6,16 Meter
Zul. Gesamtgewichte: 1.300 bis 1.500 kg
Preise Baureihe: 14.899 bis 16.999 Euro
Einordnung: Im Programm von Adria rangiert der Altea in der Mittel. Vom Preisniveau her gehört er im Vergleich zu Bürstner, Hobby oder Knaus (siehe Konkurrenten) eher in die Einsteigerklasse. Ausstattung und Gestaltung können sich sehen lassen. Drei der sechs Modelle bieten einen Pärchengrundriss, die anderen drei richten sich mit ihren Stockbetten an die reisende Familie.
Testwagen: Der Altea 392 PH ist das kürzeste und leichteste Modell der Baureihe. Gepaart mit einem kompakten Zugwagen ergibt sich ein sehr wendiges Gespann.

Nachgefragt

Kurt Manowski, Geschäftsführer bei Adria, nimmt Stellung zu ...

... der nicht vorgesehenen Auflastung: Wir sind der Meinung, dass ca. 20 Prozent der Masse im fahrbereiten Zustand für einen Caravan in dieser Größe als Zuladung ein sehr guter Wert ist. Trotzdem werden wir dieses Thema aufgrund Ihrer Anfrage mit unseren Händlern diskutieren.

... den wenigen Steckdosen; im Bett fehlen sie ganz: Wir werden im Herstellerwerk anregen, auch an den Betten in der Altea-Baureihe Steckdosen in die Serie einfließen zu lassen. Hier gibt es allerdings immer auch die Möglichkeit der individuellen Platzierung von zusätzlichen Steckdosen durch den Adria-Händler.

... der nicht vorgesehenen Warmluftanlage: Tests in der Klimakammer haben ergeben, dass die Aufheizung dieses Caravans ohne Trumavent in etwa gleich schnell verläuft wie bei dem Altea Top-Modell 552 PK mit Trumavent. Aus diesem Grund ist eine Warmluftanlage in unseren Augen nicht notwendig.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Ingolf Pompe

Datum

15. Juli 2014
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