Supertest: Sunlight C 44 D njoy 22 Bilder Zoom

Supertest Sunlight C 44 D njoy: Alles ganz einfach

Der leichte Sunlight C 44 D njoy, „Made in Germany” konzentriert sich auf die einfachen Dinge und ein schlichtes Design. Sowohl außen als auch innen sind die njoy Modelle sehr schlicht gehalten.

Mit der Liebe auf den ersten Blick wird’s wohl nichts werden. Der Sunlight C 44 D njoy mag vieles sein − hübsch aber ist er nicht. Er will Menschen lieber mit Preis und inneren Werten umgarnen. Die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht: Drei der vier Modelle rangieren knapp unterhalb der 10.000-Euro-Grenze. Der Testwagen kostet in Grundausstattung 9999 Euro und trägt die klassischste aller Raumaufteilungen mit Querbett vorn und Rundsitzgruppe hinten. Ein Grundriss, den mit Ausnahme des baugleichen Carado C 64 kein anderer Konkurrent in der Niedrigpreisklasse hat.

Der Aufbau des Sunlight C 44 D njoy

Zierlich ist der C 44 D mit seinem 5,03 Meter langen und 2,10 Meter breiten Aufbau, der auf den Seitenwänden grobes Hammerschlag-Alu trägt. Das Dach jedoch belegt Sunlight mit GfK. Somit hinterlassen Hagelschauer oder, falls sie doch auf ihn fliegen, Amors Pfeile nicht gleich Dellen.

Auf schmückende Anbauteile verzichtet Sunlight beinahe ganz. Nur die Heckleuchten umgibt eine Stoßfänger-Attrappe mit Kennzeichenhalter. Dafür fehlt mit der dritten Bremsleuchte ein Sicherheitsbauteil. Auch einen aufgesetzten Deichselkasten gibt es nicht. Eine aus dem Sandwich geschnittene Klappe mit einem Schnappverschluss gibt die Öffnung zum Flaschenkasten frei. Der Gaskasten erfreut mit robustem Metallboden und sicheren Plätzen für zwei Elf-Kilo-Flaschen.

Ausstattung und Pakete

Aufstöhnen möchte man, weil Stoßdämpfer und Anti-Schlinger-Kupplung nicht im Serienumfang enthalten sind. Da Sunlight die beiden für Sicherheit und Tempo-100-Zulassung unverzichtbaren Bauteile jedoch zusammen mit 45-Liter-Frischwassertank und fünf Jahren Dichtheitsgarantie als Performance-Paket für moderate 349 Euro verkauft, bleibt von der Empörung nur ein Seufzen übrig. Wo wir gerade bei den Kosten sind: Wer will, kann auch auf Rollos an den Dachhauben und die mit Stoff bezogenen Winterrückenlehnen, die zwei Taschen am Bett, die Profile überhalb der Oberschrankklappen und den Vorhang zwischen Bett und Wohnraum vertzichten und dadurch 229 Euro sparen. So viel kostet nämlich das Wohlfühl-Paket. Das ebenfalls im Testwagen verbaute Relax-Paket für 629 Euro bringt dem C 44 D Fliegenschutztür, Panorama-Dachhaube, Therme und Heizungsgebläse. Dinge, die den njoy zwar komfortabler machen, aber nicht zwingen für den Betrieb nötig sind.

Das Chassis samt Längslenkerachse liefert BPW zu. Sunlight hat den C 44 D njoy auf 1050 Kilo zulässiges Gesamtgewicht konzipiert und sogar auf die Option einer Auflastung verzichtet. Wer alle Pakete ordert, was einen Aufschlag von rund 39 Kilogramm bedeutet, muss mit 185 Kilo Netto-Zuladung auskommen. So einfach ist das.

Die Innenausstattung: Kein Firlefanz im Sunlight njoy

Zu den inneren Werten: Die Eingangstür trägt innen nichts als zwei Klapphaken. Überhaupt erlaubt sich der njoy keinerlei Schnörkel. Eckregale, Zierrat, Firlefanz? Nix. Nur die Fliegenschutztür ist von der edleren Sorte.  In der Sitzgruppe spannt sich der einzig verfügbare Polsterstoff über weiche Schaumstoffquader, die auf ihrer hölzernen Unterlage rutschen. Doch dank ordentlicher Truhenhöhe und angenehmer Sitztiefe auf allen Plätzen ist der Komfort gut. Übrigens auch auf der Quersitzbank und in den Ecken. Das Tischgestell besteht aus Kunststoff und ist samt Platte erstaunlich leicht. So dürfte der einzelne Sicherungsgurt genügen, an dem es sich per Druckknopf hält. Einzige künstliche Lichtquelle im Heck ist eine 12-Volt-Deckenlampe mit zwei einzeln und zusammen schaltbaren Leuchtmitteln. Spots fehlen ganz.

Zurückhaltend ist auch die Konstruktion. Mit positivem Nebeneffekt. Gebaut ist das Sperrholzmobiliar solide – nur ein Scharnier am Küchenunterschrank war nicht fest angeschraubt. Ansonsten kann man klopfen, drücken und rütteln, ohne gleich Schäden fürchten zu müssen.

Aber: Weder die Oberschränke über der Sitzgruppe noch jene über dem Bett haben Schlösser. Einzig der Federwiderstand der Aufsteller bringt Haltekraft auf. Zum Problem könnte das in den Heckschränken werden, gegen die beim Bremsen Ladung drückt. Hinzu kommt, dass keine Einlegeböden mit Stopper verbaut sind und die Unterkante flach ist.

Der Stauraum

Die Küchenoberschränke stattet Sunlight mit je einem Magnetverschluss aus, verzichtet jedoch auf Einlegeböden. Die Fächer sind tief genug, um (leichte) Teller darin zu lagern. Alles, was schwer ist, sollte im Küchenkorpus verstaut werden. Aber Achtung: Der Radkasten raubt dem Küchenunterschrank einen Teil seines Volumens. Der Kühlschrank überzeugt mit 75 Liter Netto- Inhalt plus zehn Liter Gefrierfachinhalt und einfacher Bedienung. In die Arbeitsplatte eingelassen wird die einteilige Kombi aus Kocher und Rundspüle. Während die drei Herdflammen für die gleichzeitige Nutzung zu eng zusammenstehen, genügen Spüle und Klapphahn sogar, um etwas größere Töpfe zu befüllen. Wasser hat der C 44 D genug an Bord. Der Tank sitzt in der linken Sitztruhe. Folgerichtig finden sich direkt daneben die Ablassventile für die Wasserleitungen und die Truma-Therme. Allerdings ungeschützt vor Ladung, von der in die verbleibenden Sitztruhen eine Menge passt.

Deutlich besser macht es Sunlight im Bugstauraum unter dem Doppelbett. Dort halten zwei Profilschienen Ungemach von Kabeln und Leitungen fern. Weil das Bett ungewöhnlich hoch ist, entsteht eine wahre Gepäckhalle. Gut, dass Sunlight als Option eine große Außenklappe anbietet, durch die eine Wasserkiste passt. Den schnellen Zugriff von innen ermöglicht ein leichtes Schottbrett. Alternativ lässt sich die Matratze samt Lattenrost anheben.

Bett, Bad und Heizung im Sunlight njoy

Das Bett selbst bietet mit elf Zentimeter Schaumstoffmatratze und einfachem Lattenrost kommoden Komfort. Nur: Wer lesen will, muss das bei Festbeleuchtung tun, denn auch im Schlafzimmer gibt es keine Leseleuchten. Beim Auf- und Abstieg ins Hoch-Bett hilft eine kleine Trittstufe.

Das Bad des Sunlight njoy besteht aus drei Dingen: Einer Kassettentoilette, einem Eckwaschbecken mit Plastikunterschränkchen und einer Duschwanne. Sonstiger Stauraum? Nur ein Regalbrett, aber kein Handtuchhaken. Und das, obwohl Sunlight bereits vor zwei Jahren die Nachrüstung versprach.

Immerhin ist Platz auf und um die Toilette, und vor dem Waschbecken kann man ordentlich stehen. Bei der Bordtechnik setzt Sunlight auf bewährte Komponenten. Die Truma S 3002 mit 230-Volt-Gebläse erwärmt den Raum flott, die Therme spendet mit der Kraft von 230 Volt fünf Liter heißes Wasser. Wer mehr Ausstattung will, muss es selber machen. Weil alles leicht zugänglich ist, dürfte auch das ganz einfach sein.

Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Christian Hass, Ingolf Pompe (2)

Datum

30. Dezember 2013
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