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Supertest Eriba Nova light: Der Reise-Profi

Das Konzept klingt simpel: Man stutze den Nova auf die Breite des Feeling, übernehme Leichtbau-Komponenten aus Hymer-Reisemobilen und schaffe so den idealen Reisecaravan.Erfüllt der Eriba Nova Light diesen Wunsch? Der Supertest fühlt ihm auf den Zahn.

Für den Eriba Nova Light, kurz Nova L, sind die Seiten 17 bis 21 der aktuellen, 36 Seiten dicken Eriba-Preisliste reserviert. Dort reiht er sich hinter den Baureihen Touring, Feeling und Exciting an vierter Stelle der Modell-Hierarchie ein. Eine Position, die auf den ersten Blick verwundert. Denn der Nova L gehört zu den kompakten Reisemodellen von Eriba, die sich außerdem aus dem Hubdach-Klassiker Touring und dessen moderner Interpretation Feeling zusammensetzen. Warum aber drängt sich der ausgewachsene Exciting zwischen Feeling und Nova Light?

Die Antwort ist relativ einfach, wirft aber im Gegenzug eine der drängendsten Fragen dieses Supertests auf: Eriba sortiert seine Modelle mit Ausnahme des Touring anhand der Grundpreise ein. Und die beginnen beim Nova L nun mal erst bei 18.790 Euro – der Testwagen, das Modell 465, kostet sogar 19.790 Euro. Die Frage ist also: Warum ist der Nova Light denn so teuer?

Was steckt drin im Eriba Nova light?

Die Aufzählung der serienmäßigen Ausstattungsmerkmale fällt kurz und deshalb als Erklärung für den Preis aus. Denn erst mit dem 1295 Euro teuren All-in-Paket bekommt der Nova L in dieser Preisklasse eigentlich selbstverständliche Dinge wie Schlingerdämpfer, Dreiflammkocher, Heizungsgebläse und Frischwassertank verpasst. Dem Testcaravan ließ Eriba darüber hinaus das Moving-Paket (1995 Euro) und eine Fülle als Einzeloptionen erhältlicher Extras angedeihen.

Einen der wichtigsten Hinweise zur Preisgestaltung gibt der Name des neuen Reise-Kompakten. Denn Nova darf nur heißen, wer ein Nova ist. Vom großen Eriba Nova übernimmt der kleine den „Pual”-Aufbau. Wände und Dach werden bei dieser Fertigungsweise nicht zu einem Sandwich verpresst. Stattdessen wird PU-Schaum zwischen die Alu-Außenwand und die Sperrholz-Innenwand gespritzt, umfließt die als Schraubgrund für Möbel und Fenster eingelegten Metallgitter und Holzblöcke und dringt in die kleinste Ritze vor. Ausgehärtet entsteht so eine lückenlose, porenfreie und effiziente Dämmung. Das Dach wird an den Seiten heruntergebogen und sitzt wie ein Deckel auf den Seitenwänden. Dieses Prinzip erhöht die Stabilität und steigert die Chancen, dass der Caravan dauerhaft dicht bleibt. Außerdem rüstet es zumindest den mit All-in-Paket bestückten Nova L für den Ganzjahreseinsatz. Nur mit unempfindlichen GfK-Bahnen für Dach oder Wände kann Eriba nicht dienen.

Trotz der auch in optischer und handwerklicher Hinsicht blitzsauberen Karosserie – selbst die Markisen-Dachhalter hat Eriba selbst konstruiert – erschließt sich der Preis noch nicht vollends. Auch, weil der ähnlich geschnittene, aber deutlich größere Normal-Nova 465 als üppig ausgestattetes Dauer-Sondermodell Luxusline 23.530 Euro kostet.

Aber eigentlich steht der Nova L gar nicht in Konkurrenz zu Full-Size-Caravans, sondern ist in einer eigenen, dünn besetzten Klasse unterwegs (siehe Konkurrenten in Bildergalerie). Wer den Nova L in Betracht zieht, ist folglich auf der Suche nach einem robusten Reisecaravan mit festem Dach und voller Stehhöhe.

Eriba Nova light: Robust und komfortabel

Robust ist der Nova L ohne Wenn und Aber, obwohl er durch den Einsatz von Leichtbau-Materialien aus den Hymer-Reisemobilen recht erfolgreich auf Diät gesetzt wurde. Klappen und Türen sitzen perfekt vor geräumigen und sinnvoll unterteilten Gepäck- und Kleiderfächern und verfügen allesamt über mechanische Schlösser, die in stabile Formprofile greifen. Die Scharniere werden in teuren Alu-Profilen verankert. Offene Ablagen wie im Bad und an der Spiegelwand sind durch Gummibänder auch unterwegs voll nutzbar.

Der 465er ist neben dem etwas längeren Einzelbettenwagen (Modell 470) der einzige im Portfolio mit Längsbett. Diesem Komfortanspruch wird er mit komfortabler, aber nur 1,35 Meter breiter Matratze, erstaunlicher Bewegungsfreiheit und großzügiger Sitzgruppe samt großem Tisch auch gerecht. Allerdings könnte die für den schnellen Bettenbau optimierte Standardpolsterung mit höheren, stärker konturierten Rücken- und besser auf den Sitztruhen fixierten Sitzpolstern beim Komfort noch zulegen. Wer nie umbaut, bekommt deshalb für 195 Euro zusätzliche Komfortpolster.

Aber was erwartet man von einem Reisecaravan außer Robustheit noch? Sichere Fahreigenschaften zum Beispiel. Auch hier fährt der Nova L dicke Pluspunkte ein. Vernünftig beladen, das heißt mit nicht zu viel Gepäck im großen Bettstauraum im Heck, folgt er dem Zugwagen sogar bei hohen Geschwindigkeiten unbeirrt. Die leichte Oberschrankkonstruktion und das tiefergelegte Spezial-Chassis zahlen sich aus. Erwarten würde man allerdings, dass Eriba das elektronische Fahrstabilitätssystem Alko ATC günstiger als 795 Euro anbietet oder sogar in den Serienumfang aufnimmt – andere Hersteller haben das auch getan.

Das Moving-Paket passt perfekt ins Reisecaravan-Konzept. Häufige Standortwechsel unterstützt die Markise, die kräftige Batterie sorgt für Unabhängigkeit vom Landstrom. Trotzdem geht das Konzept des Nova L nicht hundertprozentig auf. So sind die meisten Lampen schlichte Halogenspots. Sparsame LEDs kommen nur im Baldachin um das Panorama-Dachfenster und als Ambientelicht-Streifen (195 Euro) über den Oberschränken zum Einsatz. Der Aufpreis lohnt sich, weil auch in die Schränke Licht fällt.

Bad, Küche und Bordtechnik - bewähren sie sich im Sommer und Winter?

Das kompakte, aber wohnliche sowie mit praktischen offenen und geschlossenen Ablagen bestückte Bad hat zwar ab Werk eine Duschtasse samt metallverstärkter Türschwelle, aber weder Brause noch Duschvorhang. Beides gibt es zwar für 130 Euro, doch richtig viel Platz zum Duschen gibt es nicht. Außerdem ist dafür der Warmwasserbereiter Truma-Therme für weitere 290 Euro fällig. Die Therme sitzt neben dem Frischwassertank vorn in der linken Sitztruhe. Weil sie im Winter die Warmluft der Heizung zum Erwärmen ihrer fünf Liter Inhalt nutzt, endet dort der Warmluftstrang am letzten von fünf Ausströmern. So profitiert weder der Wassertank von Wärme, noch erreicht sie die Rückseite des Küchenblocks, obwohl dort Wasserleitungen verlaufen. Das kann vor allem bei Wiederinbetriebnahme des gefrorenen Caravans Schwierigkeiten bereiten.

Auch im Sommer Eiseskälte sollte der Dometic-Kühlschrank der modernen 8er-Serie produzieren. Mit 77 Liter Nettoinhalt und neun Liter Volumen im herausnehmbaren Gefrierfach ist er der Wagengröße angemessen. Seinen Platz findet das Absorbergerät unter dem Dreiflammkocher. Den Möbelkorpus daneben teilt Eriba in eine leicht laufende Besteckschublade und einen voluminösen Unterschrank mit Einlegeboden auf. Unterhalb der Oberschränke montiert Eriba zwei einzeln schaltbare Halogenspots.

Die Bordbatterie haust im vorderen Bereich des Bettstaukastens hinter einer Holzumrandung, gleich neben dem Ladegerät mit integriertem Booster, der den Dauerstrom des Zugwagens auf ladefähige Werte erhöht. Die Verkabelung der Elektrozentrale ist ordentlich gemacht. Im Kleiderschrank dagegen ragen die Kabel der satt klickenden Lichtschalter in den Raum und werden so von Kleidungsstücken abgeknickt. Die Verlegung von Wasserleitungen und Kabeln in soliden Kanälen durch die Bodenstauräume gibt keinen Anlass zur Klage. Auch die Warmluftrohre verlegt Eriba penibel.

Der Eriba Nova Light lässt uns am Schluss etwas ratlos zurück

Da greift Hymers Caravan-Division Eriba zum Besten, was sie hat, um ein neues Caravankonzept auf die Räder zu stellen, zieht es aber nicht konsequent bis zum Ende durch. Dennoch: Der Nova Light 465 ist ein aufwendiger und solider, gemessen an der Größe luftig und praxistauglich geschnittener Caravan, der auf Reisen Freude bereitet. Und beinahe konkurrenzlos noch dazu: Der Fendt Bianco ist 2,30 Meter breit, der Sprite Alpine Sport 2,25 Meter. Vielleicht kann Eriba auch deshalb diesen Preis verlangen.

Auf der nächsten Seite: Die CARAVANING Testwertung des Eriba Nova light

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Ingolf Pompe

Datum

18. Februar 2014
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