SC LMC: LMC Style 490 K 27 Bilder Zoom

Supertest LMC Style 490 K: Einsteiger-Caravan mit hochwertigem Aufbau

Von außen sieht man es dem LMC Style 409 K nicht an, wie hochwertig er aufgebaut ist. Die Einrichtung orientiert sich eher an der Einsteiger-Klasse. Wie das zusammenpasst, zeigt der Supertest.

Die Zauberformel lautet LLT – Long Life Technology. Dahinter verbirgt sich ein Sandwich ohne Holzeinleger, das an Dach und Boden mit Glasfaser verstärktem Kunststoff (GfK) beplankt und mit hydrophobem XPS-Schaum gedämmt ist. Die Wände bestehen aus Aluminium außen und Sperrholz innen. Das Ganze soll nicht nur leichter als konventionelle Aufbauten mit Styropordämmung und Holzfachwerk sein, sondern auch haltbarer. Wer ihn jährlich kontrollieren lässt, bekommt für seinen LMC mit LLT zwölf Jahre Dichtheitsgarantie. Zur kommenden Saison haben alle LMC serienmäßig LLT, sogar die neue Einsteiger-Baureihe Style. Kehrseite der Medaille: Die Grundpreise steigen um den ehemaligen Aufpreis für LLT, also um 2.000 Euro.

So ist der LMC Style aufgebaut

Der Deichselkasten ist fast wagenbreit, sehr geräumig und robust, was er dem hochgezogenen Riffelblechboden zu verdanken hat. Lediglich die Ladekante ist hoch. Der Aufbau wird von dicken Randleisten zusammengehalten, die beidseitig Keder integrieren.

Im Wohnraum schafft LMC etwas Besonderes: Obwohl der Style sich den Möbelbau mit dem im Auftrag bei LMC produzierten Dethleffs C’Go teilt, wirkt er durch das helle Holz in Kombination mit dem Boden in Stäbchenparkett-Optik und der stoffverkleideten Bugwand eine Nummer eleganter als der poppige Bruder von Dethleffs. Zu diesem Eindruck tragen auch die Chrom-Spangen in den Oberschrankklappen bei. Daneben sind die Drucktastenschlösser in den Küchenschränken und an der Kleiderschranktür zu erwähnen, die mit der rechteckigen Taste ebenfalls hübsch sind, jedoch beim Bedienen manchen Fingernagel kosten.

Konstruktiv ist der Möbelbau im LMC Style recht einfach. An den Oberschränken im Wohnraum kümmern sich Aufsteller in Kombination mit Schnappverschlüssen um ein Mindestmaß an Ladungssicherung. Garantiert nichts verloren geht aus den geschlossenen Eckregalen, in die der Zugriff nur etwas umständlich über die Nachbarschränke gelingt. Die Verarbeitung ist weitgehend tadellos, was auch für die technische Installation gilt. Die Rohre und Leitungen in Staukästen sind sauber und überwiegend geschützt verlegt. In der Serienausstattung tauchen einige Löcher auf, die mittels sinnvoll zusammengestellter und immerhin relativ günstiger Pakete gestopft werden können.

Doch die Preisschwelle zur Mittelklasse wird dann rasch überschritten (siehe Testwagenpreis): Der LMC Style 490 K kostet knapp 16.000 Euro und ist mit Heck-Stockbetten, einer Dinette in der Mitte, großer Küche, kompakten Bad und einem Querbett im Bug auf Familien zugeschnitten.

Zwei Baldachine an den Dachhauben sind mit LED-Lampen bestückt, die den Innenraum in helles wie ruhiges Licht tauchen. Die restliche Beleuchtung ist in altbackener Halogen-Technik ausgeführt: Im Bad und in der Küche als Hauptlicht, an der Dinette und im Bett in Form von verschiebbaren Lesespots. Lichtschläuche, Ambiente- und indirekte Beleuchtung sucht man vergeblich. Auch Steckdosen machen sich rar im LMC Style 409 K. Eine findet sich in der Küche, zwei in der offenen Ablage über dem Bett. Letztere sind für das TV-Gerät und den Receiver reserviert. Die Dinette ist stromlos.

Der Zugang in den LMC Style 490 K liegt zwischen Querbett und Küche, was den Einstieg ins Nachtlager vereinfacht. Mehr als die Hälfte der vorderen Bettkante kann zum Schwung aus und in die Koje genutzt werden. Die Bettfläche ist überdurchschnittlich groß, die Kaltschaummatratze wohltuend straff und die Ablage am Bettrand nützlich. Unter dem Lattenrost, der durch Gasdruckheber unterstützt nach oben klappt, findet sich ein voluminöser Stauraum, der lediglich durch den Wassertank eingeschränkt wird, und von außen durch eine große Klappe zugänglich ist.

Aufs Bett folgt rechts die Dinette, die mit knapp einem Meter so schmal ist, dass sie weder vier vollwertige Sitzplätze für Erwachsene noch zwei Schlafplätze bietet. Der Sitzkomfort auf den leicht verrutschenden Polstern mit witzigem Jeansmuster samt angedeuteter Doppelnaht wird durch den Radkasten zusätzlich eingeschränkt.

Küche und Bad im LCM Style 409 K

Dagegen geizt die Küche gegenüber nicht mit Größe und Ausstattung. Stauraum satt findet sich in den Hängeschränken, den offenen Ablagen darunter und in den sanft gleitenden Auszügen mit Soft-Einzug. Eine tiefe Spüle und ein Dreiflammkocher mit Elektro-Zünder machen sich in ihrer Edelstahlmulde so breit, dass wenig Arbeitsfläche bleibt. Der optionale Kühlschrank fasst 179 Liter, Serie sind 86 Liter, den gesamten Familienproviant. Die hängende Garderobe kommt im anschließenden Kleiderschrank unter, der von einem Batterielämpchen mit Türkontaktschalter ausreichend beleuchtet wird.

Eine stabile Tür mit Fallenschloss führt ins kompakte Hygieneabteil rechts, wobei die Türscharniere überstehen und das Schließblech nicht bündig anliegt. Das kompakte Bad ist funktionell eingerichtet. Unter anderem mit einer Drehtoilette, deren Außenform das Putzen erschwert. Für die Kosmetikartikel und das Toilettenpapier gibt es genügend Schrankraum, viele Haken kümmern sich um die Handtücher und die Waschlappen. Angenehm ist auch der große Spiegel.

Betten und "Kinderzimmer"

Das etwas kahle Reich der Kinder liegt quer im Heck zwischen Kleiderschrank und Bad. Die Stockbetten bringen es an dieser Stelle auf eine Breite von über zwei Meter bei einer Tiefe von 75 Zentimeter. Hier könnte auch ein Erwachsener übernachten, sofern er die Bettentraglast von 80 Kilogramm nicht überschreitet und mit den dünnen Matratzen klarkommt. Jedes Kinderbett ist mit einer Leselampe und einem Fenster ausgestattet. In die obere Koje, die durch ein Netz vor Absturz gesichert wird, führt eine Leiter.

Das untere Bett lässt sich hochklappen, wodurch eine Art Fahrradgarage entsteht, die über eine große Außenklappe be- und entladen werden kann. Was fehlt, sind ein Vorhang, der den Kinderbereich abtrennt, und mindestens zwei Schränke fürs Gepäck der Kleinen.

Die Zuladung verdient Beachtung

Der LMC Style 490 K steigt serienmäßig mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 1.300 Kilogramm ein. Das ist für einen Caravan dieser Größe wenig, vor allem bei einem gemessenen Leergewicht von 1.270 Kilogramm. Rechnet man das Normgepäck (127 kg) dazu, schlägt der Zeiger weit in den roten Bereich aus. Des Weiteren beträgt die Stützlast enorme 130 Kilogramm. Dieser Wert lässt sich zwar durch geschicktes Beladen oder den Verzicht auf einen vollen Wassertank reduzieren, allerdings wirken sich derartige Trimm-Aktionen negativ auf die Fahrstabilität aus. An einer Auflastung von mindestens 200 Kilogramm wie im Testwagen führt ergo kein Weg vorbei.

Im Fahrverhalten wirkt sich die Stützlast tendenziell positiv aus. Der 490 K läuft dem Zugwagen sauber nach. Der LMC Style mit LLT zeigt eine gewisse Problematik auf: Ein in dieser Klasse eigentlich konkurrenzloser Aufbau trifft auf, gemessen am Preis, eher einfaches Interieur, und relativ schlichte Bordtechnik.

Die Baureihe des LMC Style 490 K im Überblick

Anzahl Grundrisse: 4
Aufbaulängen: 5,01 bis 5,90 Meter
Zul. Gesamtgewicht: 1500 kg (aufgelastet)
Preise Baureihe: 13.990 bis 15.990 Euro
Einordnung: Der LMC Style ist grundsätzlich ein Einsteiger-Caravan. Aufgrund der hochwertigen, teuren LLT-Aufbautechnik rangiert er allerdings im Preis etwas über den ansonsten vergleichbaren Mitbewerbern. Drei der vier Modelle richten sich ans reisende Paar, das je nach Grundriss die Wahl zwischen Einzelbetten, Quer- oder Längsbett hat.
Testwagen: Der Testwagen zeigt die vierte Variante, einen mit Querbett im Bug und Stockbetten im Heck ausgestatteten Familiencaravan. Die Stockbetten lassen sich zur Garage umgestalten.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Jacek Bilski

Datum

26. August 2014
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