Supertest: Sterckeman Starlett 420 CE 28 Bilder Zoom

Sterckeman Starlett 420 CE im Test: Camping à la carte

Appetit auf Caravan-Urlaub? Mit der günstigen und vielfältigen Sterckeman-StarletT-Baureihe gelingen Auswahl und Einstieg mit Leichtigkeit. Das neue Familienmodell 420 CE überrascht im Supertest mit interessanten Details.

Der Name führt auf eine falsche Fährte: Das Wort Sterckeman klingt zwar deutsch, in Wirklichkeit verbirgt sich dahinter aber eine renommierte, über 60 Jahre alte Marke aus Frankreich, die seit geraumer Zeit zum mächtigen Freizeit-Konzern Trigano gehört. Traditionelle Sterckeman-Tugenden sind schlichte, aber robuste Konstruktionen und gute Ausstattung bei günstigen Preisen. Daran halten sich auch heute die aktuellen Baureihen Starlett, Alizé und Espace.

Am günstigsten fährt der Camper mit dem Sterckemann Starlett, wobei er die Auswahl zwischen 13 Modellen hat, fünf davon mit Stockbetten. Egal, auf welchen Grundriss die Wahl fällt, billiger ist die Leidenschaft Camping kaum zu realisieren.

Was kann der Starlett außer billig?

Der Sterckemann Starlett 420 CE bringt auf einer Fläche von etwas mehr als acht Quadratmetern einen kompletten und funktionierenden Familienhaushalt unter. In Bezug auf das Raumgefühl ist der Grundriss atmosphärisch zweigeteilt. Im recht offenen Bug finden sich Sitzgruppe/Bett, Küche und TV-Schränkchen. Im Hinterteil geht es zwischen Stockbetten, Sanitärraum und zwei Kleiderschränken relativ eng und duster zu. Und die simple 12-Volt-Halogen-Beleuchtung kann die Situation auch nicht retten. Fünf Lampen im kompletten Caravan sind einfach zu wenig.

Die Schlafsituation im Sterckemann Starlett 420 CE

Wie häufig bei Kompakt-Caravans müssen auch im Sterckemann Starlett 420 CE zwei Schläfer also die Eltern die zum Sitzen bequeme und für vier Personen ausreichende Rundsitzgruppe zum Nachtlager umbauen.

Die Prozedur geht einfach von der Hand, das Ergebnis des Puzzles überzeugt aber nicht, denn Unebenheiten durch angeschrägte Polsterteile sind unvermeidbar. Und nach dem Umbau bleiben große Polsterteile im Sterckemann Starlett 420 CE übrig, die nur schwer unterzubringen sind. Die Liegefläche ist für zwei Personen knapp bemessen, fehlende Lattenroste führen zu weiteren Komforteinbußen und einer mangelnden Unterlüftung des Bettes.

Komfortabler haben es die Kinder im Sterckemann Starlett 420 CE, deren große Stockbettkojen längs im Heck mit Unterfederung und einer Schaumstoffeinlage ausgestattet sind. Die Alu-Leiter, die ins obere Bett führt, ist leicht, griffig und mit zwei Riegeln gegen Kippen gesichert.

Je ein großes Fenster und je eine Leselampe sorgen, zumindest hier, für Helligkeit bei Tag und Nacht. Zum Kinderzimmer im Sterckemann Starlett 420 CE gehört auch ein raumhoher Schrank mit sechs Fächern, der für Ordnung sorgt. Ein paar Rüttelkanten hätten die Regalbretter aber verdient gehabt. Die Erwachsenen können ihre Garderobe im geräumigen Kleiderschrank zwischen Küche und Bad aufhängen.

Bad und Küche

Gegenüber der Stockbetten integriert der kompakte Sanitärraum die wichtigsten Funktionen für die tägliche Hygiene. Die moderne Banktoilette reserviert genügend Platz für verschwiegene Sitzungen. Kosmetika und Co. kommen in zwei Schränken unter, und ein ausreichend dimensioniertes Becken steht für die Katzenwäsche bereit. Die stabile Chrom-armatur lässt sich mit einem Hebel bedienen, der optionale Brausekopf kann herausgezogen und über Kopfhöhe befestigt werden. Der Boden besteht aus einer Duschtasse mit Ablauf. Eigentlich ist alles für ein lustiges Brausebad vorhanden - bis auf den Duschvorhang, der auch in der Extraliste nicht auftaucht. Da das Bad auch nicht umfassend verfugt ist, sollte hier höchstens in Knöchelhöhe geplanscht werden. Als nicht sehr stabil erweist sich die Badmöblierung aus Kunststoff-Teilen. Vor allem der Waschtisch ist an seiner Unterseite regelrecht scharfkantig.

Die Längsküche zeigt sich auf den ersten Blick unspektakulär. Die Arbeitsfläche teilen sich je eine Edelstahlmulde mit Dreiflammkocher und Spüle. Beide sind von durchschnittlichem Format und lassen sich mittels Glasplatten abdecken. Die verbleibende Fläche kann für Schnippelarbeiten und Ähnliches genutzt werden.

Einen klassischen Kühlschrank sucht man im 420 CE vergeblich. Dafür kommt die neuartige Kühlschublade „XL Freeze“ zum Einsatz, die sich von oben bestücken lässt. Ordnung sollte jedoch gehalten werden, da das Kühlgut übereinander gestapelt werden muss. Der Systemvorteil von Kühltruhen ist, dass die Kälte beim Öffnen nicht so schnell entweicht.
Produziert wird sie von einem Kompressor, der mit 230 oder 12 Volt betrieben wird. Im Unterschied zum Absorber ist Gasbetrieb nicht möglich. Wer dennoch autark sein möchte, ordert die Bordbatterie samt Verkabelung und Ladegerät, die dann die linke Sitztruhe belegt. Inklusive Gefrierfach fasst der XL Freeze stolze 150 Liter, was andererseits Stauraum in der Küche kostet.

Stauraum, Verarbeitung und Wintertauglichkeit

Platz für kleineres Gepäck ist im Sterckeman genügend vorhanden. Allerdings belegen die meist als Extra aufgeführten technische Installationen wertvollen Raum in Bettkästen und Sitztruhen. Da ein Doppelbett mit großzügiger Katakombe fehlt, lassen sich sperrige Campingmöbel im 420 CE nur schwer unterbringen.

Die Verarbeitung des gesamten Caravans ist befriedigend. Die einfachen Möbel und der Aufbau stellen Handwerker vor keine großen Herausforderungen.

Kleinere Mängel wie die scharfkantige Kederleiste oder fehlende Verfugungen im Bad sind zu ver kraften. Nicht schön ist der gebremste Materialeinsatz. Labile Kunststoff-Teile an Deichselkasten und Leuchtenträger, schwächliche Scharniere und Aufsteller an den Schränken und billige Schlösser an Türen und Klappen sind dem Preis geschuldet.

Im Winter sollte der Camper nicht viel vom Sterckeman erwarten. Bei der Truma Heizung verzichtet Sterckeman auf eine Warmluftverteilung mittels Gebläse und Ausströmer. Auch die Wandtemperierung in der Sitzgruppe und in den Betten fällt flach. Dazu kommt eine vergleichsweise dünne Isolierschicht aus Styropor im holzhaltigen Wand-Sandwich.
Die Gewichtsbilanz fällt unausgewogen aus. Der Starlett ist leicht kopflastig, die Stützlast liegt knapp zehn Kilo über dem Wert (75 kg), der bei einem Standard-Pkw als Maximum eingetragen ist. Das linke Rad bringt über 90 Kilo mehr auf die Waage als das rechte.

Erklären lässt sich der Unterschied durch die Konzentration von technischen Einrichtungen und dem Wassertank auf der linken Seite. Die Missverhältnisse lassen sich durch gezielte Beladung des Stockbettkastens entschärfen.

Auf das Fahrverhalten hat dies alles wenig Einfluss. Das Leichtgewicht hängt so oder so gutmütig am Haken und folgt dem Zugwagen treu und brav.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Frank Eppler

Datum

26. Juni 2013
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