Supertest: Tabbert P.E.A.T. 22 Bilder Zoom

Tabbert P.E.A.T. im Test: Eine reife Leistung

Kein Jubiläum ohne Sondermodell: Zum 60. Geburtstag spendiert Tabbert seinen Fans eine ganze Baureihe zu Sonderpreisen. Ihr Name: P.E.A.T., kurz für PrivatEdition Alfred Tabbert. Wir haben sie getestet.

An den Namen P.E.A.T. (gesprochen „Piet“) muss man sich erst gewöhnen. Er passt nicht so ganz in die illustre Reihe italienischer Künstler. Mit der „Privatedition Alfred Tabbert“, kurz P.E.A.T., verneigt sich das Unternehmen anlässlich seines 60. Geburtstags vor seinem Firmengründer. Und zwar nicht mit einem schnell vergänglichen Sondermodell, sondern mit einer eigenständigen Baureihe, die ein paar Jahre lang  das Programm bereichern soll.

Laut Tabbert ist der P.E.A.T. zwischen Da Vinci und Vivaldi angesiedelt – mit Blick auf Möblierung, Aufbau und Preis durchaus nachvollziehbar. Das neue Sonderangebot umfasst fünf Modelle: Vier davon sind auf die Paarnutzung ausgerichtet, das neuste, der 560 DM, wendet sich mit seinen Stockbetten an vierköpfige Familien.

Der Aufbau orientiert sich mit klassischer Form und routinierter Machart streng an tabbertsche Traditionen. Das solide Sandwich besteht aus Minihammerschlagblech, Styroporisolierung und Holzeinlagen. Das Dach sorgt mit seiner Vlies-Einlage sorgt für gute (Geräusch-)Dämmung und den typischen Tabbert-Look.

Dezent, farbsicher und dennoch mit aparten Aspekten präsentiert sich das Interieur. Die Akzente setzen hier Kunstleder­streifen an den Hängeschrankklappen, Chromgriffe und -schlös­ser sowie das dunkle Parkett-Imitat. Auch die Verarbeitung der Möbel hält sich an die Tradition von Tabbert und lässt kaum Anlass für Kritik. Lediglich ein paar sichtbare Möbelverbinder hätte man sich sparen können.

Sehr gut und beinahe lückenlos ist die serienmäßige Ausstattung: Das Anti-Schleuder-System ATC gehört ebenso dazu wie die USB-Ladesteckdose, die TV-Vorbereitung samt Monitorhalter und der exklusive Dometic-Kühlschrank mit extra Kühlschublade.   

Der Grundriss

Der Tabbert P.E.A.T. 560 HTD baut auf eine großzügige Grundfläche von rund 17 Quadratmeter (6,8 mal 2,5 Meter). Engegefühl kommt hier nicht auf. Im Gegenteil: Alle Funktionsgruppen sind vergleichswei­se großzügig dimensioniert, trotzdem ist genügend Lebensraum vorhanden.

Die raumgreifende Rundsitzgruppe im Bug verdient viel Lob bei wenig Tadel. Im Schnitt finden hier sechs Personen auf leicht strukturierten Kunstlederpolstern bequem Platz. Der Tisch steht auf einem Einsäulenfuß, so dass auch der Zugang zu den hinteren Plätzen reibungslos funktioniert. Konkurrenzlos komfortabel ist auch der Zugriff auf den Stauraum in den Sitztruhen. Deckel und Polster sind aus einem Stück, so dass das Ganze mit einem Handgriff geöffnet werden kann. Rund um die Sitzgruppe warten zwei Eckregale und offene Ablagen auf die Dinge des täglichen Lebens, die man gern schnell zur Hand hat, aber genauso rasch wieder los werden will.

Links grenzt die Sitzgruppe direkt an die Küche an, was die Gefahr birgt, dass sich eine versehentlich umgeworfene Dose Tomatensoße direkt auf die Sitzfläche ergießt. In der riesigen Kombüse können zwei Köche ausgiebig und parallel werkeln. Viel Arbeitsfläche steht neben der Edelstahlspüle und dem Dreiflammkocher zur Verfügung. Wünschen würde man sich einen richtig breiten Brenner und – noch wichtiger – einen elektrischen Zünder. 

Stauraum satt lautet das Motto, blickt man auf die vielen Schränke, Regale und Ablagen in der Küche. Besonderes Vergnügen bereiten die geschmeidig laufenden und voluminösen Auszüge, die per Selbsteinzug sanft ins Schloss fallen. Diese Hakenschnäpper sind in Metall ausgeführt und damit vor früher Abnutzung sicher. Gut zum Anspruch des P.E.A.T. würde auch das praktische Schienensystem aus den Standardbaureihen passen, in das sich Küchenhelferlein einhängen lassen. Es fehlt hier allerdings ersatzlos.

Der Nobel-Kühlschrank des 560 HTD steht in der Möbel­zeile gegenüber. Hier steuert Dometic seine neueste Kreation exklusiv bei: Den großen 8er-Kühlschrank mit einer darunterliegenden Kühlschublade, die vom Hauptgerät mit kalter Luft versorgt wird.
Links neben dem Kühlschrank sorgt sich ein großer, zweiteiliger Kleiderschrank um die artgerechte Unterbringung der Garderobe. Die Kleiderstange und ein hohes Wäschefach lassen hier die freie Wahl. Damit man in den dunklen Tiefen des Schranks nicht den Überblick verliert, leuchtet beim Öffnen der Flügeltüren eine kleine LED-Lampe auf.

Bett, Bad und Technik

Auch das konstruktiv bedingt meist eher schmale Längsbett profitiert hier von den Dimensionen des P.E.A.T. 560 HTD. Die Liegefläche im Heck überzeugt mit Länge und Breite. Vollends zufrieden dürf­te der Ruhesuchende mit der tollen, jedoch optionalen Betteinlage sein: Der Inhalt des güns­tigen Jubiläumspakets besteht aus einer straffen Tonnen­ta­schenfederkern-Matratze und ei­nem Lattenrost mit zusätzlichen Federelementen. Für eine Ablage und eine Steckdose hat es rund ums Bett jedoch nicht mehr gereicht.

Längs des Betts schließt sich der zweiteilige Sanitärbereich an. Erfreulich hübsch und praktisch ist der Waschraum mit vielen offenen und geschlossenen Fächern ausgefallen. Zum tiefen Waschbecken gesellt sich ein aparter Wasserhahn mit offenem Auslauf. Hinter der stabilen Tür findet sich der Duschraum. Die Brause darin kostet jedoch Aufpreis. Ärgerlich ist der Einsatz der zerklüfteten Drehtoilette. Eine leicht zu reinigende Banktoi­lette wäre besser.

Bei aller Tradition, auf tech­nischem Gebiet gehört der P.E.A.T. zu den modernsten Caravans in seiner Klasse. Neben USB-Steckdose, starker Heizung mit zwei Gebläsen und neuem Kühlschrank gefällt die Lichttechnik. Ein gefühlvoller Mix aus direkter und indirekter Beleuchtung, der nur die Frage zurücklässt, weshalb nicht alle Lampen in LED-Technik ausgeführt sind.

Der Nutzwert des P.E.A.T 560 HTD: Stauraum, Beladung und Fahreigenschaften

Ein großes Problem hat der 560 HTD mit der Beladung des überwältigend üppigen Stauraums. Hier sind keine Gewichts­reserven übrig, eine Auflastung ist unbedingt notwendig. Bleibt die Frage, wie sich der große, schwere und naturgemäß etwas unübersichtliche Caravan unterwegs benimmt.

Auf Campingplätzen muss er ein wenig mehr geschubst und gezerrt werden als kleinere Kollegen. Die entsprechend di­mensionierten Handgriffe sind vorhanden, ein Rangierantrieb wäre jedoch vorteilhaft. Aufgrund der ausgewogenen Gewichtsverteilung benimmt sich der 560 HTD im Schlepp sehr gutmütig.

Und vor Grenzsituationen braucht dem Fahrer auch nicht bange sein. Der Schlingerdämpfer und das Anti-Schlinger-System, beides in Serie, stehen unterstützend bei. Alles in allem ist der P.E.A.T. eine erfreuliche Bereicherung im Caravan-Markt. Fans der Marke dürfen sich deshalb schon heute auf das nächste Jubiläum von Tabbert freuen.

Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Jacek Bilski

Datum

25. März 2014
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