Setzen die Luftschläuche neue Maßstäbe, oder gehören die Gestänge-Konstruktionen noch lange nicht zum alten Eisen? 41 Bilder Zoom

Vergleichstest der Vorzelt-Variationen: Luftschlauch- gegen Gestänge-Aufbau

Fast jeder Zelthersteller hat aufblasbare Vorzelte im Programm. Setzen die Luftschläuche neue Maßstäbe, oder gehören die Gestänge-Konstruktionen noch lange nicht zum alten Eisen?

Immer mehr Vorzelte werden von Luftschläuchen statt Stangen gestützt. Und viele Camper rätseln nun, ob sich aufblasbare Konstruktionen leichter aufbauen lassen als Gestänge-Vorzelte. Um diese Frage zu klären, hat CARAVANING den direkten Vergleich gemacht. 

Den Test führten wir mit dem Teilvorzelt Dorema Magnum durch. Denn anders als die meisten anderen Vorzelte ist das Magnum in identischer Größe und Ausstattung sowohl mit Luftschläuchen als auch Glasfibergestänge erhältlich. 

Luftvorzelt heißt nicht gleich leichtes Zelt

Die erste Überraschung zeigt die Waage: Durch Schläuche und die mitgelieferte Pumpe ist das Magnum Air 2,7 Kilo schwerer als sein Pendant mit Glasfibergestänge. Auch das Packmaß fällt beim Luftzelt etwas größer aus, da sich die Zeltwand durch die integrierten Schläuche weniger stark komprimieren lässt. 

Die einfache Handhabung des Vorzeltes trägt maßgeblich zu einem entspannten Start in den Urlaub bei. Darum haben wir bei beiden Magnum-Vorzelten besonderes Augenmerk auf den Aufwand beim Auf- und Abbau gelegt. 

Das Einziehen in die Kederschiene geht beim Gestängezelt spürbar leichter, denn beim Magnum Air ziehen die schweren Luftschläuche an der Zelthaut. Ist das Zelt an der Kederleiste mittig ausgerichtet, können die vier Hauptventile aufgeblasen werden. Hier zeigt das Luftschlauchzelt erstmals einen praktischen Vorteil. Denn es bedarf nur weniger Hübe mit der beiliegenden Doppelhubpumpe, bis die erforderlichen 0,4 Bar erreicht sind. 
Und die Kunststoffventile sind gut durchdacht: Ein Rückschlagmechanismus sorgt dafür, dass auch bei offenem Ventil keine Luft entweicht. Dadurch lässt sich die Pumpe in Ruhe abziehen und der Ventil-Deckel ohne Hast verschrauben. Will man die Luft aus den Schläuchen ablassen, wird einfach eine zweite Verschraubung gelöst, wodurch das Rückschlagventil vollständig vom Schlauch getrennt wird. 

Das Gestänge einzuziehen ist dagegen deutlich aufwändiger. Denn die vier Glasfiberstangen müssen einzeln in Tunnel eingeführt werden. Dabei verhindert die gebogene Vorderwand ein widerstandsloses Hineingleiten.Abschließend erfordert es Druck, um die Stangen mit Stiften in den Tunneln zu fixieren. 

Gestänge-Vorzelt aufbauen: eine Arbeit für zwei

Das Luftschlauchmodell ist sofort sauber und stramm aufgebaut. Das Gestängezelt dagegen muss noch etwas zurechtgerückt werden, bevor es ordentlich steht. Damit diese Form auch bei Belastung bestehen bleibt, muss der Caravaner zusätzlich sechs ebenfalls mit Luft gefüllte Dachteile anbringen. Einmal aufgepumpt, gelingt es einer Person problemlos alleine, die 115 Zentimeter langen Schläuche über Klettverschlüsse an der Innenseite der Zelthaut zu befestigen. 

Bei der Gestänge-Version müssen Stangen aus Stahl eingezogen werden. Das ist jedoch eine Aufgabe für zwei Personen. Will man die Stangen alleine anbringen, fällt leicht eine Seite aus der Halterung, während man das andere Ende der Stange in die dafür vorgesehene Lasche führt. Wer es mit dem Beziehen seiner Parzelle eilig hat, verschafft sich mit keiner der beiden Konstruktionen einen Vorteil. 

Die aufwändigsten Arbeitsschritte sind bei beiden Gestänge-Versionen identisch: Denn erst wenn mehrere Heringe eingeschlagen und einige Leinen gespannt sind, ist der Aufbau vollständig abgeschlossen. Entscheidend beim Aufbau ist auch der Erfahrungsschatz. Schon beim zweiten Mal geht der Aufbau leichter von der Hand. Mit der beiliegenden Doppelhubpumpe dauert das Aufpumpen des Magnum Air letztlich in etwa genauso lange wie das Einfädeln der Stangen beim Zwillingsmodell. 

Gegen Aufpreis gibt es für das Luftschlauch-Vorzelt auch eine elektrische Pumpe mit optionalem Multi-Ventil-Adapter, genannt Octopussy. Dieser Aufsatz ist eine sinnvolle Hilfe, denn dank seiner vier Luftauslässe können alle integrierten Hauptschläuche gleichzeitig aufgeblasen werden. Mit diesem Zubehör kommt der Vorteil des Luftgestänges voll zum Tragen. Noch einfacher wäre allerdings eine 1-Kammer-Konstruktion, so wie sie bei vielen Luftzelten anderer Hersteller bereits verwendet wird. 

Ganz ohne Stangen kommt das Luftschlauch-Vorzelt aber nicht aus. Denn ohne die beiden Anpressstangen aus Stahl würde die Zelthaut nicht sauber mit dem Caravan abschließen. Außerdem finden sich in der Packtasche vier weitere Stangen, mit denen sich die Vorderwand aufstellen lässt. Somit lassen sich bei Bedarf zwei große Lüftungsöffnungen erzeugen, die auch als zusätzliche Eingänge dienen. Weiteres Kriterium bei der Vorzeltwahl: Nach dem Urlaub muss sich das Zelt möglichst leicht im Transportsack verstauen lassen. Die integrierten Schläuche des Magnum Air sind dabei ein Hindernis, und die vielen Einzelteile müssen in den Sack gestopft werden. Doch auch die Zelthaut des Schwestermodells lässt sich nicht mühelos in die Tasche drücken, das Komprimieren geht durch die fehlenden Luftschläuche jedoch spürbar leichter. 

Das Gestänge-Zelt punktet bei Maßen und Gewicht, während das Magnum Air schöner steht und im Sturm belastbarer ist. Denn die Schläuche geben bei Druck nach und nehmen nach der Belastung ihre ursprüngliche Form wieder an.

Kleine Heringskunde
  • Das 8-Kant-Profil macht den Dural-Nagel stabiler als die ähnlich aussehenden Standardheringe. Geeignet für Gras und Erde. Das 5er-Pack kostet 5,85 Euro. 
  • Wie ein Nagel bohrt sich der Felsenhering Tarzan durch Geröll. Das T-Profil besteht aus Stahl und ist 23 Zentimeter lang. Lieferung im 5er-Pack für 7,80 Euro. 
  • In Form einer Speerspitze dringt der Aluminiumhering in Sand und Schnee. Die breite Auflagefläche bietet Halt in nachgiebigen Böden. 3,95 Euro/Stück. 
  • Gebogene Flanken sorgen für geringen Widerstand und bieten dennoch Auflagefläche. Der Eisenhering Tirol hält in durchmischten Böden. 5er-Pack für 4,85 Euro. 
  • Standard-Heringe sind selten besonders langlebig. Kunststoffpflöcke brechen manchmal bereits bei der ersten Verwendung und die dünnen Metallheringe sind schnell verbogen und lassen sich dann kein weiteres Mal verwenden. Unterschiedliche Heringe werden im Fachhandel, beispielsweise bei frankana.de, angeboten. Übrigens: Woher der Hering seinen Namen hat, ist unbekannt. Sprachforscher vermuten, die Ähnlichkeit zu dem schlanken Fisch sei für die Namensgebung verantwortlich.

Den vollständigen Test mit allen Daten und Preisen der Zelte finden Sie in unserem pdf-Dokument zum Download.

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Hersteller

Datum

11. April 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft CARAVANING 04/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
01:19 Skoda Octavia Trailer Assist vor 3 Wochen
321 Aufrufe
00:36 ANZEIGE - Kärcher vor 4 Wochen
0 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Test
  • Campingplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
  • Markt