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Supertest Dethleffs Beduin: Mehr wäre Luxus

Der Dethleffs Beduin rangiert in der gehobenen Mittelklasse. Dass sogar die Oberklasse in Reichweite ist, bestätigt der brandneue 560 RET, ein erstes Modell des Jahrgangs 2014. Darüber hinaus hat er einen interessanten Grundriss mit Heckbad und Einzelbetten.

Wer bei Dethleffs ganz oben einsteigen möchte, der kauft Beduin. Er landet damit in der gehobenen Mittelklasse und Preisen ab 20.000 Euro. Noch einen Tick höher rangiert der Beduin VIP, der vor allem optisch noch ein Pfund Oberklasse drauflegt. Doch der Preisaufschlag für das opulente Werks-Tuning beträgt fast 4000 Euro.

Mit Styling- und Ambiente-Paket aufgemöbelt, zieht der normale Beduin mit seinem VIP-Bruder jedoch fast gleich und kostet dabei, je nach Grundriss, trotzdem ein paar hundert Euro weniger.

Die Qualitäten der Doppelbaureihe liegen in der Verarbeitung, die außen wie innen nahezu fehlerlos ist. Dazu kommen robuste Möbel und Beschläge, eine umfassende, moderne Technikausstattung und die geschmackssichere Gestaltung der Einrichtung. Die wurde zum Modelljahr 2014 farblich neu abgestimmt. An die Stelle der dunklen Edelakazie, die der VIP behält, tritt das hellere „Noce Padano“. Die cremefarbenen Flächen bleiben.

Zum Test trat der 2,50 Meter breite Beduin 560 RET an, der auf einer Wohnfläche von über 18 Quadratmetern eine bemerkenswerte Einrichtung unterbringt. Das breite Bad im Heck wird gefolgt von zwei Einzelbetten. Die Wagenmitte teilen sich Küche und auf der rechten Seite der Kleiderschrank. Im Bug wartet eine große Rundsitzgruppe auf Gäste.

Ein neues Raumgefühl

Das Raumgefühl im 560 RET lebt von den großzügigen Abmessungen, der offenen Bauweise und den vielen großen Fenster- und Dachluken. Auch bei Dunkelheit kommt kein Gefühl der Enge auf, da der Beduin von vielen Einbaulampen großzügig erhellt wird. Die Beleuchtung ist größtenteils in LED-Technik ausgeführt. Nur die Lesespots und die Lampen in der Dusche haben Halogeneinsätze. Die Hängeschränke werden am oberen und unteren Rand von zwei LED-Lichtleisten eingefasst. Diese bringen nicht nur den beliebten Ambiente-Effekt, sondern auch einen konkreten Nutzen: Sie tauchen, nach hinten strahlend, den Inhalt der Schränke in helles Licht.

Die Lichtschalter verteilen sich griffgünstig im ganzen Caravan. Neben in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Lampe postierten Schaltern lässt sich ein Teil der weiter entfernten Leuchten auch vom Bett und vom Eingang aus bedienen.

Rein äußerlich kann sich der 560 RET sowieso sehen lassen, wozu vor allem das fast 2000 Euro teure Styling-Paket beiträgt. Neben dem silbernen Glattblech und den Alu-Rädern sorgen vor allem die dunklen Fenster in Trapezform für den eleganten Auftritt des wuchtigen Caravans. Bisweilen treibt die Gestaltung aber wilde Blüten. So gehört zum Styling-Paket eine elegante Dachreling, die keinerlei Funktion erfüllt, weil sie für den Lastentransport gar nicht freigegeben ist.

Das Bade-Paradies

Unser Weg durch den Beduin 560 RET startet im Heck, wo das Highlight des Modells, ein regelrechtes Bade-Paradies angesiedelt ist. Die Duschkabine mit transparenter Falttür hat Gardemaß, und das Wasser der großen Brause läuft zügig durch zwei Abläufe aus der Duschwanne. Rechts im Bad steht frei die drehbare Toilette, die durch ihre Einbauposition viel Platz für den Nutzer vorhält. Das Waschbecken in der Mitte ist von allerhand Schränken, Ablagen und Spiegeln umgeben, so dass Sanitärartikel wohlgeordnet verstaut werden können. Viel mehr Badkomfort lässt sich in Caravans, zumindest bislang, kaum finden.

Das Schlafzimmer

Hinter der massiven Schiebetür des Bads folgt das Schlafzimmer, dessen Einzelbetten mit sehr bequemen Sieben-Zonen-Kaltschaummatratzen und gummigelagerten Lattenrosten bestückt sind. Deren zahlreiche schmale Rostleisten lassen die feine Justierung der Unterfederung zu. In einfachen Worten: Es schläft sich besonders gut im Beduin, weswegen sich der Aufpreis zu den serienmäßigen Schaumstoffmatratzen definitiv lohnt.

Deswegen ist es zu verschmerzen, dass der Grundriss wegen des Durchgangs keine Zusammenführung der Einzelbetten zur Liegewiese zulässt. Unverständlich ist, dass im Bettenbereich keinerlei Ablagen zu finden sind, auf die man Lektüre, Brille, Handy oder einen Wecker platzieren könnte.

Geschlossenen Stauraum gibt es im Schlafzimmer dagegen nicht zu knapp. Die Hängeschränke fassen eine Menge Wäsche, sperrige und schwere Dinge finden in den beiden Bettkästen Platz. In den rechten führt eine große Außenklappe. Das Ende des Schlafbereichs markiert ein blickdichter Faltvorhang.

Auf der rechten Seite geht es mit einem geräumigen Kleiderschrank weiter, in dem auch lange Kleidungsstücke keinen Bodenkontakt haben. Ein praktisches Detail ist die batteriegespeiste LED-Lampe, die beim Öffnen der Schranktür angeht. An seiner Seitenwand schluckt ein schmales Staufach mit zwei Klappfächern Schuhe.

Küche und Sitzecke

Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Küche, deren Hauptblock schmal geraten ist. Eine Edelstahlmulde mit Spüle und Dreiflammkocher erfüllt schlicht und ergreifend ihren Zweck. Es mangelt auch nicht an Stauraum in den vielen, geschmeidig laufenden Auszügen und in den beiden Hängeschränken. Neben dem eigentlichen Küchenblock steht noch ein Hochschrank, der einen großen Kühlschrank mit separatem Gefrierfach und zwei weitere Staufächer enthält. Definitiv zu kurz kommt in der Küche die Arbeitsfläche. Und offene Ablagen für die kleinen Dinge des Lebens sucht man hier ebenfalls vergeblich.

Aus der Ferne sieht man der Rundsitzgruppe keinen Makel an. Im Gegenteil: Das Ganze sieht gut aus und bietet auf den Längsbänken hohen Sitzkomfort. Wer allerdings an der Bugseite Platz nehmen möchte, muss sich zunächst am großen Tisch vorbeiquetschen, um dann auf einer viel zu kurzen Sitzfläche zu landen, die höchstens für Kinder taugt.

Die Stauraumsituation ist rund um die Sitzgruppe dank Hängeschränken und Sitztruhen so entspannt wie im gesamten Beduin. Das Angebot kann allerdings aufgrund der geringen Zuladung im Serienzustand nicht genutzt werden. Eine Auflastung ist dringend notwendig. Dadurch entsteht wiederum der Bedarf nach einem potenten Zugwagen.

Das Fahrverhalten indes ist unproblematisch, da die Gewichtsverteilung ausgewogen ist und Ausstattungsdetails wie die Anti-Schlinger-Kupplung AKS 3004 und sogar das Anhängerstabiliserungs-System Alko Trailer Control (ATC) zur ohnehin vollständigen Serienausstattung gehören. Dafür gibt es natürlich volle Punktzahl bei der Sicherheit.

Auf der nächsten Seite finden Sie die ausfürhliche CARAVANING-Testwertung

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Daniel Bitsch

Datum

12. Juli 2013
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