Test: 3Dog Traildog 11 Bilder Zoom

3Dog Traildog Faltcaravan im Test: Ziemlich gut betucht

Zum ersten Mal mit Kind und Kegel unterwegs mit einem Faltcaravan von 3Dog: ein tolles Erlebnis mit ganz neuen Eindrücken. Doch Spaß bei Seite - Wie schlägt sich das teure Zelt auf Rädern?

Zum zweiten Mal bin ich ein wenig nervös. Das erste Mal beschleicht mich bereits im Verkaufsraum von „Camping Leicht Gemacht“ Sorge, wo mich Chefin Heidi Kastenholz in die strengen Rituale des Faltens und Legens einführt. Ausgerechnet mich, den Ex-Zivi, dem nie die Furcht vor einer Spindkontrolle im Nacken saß. Doch Heidis Nachsicht, ihr Verweis auf die hervorragend bebilderte Benutzungsanleitung und nicht zuletzt die perfekt über dem Zeltstoff liegende Schutzplane lassen mich mit dem Traildog an der Leine erleichtert vom Hof rollen.

Jetzt, nach vielen hundert völlig problemlosen Reisekilometern inklusive mehrerer Ortswechsel, beunruhigt mich die Bora, die aus heiterem Himmel dicke Backen macht. Die Böen treffen das Zelttuch mit Wucht. Es wackelt und klingelt − aber nichts passiert. Und das, obwohl kein einziger Hering die Bodenplane und nur drei Abspannseile den Dachfalz halten – der kroatische Steinboden ließ sich nicht erweichen, mehr als drei der zahlreich mitgelieferten Erdnägel reinzulassen. Stabile Seil- und Heringsösen gäbe es mehr als genug. Überhaupt gestaltet sich das Urlaubsleben mit dem 3Dog-Zeltcaravan viel leichter als gedacht.

So faltet er sich auf: Der Faltcaravan 3Dog Traildog

Rund sieben Minuten dauert es nach etwas Übung, bis der Traildog bezugsfertig ist. Allerdings ohne Heringe, Leinen, Sonnensegel (je 360 Euro), riesiges und deshalb häufig gar nicht nutzbares Zusatzzelt (3570 Euro) und Raumteiler (380 Euro), der sich mit scheints unverwüstlichem Klett zwischen Eingang und Hauptzelt spannt und somit einen Teil des Zeltes von Eingangsbereich und Schlafzimmer abteilt – in unserem Fall, um ein Kinderzimmer zu schaffen und mit selbstaufblasbaren Luftmatratzen und Decken zweckmäßig-kuschelig zu möblieren.

Umso feudaler ist das Hauptbett, eine 2,00 mal 1,80 Meter große Kaltschaummatratze, die auf Federtellern (zusammen 550 Euro) liegt, die wiederum auf einer dicken Siebdruckplatte montiert sind. Die lässt sich übrigens samt Unterplatte vom Anhänger abheben und gibt unterwegs dank einer leichtgängigen und abschließbaren Serviceklappe den Stauraum im Anhängerbauch frei.

Wenn also jemand fragt, und das tun viele, warum man einen teuren Zeltcaravan braucht, obwohl es für rund ein Zehntel des Geldes ganze Stoffpaläste gibt, dann sind das komfortable Nachtlager und der Doppelnutzen des Anhängers mit die besten Antworten. Mit jedem Urlaubstag finden sich weitere. Kurz: Antworten und Argumente zu finden braucht Zeit – Zeit, die man sich auf Messen und in den drei deutschen 3Dog-Verkaufsräumen so intensiv wohl kaum nehmen kann.

Abenteuer mit dem Zeltcaravan - Qualität auch zum Mieten

Für das erste Mal Abenteuer Zeltcaravan muss aber nicht gleich das Konto geplündert werden: An allen drei deutschen 3Dog-Verkaufsstationen stehen mit den wichtigsten Extras und Campingmöbeln bestückte Scout- und Traildogs für die Vermietung bereit. In der Nebensaison kostet der Traildog 55 Euro pro Tag, in der Hauptsaison, wo 14 Tage Mindestmietdauer gelten, 65 Euro. Der kleinere Scoutdog ist zehn Euro günstiger. Die Servicepauschale von 75 Euro kommt noch dazu.

Wer mit dem Zelt auf Rädern loszieht, der lernt die unverwüstlichen Reißverschlüsse, den robusten Baumwoll-Zeltstoff, der selbst Unwettergüsse und bis zu drei Tage feuchter Lagerung übersteht, sowie viele durchdachte Details schätzen: die Insektenschutz-Gaze hinter jeder Zeltöffnung, den Müllbeutelhalter zum Einhaken an der Heckwand, die Kabeldurchführung mit Reißverschluss als Ameisenhürde oder das Wetterschutzdach am „Schlafzimmerfenster“. Selbst das Stahlgestänge (Edelstahl für noch höhere Ansprüche gibt’s gegen Aufpreis) scheint für die Ewigkeit gemacht. Zehn Jahre Garantie unterstreichen die Bemühungen, viel Gegenwert für viel Geld zu produzieren. Dafür hat der Kunde die Gewissheit, dass jeder Zeltanhänger von zwölf Mitarbeitern in Handarbeit gebaut wird. Sogar genäht wird in Hamburg noch selbst.

Ganz nahes Naturerleben im 3Dog

Hohe Qualität und schlüssiges Konzept genügen aber weder, um Campingfreunde aus ihren festen Wänden hinter Zelttuch zu locken, noch um jeden für einen 3Dog fälligen Euro zu verargumentieren. Es ist das leichte Leben im und um den Traildog, das Camper für sich gewinnt.

Leben im Zelt bedeutet, näher an der Natur zu sein. Geräusche, Licht, der Wind: Das alles erleben Zeltcamper viel intensiver, ohne aber schutzlos ausgeliefert zu sein. Man beginnt schnell, sich an den Rhythmus des Tages anzupassen. Sobald die Sonne aufgeht und auf den Zeltstoff trifft, steigt die Temperatur hurtig. Bricht die Nacht herein, wird es aber ebenso schnell wieder angenehm kühl.

Um die Beleuchtung muss man sich allerdings selbst kümmern. Fest eingebaute Lampen gibt es ebenso wenig wie eine Heizung. Nur frei positionierbare Ausleger, die sich an die Zeltstangen klammern und an denen Campinglaternen oder, so haben wir das gelöst, Baustrahler baumeln. Strom liefert die Kabeltrommel, an die auch unsere Kompressor-Kühlbox angeschlossen ist. Die sollten 3Dog-Interessenten auf jeden Fall ins Budget einplanen.

Jetzt im Sommer findet das Leben ja mehr draußen als drinnen statt. Zwei Sonnensegel, die sich über Reißverschlüsse an alle Zeltseiten anfügen lassen, spenden Schatten auf der „Veranda“. Alle benötigten Teile wie Stangen, Leinen und Heringe liegen in Taschen bei. Segel und die Raumteiler reisen in wasserdichten Planensäcken.

Auch das unterwegs jederzeit nutzbare Küchenmodul (2230 Euro mit Spüle, Kocher, Wasserversorgung und klappbarer Ablage), das sich in die stabile Heckklappe hakt und während der Fahrt im Anhänger auf Edelstahl-Gleitschienen steht, um die Klappenscharniere nicht über Gebühr zu belasten, wird von den Sonnensegeln überdacht. Ein Rollladen sichert seinen Inhalt. Die Druckwasserpumpe wird von Batterien gespeist und soll so stark sein, dass sie sich außer aus dem 40-Liter-Unterflur-Wassertank auch direkt aus offenen Gewässern nähren kann. Der Zweiflammkocher mit Piezo-Zünder holt seinen Brennstoff aus einer 2,8-Kilo-Campingaz- Flasche, wie sie fast überall erhältlich ist.

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Fendt Bianco Selection 465 SFB: Ingo Werner

Autor

Foto

Uli Regenscheit, Ingo Wagner (2)

Datum

3. Dezember 2013
5 4 3 2 1 0 5 0
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